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In Madrid triumphierte Roger Federer über den Tabellenersten Rafael Nadal © getty

Der nächste Angriff auf die Krone bei den French Open steht für den Schweizer unter einem guten Stern. Das Selbstvertrauen wächst.

Von Benjamin Bauer

Im Tennis gibt es viele Spieler, deren Karrieren mit dem Attribut "unvollendet" verbunden werden.

Boris Becker schaffte es nicht, ein Einzelturnier auf Sand zu gewinnen, Ivan Lendl verpasste es, in Wimbledon zu triumphieren und Pete Sampras kam bei den French Open (Ab Sonntag LIVESCORES) nie über das Halbfinale hinaus.

Ähnliches will Roger Federer vermeiden. Der Schweizer, der in seiner Laufbahn so ziemlich alles erreicht hat, hat einen großen Traum: den Titel beim zweiten Grand-Slam des Jahres. In den vergangenen Jahren zerstörte der Spanier Rafael Nadal diesen Traum. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Doch der Schweizer schöpft für 2009 neuen Mut. Immerhin hat er den Spanier im Finale von Madrid nach fünf Niederlagen in Serie geschlagen - auf Sand wohlgemerkt (Federer schlägt Nadal).ad

"Manchmal reicht ein Erfolgserlebnis"

Den Mut schöpft er vor allem aus seiner Athletik. "Ich fühle mich viel frischer und fitter", sagte der 27-Jährige im Interview bei "Welt-Online".

Die körperliche Komponente wird in Paris keine unwichtige Rolle spielen. In Madrid ging es über zwei Gewinnsätze, in Paris aber muss er sich im Best-of-Five"-Modus durchbeißen.

Neben der Physis war der Erfolg in Madrid auch wichtig für den Kopf: "Manchmal reicht ein großes Erfolgserlebnis. Alles geht und kommt im Tennis sehr schnell", so der 13-fache Grand-Slam-Turniersieger.

Ein Titel fehlt noch

Einen Titel mehr hat Rekordhalter Pete Sampras. Dessen Rekord jagt der Schweizer - aber nicht mehr ganz so verbissen wie früher.

"Vor ein paar Jahren habe ich gesagt: Lasst mich erstmal zehn Titel gewinnen, dann reden wir drüber. Nun bin ich verdammt nah dran und würde es auch gern schaffen. Aber ich verfolge das nicht mit krankhaftem Ehrgeiz. Das wird mir zwar gern unterstellt, ist aber nicht so. Ich lese: Federer scheitert in Wimbledon, in Australien, weil er den Sampras-Rekord vor Augen hat. Das ist albern."

Der Nachwuchs ist auf dem Weg

Es scheint etwas Gelassenheit im Hause Federer Einzug gehalten zu haben. Aus dem Tennisprofi Federer wird demnächst ein Familienoberhaupt. Nachdem er kürzlich seine Freundin Miroslava Vavrinec heiratete erwartet das Pärchen im Sommer Nachwuchs.

Den damit verbundenen Änderungen sieht er positiv entgegen: "Das wird mir einen Schub geben. Unser gemeinsamer Traum war immer, dass unsere Kinder auf die Welt kommen, wenn ich noch Tennis spiele. Und jetzt ist das erste Kind unterwegs, und ich spüre schon eine große Vorfreude."

Harte Arbeit für den Traum

Satt ist der Schweizer trotz der großen Erfolge noch lange nicht. "Ich liebe diesen Sport unheimlich. Es gibt vielleicht mal einen Tag im Jahr, wo ich denke: Jetzt wäre es aber schön, daheim zu bleiben. Als Junior hatte ich schon diese Null-Bock-Tage, da habe ich mich einfach auf mein Talent verlassen".

Talent allein wird ihm bei den French Open ab Sonntag nicht reichen, um seine Konkurrenten und allen voran Rafael Nadal niederzuringen.

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