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Philipp Kohlschreiber schaffte es zwischenzeitlich bis auf Rang 23 in der Weltrangliste © getty

Lokalmatador Kohlschreiber lässt dem Spanier Santiago Ventura im Achtenfinale keine Chance und trifft nun auf einen Zyprioten.

München - Philipp Kohlschreiber hat beim ATP-Turnier in München in nur 68 Minuten die nächste Hürde genommen.

Er weckt damit die Hoffnungen auf den ersten deutschen Turniersieger in der bayerischen Landeshauptstadt seit 2007.

Der an Nummer vier gesetzte Augsburger fegte am Mittwoch im Achtelfinale seinen spanischen Kontrahenten Santiago Ventura mit 6:2 und 6:1 vom Platz und trifft nun auf Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 5), der sich gegen den Schweizer Marco Chiudinelli 6:3, 6:4 durchsetzte.(DATENCENTER: Die BMW Open)

Simon Greul verpasste dagegen das Viertelfinale. Der Stuttgarter musste sich dem topgesetzten Kroaten Marin Cilic 7:6 (8:6), 2:6, 5:7 geschlagen geben.

Von Beginn an hellwach

"Ich hab dem Gegner ab dem ersten Punkt gezeigt, dass es schwer wird. Ich habe schon einmal gegen ihn gespielt. Das ist aber schon lange her. Ich habe mich gut bewegt und bin sehr zufrieden mit dem Spiel", sagte Kohlschreiber, der wegen einer erneuten Regenunterbrechung vier Stunden auf den Beginn seines Matches warten musste, sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen ließ:

"Wir haben Poker gespielt"

"Man vertreibt sich irgendwie die Zeit. Wir haben Poker gespielt. Ich fand es nicht schlimm".

Kohlschreiber zeigte sich gegen den in der Weltrangliste um 109 Plätze schlechter platzierten Ventura in guter Verfassung und brachte starke 82 Prozent seiner ersten Aufschläge ins Feld.

"Jeder kann das Turnier gewinnen"

Gegen Baghdatis wird jedoch eine weitere Steigerung nötig sein:

"Es wird auf jeden Fall schwer. Die Spieler, die im Viertelfinale sind, haben gezeigt, dass sie mit den Bedingungen zurechtkommen. Jetzt kann jeder das Turnier gewinnen", so Kohlschreiber.

Ausfälle sind nicht einzuholen

Die Sorgenfalten der Organisatoren dürften jedoch auch nach dem Viertelfinal-Einzug von "Zugpferd" Kohlschreiber, der 2007 im Finale gegen Michail Juschni gewonnen hatte, nicht kleiner werden.

Wegen des schlechten Wetters und der damit verbundenen Einnahme-Ausfälle wird das Turnier aller Voraussicht nach rote Zahlen schreiben.

"Der Verlust an der Tageskasse liegt bis jetzt zwischen 50 und 80 Prozent, das können wir nicht mehr aufholen", sagte Veranstalter Klaus Cyron der "Münchner Abendzeitung".

Schon fünf Schlechtwetter-Tage

Ein bis zwei Schlechtwetter-Tage seien einkalkuliert, ergänzte Cyron in der "Süddeutschen Zeitung", "aber jetzt sind es schon fünf".

Und die Versicherung, die er abgeschlossen hat, trete nur dann für die finanziellen Einbußen ein, wenn an einem Turniertag kein einziger Ball gespielt werde.

Neben Einbußen bei den Kartenverkäufen muss der Veranstalter auch Umsatzeinbrüche in der Gastronomie und bei den Verkaufsständen verkraften.

Petzschner als Hoffnungsträger

Die Hoffnungen liegen daher auch auf Philipp Petzschner, der bereits am Mittwoch als erster Deutscher das Viertelfinale erreichte und trotz des schlechten Wetters den ein oder anderen Fan zusätzlich anlocken könnte.

Im Viertelfinale wartet in Titelverteidiger Tomas Berdych (Tschechien/Nr. 3) allerdings eine große Herausforderung.

Der Sieger des mit 450.000 Euro dotierten ATP-Turniers erhält neben einem Preisgeld von 68.450 Euro auch ein Cabrio des Hauptsponsors.

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