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Simon Greul klettert durch das Ergebnis in Hamburg in der Weltrangliste nach oben © getty

Der Stuttgarter unterliegt dem Spanier im Viertelfinale am Rothenbaum klar. Greul ist mit seinem Abschneiden dennoch zufrieden.

Hamburg - Die Hoffnung der 5000 Zuschauer wich sehr schnell der Ernüchterung und der Erkenntnis: David Ferrer ist für Simon Greul zu stark.

Der letzte deutsche Tennisprofi bei den International German Open in Hamburg war bei seiner 2:6, 3: 6-Halbfinalniederlage gegen den ehemaligen Weltranglisten-Vierten aus Spanien chancenlos.

Das bedeutendste deutsche Tennisturnier findet damit auch in diesem Jahr in der entscheidenden Phase ohne heimische Spieler statt.

Tommy Haas war 1997 der letzte deutsche im Halbfinale am Rothenbaum.

Mathieu gegen Dawydenko im Finale

Im Halbfinale war Ferrer dann jedoch gegen den an zwei gesetzten Nikolai Davydenko chancenlos und verlor mit 5:7 und 6:7.

Der Russe trifft am Sonntag im Finale der International German Open am Hamburger Rothenbaum auf den Franzosen Paul-Henri Mathieu.

Mathieu setzte sich im anderen Halbfinale vor 5.400 Zuschauern mit 4:6, 6:3, 7:5 gegen den Qualifikanten Pablo Cuevas aus Uruguay durch. Im direkten Vergleich zwischen beiden Spielern steht es bislang 3:3. (DATENCENTER: Alle Tennis-Ergebnisse)

Der an zwei gesetzte Dawydenko wurde mit der Finalteilnahme seiner Favoritenrolle am Rothenbaum bislang gerecht.

Davidenko wird Favoritenrolle gerecht

Der 28-Jährige war in diesem Frühjahr erstmals seit vier Jahren aus den Top-Ten der Weltrangliste gefallen, weil er über zwei Monate wegen einer Fersenverletzung pausieren musste, zeigte aber zuletzt wieder eine ansteigende Formkurve.

Dawydenko scheiterte 2005 im Hamburger Halbfinale an Roger Federer. Er greift am Sonntag nach dem 15. Titel seiner Karriere.

Mathieu wird sich sich durch den Einzug ins Endspiel im neuen ATP-Ranking ab Montag von Platz 39 auf einen Rang um die Top 30 verbessern.

Mathieu kelttert in Weltrangliste

Er gewann bislang vier Turniere in seiner Laufbahn. Der Elsässer, der im Achtelfinale den deutschen Aufsteiger Daniel Brands ausschaltete, ist der erste Franzose im Rothenbaum-Endspiel seit Richard Gasquet, der 2005 Roger Federer unterlag.

Letzter französischer Champion in der Hansestadt war Henri Leconte 1986.

Greul rückt ebenfalls vor

Simon Greul hatte sich erst in der Nacht zum Freitag für sein erstes Viertelfinale bei einem ATP-Turnier qualifiziert. Um 23.46 Uhr verwandelte er den Matchball zum 7:5, 7:6 (9:7)-Erfolg über den Spanier van Navarro. (Greuls langer Atem - "Kohli" und Brands raus)

Dementsprechend kurz war seine Nacht nach dem größten Erfolg seiner Karriere, der ihm ein Preisgeld von 23.200 Euro und 90 Punkte in der Weltrangliste einbrachte.

Damit wird er sich im neuen Ranking am Montag um etwa zehn Plätze etwa auf den 66 Rang verbessern.

"Ich freue mich riesig"

"Ich freue mich riesig, dass ich am Rothenbaum überhaupt so weit gekommen bin, für uns deutsche Spieler ist das immer noch eines der bedeutendsten Turniere", sagte der 28-Jährige. (Nach 0:6: Greul dreht Duell gegen Zverev)

Gegen Ferrer hatte er bereits Anfang Februar auf Hartplatz in Johannesburg gespielt und ebenfalls in zwei Sätzen verloren.

"Auf Sand wird die Aufgabe noch ein Stück schwieriger", erwartete Greul vor dem Match: "Ich muss offensiv mein Spiel spielen und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt."

Ferrer druckvoller

Doch schon mit dem Break zum 1:3 im ersten Satz war klar, wohin die Richtung ging.

Der an sechs gesetzte Spanier, der nach einer Reihe von Verletzungen langsam wieder an seine alte Form anknüpfen will, spielte insgesamt länger und druckvoller und konnte Greul auch aus der Bedrängnis heraus mit Kontern immer wieder überraschen.

Nach 1:04 Stunden Spielzeit nutzte er seinen dritten Matchball und zog damit bereits in sein fünftes Halbfinale in dieser Saison ein.

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