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Die Brüder Djokovic: Marko (l.), Dorde (M.) und Novak. © getty

Eine fragwürdige Wildcard erhält Novak Djokovic' Bruder. Auch der Sohn einer Stabhochsprung-Ikone profitiert von seinem Namen.

Von Benjamin Bauer

Namen und Beziehungen können einem im realen Leben Tür und Tor öffnen. Dieses Prinzip scheint auch auf der ATP-Tour neuerdings immer weiter in Mode zu geraten.

Grundsätzlich qualifiziert sich ein Spieler über die Weltranglistenposition für ein Turnier. Von Ausnahmen wie beispielsweise das "Protected Ranking" abgesehen.

Weitere Möglichkeit ist die Wild-Card, die ein Veranstalter vergeben kann. Häufig werden diese an Lokalmatadore oder Nachwuchsspieler vergeben.

Bekannte Namen als Köder

Doch auch immer häufiger entscheiden sich die verantwortlichen Herren von den Turnierveranstaltern, diese Wild-Card an "bekannte Namen" zu vergeben, um Zugpferde für ihr Turnier zu gewinnen.

So ist beispielsweise ein gewisser Sergej Bubka jr. bei diversen Turnieren aufs Tableau gerutscht. Bereits im Alter von 17 Jahren tauchte der Name Bubka zahlreich auf Challenger-Turnieren auf.

Der mittlerweile 21-jährige Sohn des ehemaligen Stabhochspringers hat sich sicherlich auch dank der Mithilfe von Turnierveranstaltern in der Weltrangliste auf Position 283 gespielt.

Wild-Card dank Bruder?

Jüngstes Beispiel für den Promi-Bonus ist der kleine Bruder von Novak Djokovic. Die Organisatoren des ATP-Turniers von Bangkok haben dem vor vier Wochen 17 gewordenen Serben für ihr Turnier eine Wildcard gegeben.

Ein Blick auf die Homepage der ATP zeigt, dass es bei dieser Entscheidung kaum um sportliche Gründe handeln dürfte: Marko Djokovic belegt Platz 1728 der Weltrangliste. Gerade einmal einen Weltranglistenpunkt hat er auf der Habenseite. Und ein Match bei einem Future-Turnier hat er sogar schon gewonnen: gegen die derzeitige Nummer 1624 der Welt.

Nächste Woche warten womöglich andere Kaliber in der ersten Runde auf Marko Djokovic. Für Bangkok haben auch Jo-Wilfried Tsonga oder Marat Safin gemeldet. Vielleicht hat er aber auch Glück bei der Auslosung und trifft "nur" auf seinen großen Bruder Novak.

Mühsam ernährt sich der Mecir

Dass es auch anders geht, beweist Miloslav Mecir jr.

Der Sohn der ehemaligen Nummer vier der Welt erhielt im Jahr 2008 lediglich für das Challenger in Kosice eine Wild-Card.

Ansonsten kämpfte sich der 20-Jährige tapfer durch die Qualifikation oder sammelt mühsam auf Futures die Punkte, die ihn derzeit auf Rang 616 im Ranking erscheinen lassen.

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