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Patrik Kühnen ist seit 2008 Turnierdirektor in München © getty

Turnierdirektor Patrik Kühnen spricht im Sport1.de-Interview über die Absagen und die Aussichten der Deutschen in München.

Von Conny Konzack

München - Die 94. Internationalen Bayerischen Tennismeisterschaften, die BMW Open, stehen (wieder einmal) unter einem schlechten Stern. Nach Tommy Haas hat auch Titelverteidiger Fernando Gonzalez seine Teilnahme an dem mit 450.000 Dollar dotierten Turnier abgesagt.

Die Begründung des sympatischen Chilenen übertrifft alle bisherigen Kuriositäten des beliebten Münchner Turniers: "Ich habe mir beim Autogrammschreiben den rechten Knöchel überdehnt...!"

Diese "bittere Pille" musste Turnierdirektor und Daviscup-Kapitän Patrik Kühnen erst einmal schlucken. Sport1.de sprach mit ihm:

Sport1.de: Herr Kühnen, die Liste der Absage in München nimmt ihren Lauf. Wie gehen Sie damit um?

Patrick Kühnen: Das ist natürlich extrem unglücklich für das Turnier, aber so etwas kann passieren. Das ist nun mal der Sport. Die Absage der Nummer eins ist für jedes Turniers unglücklich, aber was soll ich machen?

Es ist ein herber Verlust, Gonzalez hat im letzten Jahr hier viele Fans gewonnen. Aber man muss die Gesundheit der Spieler respektieren und Verständnis haben.

Sport1.de: Was erwarten Sie nun nach zwei Absagen von Publikumslieblingen?

Kühnen: Ich erwarte trotzdem ein spannendes Turnier. Wir haben hier immerhin neun Deutsche im Hauptfeld, das ist bisher einmalig. Aber auch internationalen Spieler stehen im Fokus, wie z.B. der Kroate Marin Cilic als immerhin 18. der Weltrangliste. Und natürlich Lleyton Hewitt. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Sport1.de: Läuft der Australier als ehemals jüngste Nummer eins des Tennis trotz seines Sieges beim Houston-Turnier im April hier nicht auch in München Gefahr, sich in Runde eins zu verabschieden? Davon kann ja leider gerade das Münchner Turnier ein Lied singen.

Kühnen: Sicherlich, auch wenn sein Gegner am Dienstag, Philipp Petzschner, auch verletzt war. Aber auch denn haben wir noch ein kompaktes Feld und werden hochklassige Matches sehen, nicht nur das weltbeste Doppel der kalifornischen Zwillinge Robert und Mike Bryan.

Sport1.de: Was erwarten Sie von den Deutschen?

Kühnen: Die haben hier viele Fans und sind beliebt bei den Zuschauern. Wenn Tommy Haas nicht wegen seines Ellenbogens hätte verzichten müssen, wäre es das erste internationale Turnier gewesen, an dem alle zehn deutschen Spitzenspieler teilnehmen.

Wir dürfen nicht vergessen: Kohlschreiber hat hier immerhin vor zwei Jahren gewonnen, Kiefer kam letztes Jahr in Hamburg in einem sehr starken Feld immerhin ins Viertelfinale und hat sich nach seiner x-ten Verletzung beim Hopman Cup in Australien wieder einmal hochgerappelt und uns den Daviscupsieg gegen Österreich mit seinen zwei Punkten maßgeblich gesichert.

Und Rainer Schüttler ist auch ein zäher Kämpfer. Dazu kommt eine ganze Reihe ehrgeiziger Nachwuchsspieler, die schon internationales Format haben.

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