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Tommy Haas gewann erstmals seit seinem Sieg Memphis 2007 ein ATP-Turnier © imago

Tommy Haas gewinnt erstmals in seiner Karriere ein Rasenturnier. In Halle wirft ihn auch ein schwacher Tiebreak nicht um.

Halle/Westfalen - Mit einer eindrucksvollen Rückkehr zur alten Stärke hat Tommy Haas die Gerry Weber Open im westfälischen Halle gewonnen.

28 Monate nach dem letzten Turniersieg im Februar 2007 in Memphis setzte sich der 31-Jährige im Finale des Rasenturniers gegen die neun Jahre jüngere Nummer vier der Welt, den Serben Novak Djokovic, 6:3, 6:7 (4:7), 6:1 durch. (DATENCENTER: Die Ergebnisse aus Halle)

Für Haas war es der insgesamt zwölfte Triumph seiner Karriere, zugleich der erste auf Rasen.

Haas, der somit Turniersiege auf allen Belägen feiern konnte, beendete nach zahlreichen Rückschlägen durch eine langwierige Schulterverletzung auch für die Tennis-Fans in Halle eine neun Jahre lange Durststrecke.

Er gewann das "Heimspiel" als vierter deutscher Profi nach David Prinosil (2000), Nicolas Kiefer (1999) und Michael Stich (1994).

Djokovic gratuliert fair

Haas war nach dem Sieg überglücklich, gleichzeitig aber auch überrascht: "Es ist unglaublich. Als ich angereist bin, hätte ich nie geglaubt, dass ich den Titel hier gewinnen kann."

Er bedankte sich beim Publikum "für die tolle Unterstützung, es war eine wunderbare Woche für mich."

Der unterlegene Top-Favorit Djokovic gratulierte fair zum Sieg: "Tommy hat den Sieg absolut verdient. Ich hatte viel Glück, dass ich überhaupt den zweiten Satz gewinnen konnte."

Haas mit Mut zum Risiko

Bei der Rasen-Generalprobe für das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon (22. Juni bis 5. Juli) hatte Haas, der bei seinem zehnten Auftritt in Halle mit einer Wildcard angetreten war, bereits im Achtelfinale für Aufsehen gesorgt, als er den Weltranglistenneunten Jo-Wilfried Tsonga (Frankreich/Nr. 4) in einem hochklassigen Match 6:3, 7:6 (7:3) ausschaltete.

Mit der lautstarken Unterstützung der Zuschauer im ausverkauften Gerry Weber Stadion, darunter Haas' amerikanische Verlobte Sara Foster sowie seine Schwester Sabine, zeigte sich der Publikumsliebling im Finale hochkonzentriert. Mit dem nötigen Mut zum Risiko versuchte er auch die schwierigsten Schläge - und wurde dafür in den entscheidenden Situationen belohnt.

Djokovic zertrümmert Schläger

Im Entscheidungssatz verlor Djokovic nach dem Break zum 0:2 die Nerven und schlug mehrfach mit seinem Schläger auf den Boden.

Haas bewahrte trotz der schwülen Witterung wegen des geschlossenen Dachs einen kühlen Kopf und verwandelte nach 2:12 Stunden seinen ersten Matchball.

Bestätigung der Form von Paris

Zuvor hatte Haas auch bei den French Open auf dem von ihm so ungeliebten Sand geglänzt, als er in Paris den späteren Champion Roger Federer in einem Fünfsatzmatch mit einer 2:0-Satzführung an den Rand der Niederlage brachte.

Nun bestätigte er seine starke Form auch gegen Djokovic, gegen den ihm im dritten Aufeinandertreffen der erste Sieg gelang.

Prestige-Erfolg gegen Kohlschreiber

Im Halbfinale am Samstag hatte sich Haas in einem spannenden Tiebreak im Prestigeduell mit der sechs Jahre jüngeren deutschen Nummer eins, Philipp Kohlschreiber, 2:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7: 3) durchgesetzt.(Haas gewinnt Nervenschlacht)

Der fünfmalige Sieger und Rekordhalter Federer hatte zwei Tage nach seinem French-Open-Triumph aufgrund von Erschöpfung auf die Titelverteidigung bei den Gerry Weber Open verzichtet.

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