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Benjamin Becker bejubelt in 's-Hertogenbosch seine lang ersehnte Titel-Premiere © getty

Und das gegen den Lokalmatadoren Raemon Sluiter: Benjamin Becker feiert in 's-Hertogenbosch seinen lang ersehnten Turnier-Triumph.

's-Hertogenbosch - Darauf hatte er eine gefühlte Ewigkeit gewartet:

Keine 48 Stunden vor dem Wimbledon-Start hat Benjamin Becker bei der Generalprobe im niederländischen ´s-Hertogenbosch seinen ersten Titel auf der ATP Tour gewonnen.

Der 28-Jährige aus Orscholz bezwang im Finale den Lokalmatador Raemon Sluiter nach 75 Minuten mit 7:5, 6:3 und ist bestens für den Auftritt im Mekka des Rasentennis (22. Juni bis 5. Juli) gerüstet.

Der Triumph ist obendrein ein historischer: Denn Becker ist der erste Qualifikant, der den Wettbewerb in 's-Hertogenbosch gewinnt. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Besser als die "Katze"

Und: Als letzter Deutscher überhaupt war Karsten "Katze" Braasch 1994 ins Finale des Rasen-Turniers vorgerückt. (Becker tut's der "Katze" gleich).

Der letzte deutsche Sieg gelang 1992 Michael Stich ein Jahr nach seinem Erfolg in Wimbledon.

"Das ist ein großartiges Gefühl, denn ich arbeite schon seit sehr langer Zeit, um endlich einmal so einen Moment zu erleben", sagte Becker bei der Siegerehrung.

Und gestand: "Ich hätte nie gedacht, dass ich noch mal ein Turnier gewinne."

Für den Weltranglisten-82., der einen Siegerscheck über 71.700 Euro erhielt, war es das zweite Endspiel auf der Tour.

Vorher nur einmal im Finale

Im September 2007 hatte er das Finale von Bangkok gegen den Russen Dimitri Tursunow 2:6, 1:6 verloren.

Rechtzeitig vor den am Montag beginnenden All England Championships, bei denen Becker in der ersten Runde auf den Kroaten Roko Karanusic trifft, zeigen sich damit die deutschen Tennisprofis weiter in aufsteigender Form.

Denn sechs Tage vor Becker feierte mit Tommy Haas (Sarasota-USA) beim Rasenturnier in Halle/Westfalen ein weiterer Deutscher einen Turniersieg. Für den 31-Jährigen war es der erste Turniersieg seit 20 Monaten und der erste Titel auf Rasen.

Zurückgekämpft in die Top 100

Der gebürtige Saarländer Becker hatte sich im Laufe des Jahres 2009 über zahlreiche Challenger-Turniere zurück in die Top 100 der Welt gekämpft. Er gewann die Wettbewerbe in Cremona/Italien, Rhodos/Griechenland, Baton Rouge/USA und Heilbronn.

Mit dem Erreichen des Viertelfinales in Halle bewies Becker in der Vorwoche bereits eine gute Rasen-Form.

Trotzdem überraschte ihn der Sieg nun: "Ich war nach Halle ziemlich müde und habe auch hier in der Qualifikation nicht gut gespielt."

Gegen Sluiter, die Nummer 866 der Welt, ließ sich Becker als Weltranglisten-82. auch durch zwei vergebene Breakchancen im ersten Satz nicht aus dem Konzept bringen. Bis zum Stand von 5:5 hatten beide Akteure ihre Aufschlagspiele durchgebracht. Als Sluiter gegen den Satzverlust aufschlug, schaffte Becker das erste Break zum 7:5.

Sternstunde einst gegen Agassi

Im zweiten Durchgang war Becker auf dem Centre Court des "Autotron Rosmalen" dann klar tonangebend.

Der Saarländer zog auf 3:0 davon und machte den Triumph schließlich bei eigenem Service mit 6:3 perfekt.

Seinen bislang größten Auftritt hatte Becker als Qualifikant bei den US Open 2006, als er in der dritten Runde überraschend die Karriere von Andre Agassi beendete.

Der Saarländer bezwang damals seinen berühmten Konkurrenten mit 7:5, 6:7, 6:4, 7:5 und erreichte erstmals das Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers.

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