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Lleyton Hewitt ist derzeit die Nummer 56 der ATP-Weltrangliste © getty

Lleyton Hewitt hat eine schwere Operation hinter sich - nun will er angreifen. Auch sonst hat er sich verändert.

Von Conny Konzack

München - Früher war er der "Bad Boy", das Rumpelstilzchen im Stile John McEnroes. Ein Brausekopf, der immer mal wieder auf den Center Courts dieser Welt ausrastete.

Dann zähmte ihn zuerst Freundin Kim Clijsters, die frühere Nummer eins des Damentennis.

Danach seine bildhübsche australische Landsmännin Rebecca Cartwright, eine Schauspielerin.

Heute wirkt Lleyton Hewitt, 28, der mit 20 mal die jüngste Nr.1 der Tenniswelt war, lammfromm.

Bei den BWM Open in München präsentiert er sich seit Dienstag dem deutschen Publikum. Sport1.de sprach mit Hewitt:

Sport1.de: Haben Sie die Frauen oder ihre vielen Verletzungen so gezähmt?

Lleyton Hewitt: Gute Frage, ich glaube, beides. Meine Verletzung spielte in meinem Kopf natürlich auch eine Rolle, und indem ich älter wurde, hatte ich irgendwann mal das Gefühl, dem Tennis etwas zurückgeben zu müssen. Ich habe ja selbst zwei Kinder und unterstütze unter anderem die "Starlight-Stiftung" zugunsten kranker Kinder und die Krebs-Stiftung "McGuinisses-McDermont". Dazu setze ich mich zugunsten geistig behinderter Kinder bei ?Special Olympics? ein.

Sport1.de: Lleyton, Sie waren einer der Superstars des Tennis. Ihr langjähriger Trainer und Landsmann Tony Roche hatte großen Anteil daran. Was passierte dann mit Ihnen?

Hewitt: Auf Grund des enormen Kraftaufwandes meines Spiels bekam ich immer mehr Hüftprobleme, sehr schmerzhaft. Oft machte die Hüfte regelrecht zu, und an Tennis war da nicht zu denken. Deshalb ließ ich mich letztes Jahr im März an der Hüfte operieren. Dabei wurde mir sogar ein Teil des Knochens entfernt.

Sport1.de: Und wie fühlen Sie sich jetzt?

Hewitt: Wie erleichtert. Ich spiele schon das ganze Jahr ohne Schmerzen und habe meines Erachtens beim Turnier in Memphis und bei meinem Sieg in Houston im April schon wieder mein bestes Tennis gespielt.

Sport1.de: Wie kamen Sie ausgerechnet zu dem relativ kleinen Turnier nach München?

Hewitt: Das habe ich Patrik Kühnen zu verdanken, der mich oft anrief und mir immer wieder sagte, dass er eine Wildcard für mich parat halten würde. Diese Option habe ich dann letzten Donnerstagabend gezogen und bin hierher geflogen.

Sport1.de: Wie man sieht, mit eigenem Physiotherapeuten...

Hewitt: ...ohne den geht gar nichts mehr. Der ist immer dabei und kümmert sich auch um meine Beweglichkeit.

Sport1.de: Sie trainierten in München mit Nicolas Kiefer. Der gewann sein Erstrundenspiel. Ein gutes Omen? (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Hewitt: Nicolas ist ein feiner Kerl, den ich ja schon lange kenne. Bei meinem Dreisatzsieg Anfang des Jahres beim Hopman Cup in Australien hatte ich so meine liebe Mühe mit ihm. Wenn ich hier erfolgreich sein will, muß ich jeden schlagen. Für mich gilt seit meiner Operation für mein Comeback nur, Matchpraxis zu bekommen und von Spiel zu Spiel zu denken. Aber ich will natürlich auch in München gewinnen. Der Sieg in Houston hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben, denn so eine schwierige Phase, wie ich sie mit meiner Hüfte hatte, bleibt natürlich im Kopf.

Sport1.de: Was sind Ihre Ziele im Tennis?

Hewitt: Natürlich will ich möglichst wieder Richtung Weltranglisten-Spitze. Aber noch sind mir Ranglistenpositionen egal.

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