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Daniel Brands spielte bei den French Open 2008 sein einziges Grand-Slam-Turnier © getty

Die Nummer 141 der Welt landet in München nach einem Thriller ihren größten Erfolg. Beck scheitert dagegen trotz großen Kampfs.

München - Nach dem Debakel der deutschen Davis-Cup-Spieler (Nach Kohlschreiber scheitert auch Kiefer) ruhen die nationalen Hoffnungen beim ATP-Turnier in München nun auf einem Außenseiter.

Während nach dem teilweise blamablen Ausscheiden von Rainer Schüttler, Philipp Kohlschreiber und Nicolas Kiefer nach großem Kampf auch Andreas Beck bereits im Achtelfinale scheiterte, zog Daniel Brands als einziger von elf gestarteten Deutschen in die Runde der letzten Acht ein.

Der 21 Jahre alte Niederbayer erreichte bei den mit 450.00 Euro dotierten BMW Open durch ein 6:4, 3:6, 7:6 (8:6) gegen den Franzosen Julien Benneteau zum ersten Mal in seiner Karriere ein ATP-Viertelfinale.

Dort steht als letzte Hauptattraktion auch Turnierfavorit Lleyton Hewitt. Der ehemalige Weltranglistenerste besiegte den Qualifikanten Thiemo De Bakker (Niederlande), in der ersten Runde Bezwinger von Schüttler, mit 6:3, 6:4.

Berdych bricht die Gegenwehr

Wie Brands hatte auch Beck bei Sonnenschein auf der Anlage des MTTC Iphitos die Chance auf eine Überraschung.

Der Ravensburger, der jüngst mit seinem Vorstoß ins Viertelfinale des Masters-Turniers in Monte Carlo für Aufsehen gesorgt hatte, unterlag nach furiosem Start und energischer Gegenwehr allerdings Tomas Berdych:

Der in München an Nummer vier gesetzte Tscheche siegte nach 2:30 Stunden mit 1:6, 6:4, 7:6 (7:4). Er trifft nun auf den niederländischen Qualifikanten Thiemo De Bakker oder den ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt aus Australien. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

"Dass ich hier ausgeschieden bin, ist für mich sehr bitter nach so einem Match", sagte der 23 Jahre alte Beck nach seiner denkbar knappen Niederlage zerknirscht. Das Turnier, ergänzte er, sei "eine Enttäuschung" für ihn: "Ich bin ja auch hier, um so ein Turnier mal zu gewinnen."

Nun gegen Starace

Brands, der sonst bei Challenger-Turniere teilnimmt und in der Weltrangliste derzeit lediglich Position 141 belegt, war dank einer Wildcard von Turnierdirektor Patrik Kühnen ins Hauptfeld gerutscht.

Sein Gegner Benneteau steht im ATP-Ranking immerhin 95 Plätze weiter oben. (Die ATP-Weltrangliste)

In der Runde der letzten Acht trifft Brands nun auf Potito Starace. Die italienische Nummer drei setzte sich gegen seinen leicht favorisierten Landsmann und Vorjahresfinalist Simone Bolelli mit 6:4, 7:6 (7:5) durch.

Gerne auf engem Court

"Ich bin sicher nicht der Favorit, der das gewinnen muss, aber eine kleine Chance habe ich schon", sagte Brands zum bevorstehenden Viertelfinal-Auftritt, den er selbst als seinen "größten Erfolg" bezeichnete: "Ich freue mich ungemein."

Dass er nun der letzte deutsche Hoffnungsträger ist, sieht der zurückhaltende Außenseiter

"gelassen". Ebenso die Aussicht, nun erstmals auf dem Centre Court spielen zu müssen.

Die Begegnung gegen Benneteau hatte Brands auf seinen eigenen Wunsch hin auf dem zweiten, wesentlich kleineren Hauptplatz bestritten: "Das ist mein Lieblingsplatz, weil er sehr eng ist. Da kann ich gut mit meinem Aufschlag arbeiten."

Drei Breaks - drei Rebreaks

Brands, ein 195 Zentimeter großer Rechtshänder, der in der zweiten Bundesliga für den TC Großhesselohe am südlichen Stadtrand von München spielt, ist bereits im vierten Jahr Tennis-Profi.

Als bislang größten Erfolg hatte er den Sieg bei einem Challenger im vergangenen Jahr im rumänischen Timisoara vorzuweisen.

Bei seinem zweiten Auftritt auf der Anlage des MTTC bewies er große Kämpferqualität. Drei Aufschlagverluste im dritten Satz konterte er jeweils mit einem Rebreak, im Tiebreak nutzte er dann nach 2:15 Stunden seinen dritten Matchball.

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