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Daniel Brands ist beim Zweitligisten TC Groß- hesselohe die Nummer 2 hinter Ernest Gulbis © getty

Der Siegeszug des Weltranglisten-141. endet im Halbfinale von München. Dabei hatte er Michail Juschni am Rand der Pleite.

München - Der Sieg war zum Greifen nah, doch dann zitterte dem krassen Außenseiter Daniel Brands die Hand.

Vier Breakbälle zum 5:3 im dritten Satz ließ der Niederbayer ungenutzt, anschließend machte sein Gegner Michail Juschni im Halbfinale des ATP-Turniers in München kurzen Prozess.

Mit einem knappen 3:6, 6:3, 6:4 verwehrte der Russe dem 21 Jahre alten Deutschen, der nur mit einer Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, den Einzug ins Endspiel der BMW Open - und damit auch die Chance auf das Preisgeld von 71.700 Euro und einen Sportwagen für den Sieger. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Aus Mangel an Erfahrung

Nach dem ersten ATP-Halbfinale seiner Karriere konnte Brands nicht anders, als seinen vergebenen Chancen hinterherzutrauern.

Die Breakbälle, stellte er fest, "habe ich leichtfertig verschenkt". In dieser Phase des ausgeglichenen Matches machte sich darüber hinaus die mangelnde Routine bemerkbar.

"Mir fehlt noch die Erfahrung auf diesem Niveau", sagte Brands. Gleich im Anschluss verlor er seinen Aufschlag, nach 1:56 Stunden nutzte Juschni, als 64. der Weltrangliste deutlich höher platziert als sein Gegner (141.), dann seinen ersten Matchball. (Die ATP-Weltrangliste)

Höchstes Lob vom Turnierdirektor

Von Turnierdirektor Patrik Kühnen erhielt Brands, der bei seiner sechsten Teilnahme an einem ATP-Turnier erstmals über das Achtelfinale hinausgekommen war, trotz der Niederlage höchstes Lob.

"Er hat ein fantastisches Turnier gespielt", betonte der deutsche Davis-Cup-Teamchef, wies den Aufsteiger der Woche allerdings auch nochmal auf die leichtfertig vergebenen Breakchancen hin: "Diese Bälle zu machen, das ist der nächste Schritt für ihn."

Irgendwann, versicherte Brands, werde er sich tatsächlich das schmucke Cabrio holen, das den Turniersieger von München zusätzlich lockt.

Sieg gegen Bennetau als Schlüssel

Trotz der ersten Enttäuschung wollte auch Brands seine Leistungen auf der Anlage des MTTC Iphitos nicht kleinreden. "Ich glaube, ich habe ein gutes Turnier gespielt", sagte der 1,95 Meter lange Aufschlag-Riese zurückhaltend.

Zunächst hatte er gegen Stefan Koubek aus Österreich gewonnen, danach gegen den Franzosen Julien Bennetau (46. der Weltrangliste). "Dieser Sieg hat mich beflügelt", bekannte Brands.

Im Viertelfinale führte er 6:4, 1:1, 15:0 gegen Potito Starace (95. der Weltrangliste), ehe der Italiener wegen Oberschenkelproblemen das Match vorzeitig beenden musste. (Brands bekommt Halbfinale halb geschenkt)

ATP-Verdienst beinahe verdoppelt

Eine Finalteilnahme von Brands wäre die erste für einen deutschen Spieler seit dem vergangenen Oktober gewesen, als Philipp Petzschner (Bayreuth) das Turnier in Wien gewann.

Letzter Sieger am Aumeister in München war 2007 Philipp Kohlschreiber gewesen - mit einem Finalsieg gegen Juschni.

Finanziell haben sich die BMW Open für Brands aber dennoch gelohnt. Bei seinen vorherigen fünf Starts bei ATP-Turnieren spielte er 29.896 Dollar ein, in München hat er diese Summe durch die 20.000 Euro für den Halbfinal-Einzug nun beinahe verdoppelt.

Juschni zum zweiten Mal Finalist

Für Juschni ist es die zweite Endspielteilnahme in München nach 2007. Nach der Final-Niederlage im Einzel gegen Kohlschreiber hatte der 26-Jährige damals im Anschluss die Doppel-Konkurrenz gewonnen - an Kohlschreibers Seite.

Diesmal trifft Juschni, der sein erstes Finale seit Januar 2008 erreicht hat, auf den an Nummer vier gesetzten Tomas Berdych.

Der Tscheche setzte sich mit mehr Mühe als erwartet mit 6:1, 5:7, 6:2 gegen Jeremy Chardy aus Frankreich durch.

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