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Rainer Schüttler gewann 2004 in Athen mit Nicolas Kiefer Olymia-Silber © getty

Rainer Schüttler gewinnt das Auftakteinzel beim World Team Cup gegen den Franzosen Gilles Simon und holt seinen 300. ATP-Sieg.

Düsseldorf - Mit einem persönlichen Befreiungsschlag hat Rainer Schüttler die deutsche Mannschaft beim Arag World Team Cup in Düsseldorf im zweiten Gruppenspiel gegen Frankreich 1:0 in Führung gebracht.

Der 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Weltranglistensiebten Gilles Simon beendete nach sechs Niederlagen in Folge die sportliche Durststrecke des 33-jährigen Korbachers, die seit dem Masters-Turnier im März in Miami andauerte.

Gleichzeitig feierte der Routinier seinen 300. Sieg auf der ATP-Tour (bei 290 Niederlagen) und seinen ersten Saisonsieg auf Sand. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Guter Schlaf dank Führung

"Das fühlt sich natürlich gut an", sagte ein sichtlich erleichterter Rainer Schüttler, stellte aber sofort klar: "Es freut mich umso mehr, dass ich der Mannschaft diesmal eine Führung bescheren konnte. So lässt es sich ruhiger schlafen."

Sein erstes Einzel am Sonntag gegen Sam Querrey (USA) hatte er 6:2, 4:6, 2:6 verloren, so dass die Teamkollegen Philipp Kohlschreiber sowie das Doppel Nicolas Kiefer/Mischa Zverev die Kohlen aus dem Feuer mussten. (Deutschland besiegt USA)

Nun kann der Augsburger Kohlschreiber am Mittwoch mit einem Erfolg gegen Jo-Wilfried Tsonga den Sieg gegen Frankreich vorzeitig perfekt machen und die deutsche Mannschaft dem Finaleinzug näher bringen.

Gelingt Deutschland gegen Frankreich der zweite Erfolg, entscheidet das abschließende Aufeinandertreffen mit Schweden ab Donnerstag über den Gruppensieg.

Schweden bereits durch

Denn der Titelverteidiger konnte nach dem Sieg gegen Frankreich auch das zweite Spiel bereits für sich entscheiden.

Nach dem 7:5, 6:4-Erfolg von Andreas Vinciguerra gegen Robby Ginepri sorgte Robin Söderling mit dem 6:2, 6:2 gegen Sam Querrey für das 2:0 des Vorjahressiegers gegen die USA.

Auch Serbien führt uneinholbar

In der blauen Gruppe steht Serbien in der Partie gegen Russland ebenfalls bereits als Sieger fest.

Janko Tipsarevic bezwang den russischen Youngster Stanislaw Wowk klar mit 6:2, 6:4.

Im Anschluss kam Viktor Troicki zu einem 6:2, 6:2-Erfolg gegen Jewgeni Korolew.

Im Duell zwischen Argentinien und Italien sind die Südamerikaner nach dem 6:3, 6:4 von Juan Martin Del Potro über Andreas Seppi vor dem zweiten Einzel am Mittwoch mit 1:0 im Vorteil.

Schüttler kann Tennis spielen - meistens

Schüttler zeigte sich nach seiner Partie erleichtert, aber nicht unbedingt überrascht über sein gutes Spiel.

"Ich weiß ja, dass ich Tennis spielen kann", sagte der Wimbledon-Halbfinalist, fügte allerdings hinzu: "Meistens jedenfalls." (Schüttler hofft auf andere Tage)

Nun hofft er, dass das Erfolgserlebnis von Düsseldorf eine Initialzündung für den Rest der Saison sein könnte: "Wenn es nun gerade vor den French Open in Paris auf Sand besser läuft, nehme ich das natürlich dankend an."

Gegen Simon mit der "richtigen Mischung"

Ausgerechnet gegen Gilles Simon, gegen den er in den vorigen vier Begegnungen stets verloren hatte, fand Schüttler dieses Mal "die richtige Mischung".

Wie bei der Niederlage gegen Querrey begann er den ersten Satz druckvoll und ging 3:0 in Führung.

Dann allerdings verlor der Routinier kurzfristig seinen Rhythmus. Als der 24-jährige Franzose auf 5:4 herankam, machte Schüttler seinem Ärger Luft und schleuderte wütend seinen Schläger zu Boden.

Diese Maßnahme zeigte Wirkung. Schüttlers Konzentration kehrte zurück, und nach 1:33 Stunden Spielzeit konnte der Hesse endlich wieder einmal die Siegerfaust in die Luft strecken - das hatte er zuletzt nach seinem Erfolg gegen den Finnen Jarkko Nieminen in Miami getan.

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