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Rainer Schüttler gewann 2004 Olympia-Silber im Doppel © getty

Zum Auftakt des World Team Cup verliert Rainer Schüttler gegen den US-Amerikaner Sam Querry. Doch er sieht einen Aufwärtstrend.

Düsseldorf - Rainer Schüttler war trotz der Niederlage gegen den Amerikaner Sam Querrey zum Auftakt des World Team Cups in Düsseldorf guter Dinge.

"Es wird auch wieder andere Tage geben", sagte der 33-jährige Korbacher nach dem 6:2, 4:6, 2:6, das Querrey nach 1:45 Stunden mit dem ersten Matchball besiegelte: "Es wird wieder Tage geben, an denen ich in die Ecken treffe, da mache ich mir keine Sorgen."

Die Partie der roten Gruppe zwischen Gastgeber Deutschland und den USA wird am Montag (ab 13 Uhr) fortgesetzt, wenn sich zunächst aller Voraussicht nach Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Mardy Fish gegenüberstehen. Anschließend findet das Doppel statt.

Zunehmend in der Defensive

In der ersten Partie der blauen Gruppe ging Russland am Sonntag gegen Italien mit 1:0 in Führung. Jewgei Korolew gewann 6:4, 6:4 gegen Andreas Seppi.

Die letzten Wochen waren sportlich nicht einfach für Rainer Schüttler, und auch in Düsseldorf war ihm am Sonntag kein Erfolgserlebnis vergönnt. (Kühnen doch Chef von Schüttlers Gnaden)

Schüttler gewann den ersten Satz, in dem Querrey mit seinem ersten Aufschlag Probleme hatte, zwar mühelos mit 6:2, doch als der Amerikaner im zweiten und dritten Satz traf, wurde der Deutsche mehr und mehr in die Defensive gedrängt.

Karriereende - kein Thema!

"Es ist schwierig, wenn einem jeder Aufschlag mit 210 km/h um die Ohren fliegt", sagte der Hesse mit dem lichter werdenden blonden Haar: "Trotzdem finde ich, dass ich kein schlechtes Tennis gespielt habe." (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Im Vergleich zu den ersten diesjährigen Matches auf Sand, so Schüttler, sei Düsseldorf eine deutliche Verbesserung gewesen, und deshalb war ihm auch nicht nach Trübsal blasen.

"Jedes Mal, wenn ich verliere, will man mir ein Karriereende einreden", sagte er und machte dabei ein ganz fröhliches Gesicht: "Daran verschwede ich überhaupt keinen Gedanken, ich fühle mich wohl und hoffe doch, dass ich noch ein paar schöne Turniere spielen kann."

Bloß nicht Wimbledon versäumen

Bis zu dem Turnier, bei dem er im vergangenen Jahr für Furore gesorgt hatte, sind es jedenfalls nur noch fünf Wochen.

Wimbledon 2008 war ein Highlight in der Karriere des Tennisprofis Rainer Schüttler, erst im Halbfinale scheiterte er damals an Spaniens Überflieger Rafael Nadal.

"Das hätte ich versäumt, wenn ich beispielsweise mit 30 zurückgetreten wäre, und das wäre sehr schade gewesen", sagte er in Düsseldorf.

"Hut ab" vor Burgsmüller

Und außerdem hat ein so bodenständiger Mensch wie Rainer Schüttler die Karriere nach der Karriere ja schon längst im Kopf durchgeplant: "Ich weiß seit langem genau, was ich machen will, und ich mache hin und wieder auch schon ein paar andere Sachen neben dem Tennis."

Ein so ehrgeiziges Ziel wie es der einstige Kollege Lars Burgsmüller derzeit verfolgt, hat Rainer Schüttler aber dann doch nicht: "Der Buggi studiert jetzt Medizin, da sage ich nur: Hut ab. Das wäre mir glaube ich zu hart."

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