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Daniel Brands erspielte auf der ATP-Tour bisher rund 180.000 US-Dollar © getty

In München kommt Daniel Brands auch Potito Staraces Aufgabe zugute. Der Top-Star des Turniers muss die Segel streichen.

München - Außenseiter Daniel Brands hat überraschend die deutschen Hoffnungen beim ATP-Turnier in München am Leben gehalten.

Der 21 Jahre alte Niederbayer, der nur dank einer Wildcard in das Hauptfeld gerutscht war, steht bei den mit 450.000 Euro dotierten BMW Open im Halbfinale. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Bei seiner ersten Teilnahme in der Runde der letzten Vier auf der ATP Tour, die ihm schon ein persönliches Rekordpreisgeld von 20.000 Euro beschert, trifft Brands auf den Russen Michail Juschni.

"Ein bisschen schade"

"Ich werde mein Bestes geben", versprach der zurückhaltende Deggendorfer, der für den TC Großhesselohe im Süden von München in der zweiten Bundesliga gemeldet ist.

Brands profitierte am Freitag auf der Anlage des MTTC Iphitos auch von der Verletzung seines Gegners. Der Italiener Potito Starace, in der Weltrangliste rund 50 Plätze vor dem jungen Deutschen positioniert, musste beim Stand von 6:4, 1:1 für Brands wegen Oberschenkelproblemen aufgeben.

"Es ist ein bisschen schade, dass ich keinen Matchball spielen konnte", sagte Brands, konnte die Freude über den größten Erfolg in seiner Karriere aber auch nicht verhehlen: "Ich freue mich riesig."

Hewitt ist raus

Die Probleme von Starace hatten sich auf der Anlage offenbar schon herumgesprochen, auch bis zu Brands, der am Freitag erstmals auf den Center Court durfte. Der 1,95 Meter lange Schlaks bekannte nach der abgebrochenen Begegnung jedenfalls, es sei "gar nicht so einfach gewesen", die Verletzung des Gegners zu verdrängen.

An den größten Scheck der Karriere mochte er dagegen nicht denken: "Darauf schaue ich nicht." Als Finalist würde er 37.700 Euro erhalten, als Turniersieger 71.700 Euro sowie einen schnittigen Sportwagen.

"Ich komme dem Wagen näher", sagte Brands nach dem Einzug in die Vorschlussrunde mit einem Schmunzeln, "aber daran brauche ich noch gar nicht zu denken". Sein Trainer Markus Wislberger erwähnte aber schon mal im Scherz, dass er das sportliche Fahrzeug bekomme, Brands sei ja wohl etwas zu groß dafür.

Ein möglicher Konkurrent im Finale wäre der an Nummer vier gesetzte Tomas Berdych (Tschechien), der den früheren Weltranglistenersten Lleyton Hewitt (Australien) in einem hochklassigen Spiel 4:6, 6:3, 7:6 (7:4) besiegte und nun auf Marin Cilic (Kroatien/Nr. 2) oder Jeremy Chadry (Frankreich) trifft.

Gemeinsames Training in Paris

Doch zunächst steht Brands ein alter Bekannter in München im Weg. Michail Juschni war der Finalist des Jahres 2007, als Philipp Kohlschreiber am Aumeister sein erstes ATP-Turnier gewann.

Der 26 Jahre alte Russe steht derzeit nur auf Rang 64 der Weltrangliste, immer noch weit besser als Brands (141.). (Die ATP-Weltrangliste)

Sein erstes Halbfinale auf der Tour seit Januar 2008 erreichte er durch ein 7:5, 3:6, 6:3 gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu. Mit Juschni hat Brands im vergangenen Jahr in Paris mal trainiert.

Zweimal bis ins Achtelfinale

In München steht Brands erst zum sechsten Mal im Hauptfeld eines "richtigen" Turniers. Schon 2005 wurde er Profi, seitdem hat er vor allem Future- oder Challenger-Wettbewerbe gespielt.

Auf der ATP-Tour hat er bislang zweimal ein Achtelfinale erreicht, vor zwei Jahren in München, im Vorjahr in Kitzbühel. Bei den French Open 20087 hatte er sich über die Qualifikation bis ins Hauptfeld gespielt.

Doch der Einzug ins Viertelfinale der BMW Open 2009 ist nach eigenem Bekunden sein größter Erfolg.

Zwei echte Überraschungen

Für seine Verhältnisse hatte Brand in München gleich für zwei Überraschungen gesorgt. In der ersten Runde setzte er sich in zwei Sätzen gegen Stefan Koubek durch.

Der Österreicher ist nach einer Verletzung derzeit noch jenseits der 200 auf der Weltrangliste zu finden, aber normalerweise trotzdem eine Nummer zu groß für den Deutschen.

In der zweiten Runde besiegte Brands dann den Franzosen Julien Bennetaeu, immerhin 46. der Weltrangliste. (Brands rückt die Deutschen ins rechte Licht)

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