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Michail Juschni gewann sein letztes Turnier im Oktober 2009 auf Hartplatz in Moskau © getty

Im dritten Final-Anlauf schlägt der Russe den topgesetzten Marin Cilic. Petzschner setzt andere Prioritäten als den Davis Cup.

München - Aller guten Dinge sind drei: Michail Juschni hat in seinem dritten Finale zum ersten Mal das ATP-Turnier in München gewonnen.

Der 27-jährige Russe setzte sich im Endspiel nach knapp drei Stunden und dem ersten Matchball mit 6:3, 4:6 und 6:4 gegen den topgesetzten Kroaten Marin Cilic durch. (DATENCENTER: Die BMW Open)

Juschni hatte in der bayerischen Landeshauptstadt bereits zweimal das Finale erreicht, war aber 2007 an Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und 2009 an Tomas Berdych (Tschechien) gescheitert.

"Eine Menge Druck gemacht"

Im Halbfinale hatte sich der Weltranglisten-15. Juschni gegen Philipp Petzschner aus Bayreuth, den letzten deutschen Vertreter, durchgesetzt.

Der Bayreuther musste sich trotz einer ordentlichen Leistung mit 5:7, 6:7 (5:7) geschlagen geben. Philipp Kohlschreiber (Augsburg) war im Viertelfinale mit 3:6, 4:6 an Marcos Baghdatis aus Zypern gescheitert.

"Ich habe mich am Morgen nicht so locker gefühlt und mir eine Menge Druck gemacht. Dem konnte ich scheinbar nicht standhalten. Ich bin maßlos enttäuscht", sagte Petzschner nach der Niederlage gegen Juschni.

Immerhin habe er gezeigt, dass "ich jederzeit auf dem Niveau der Top 20 in der Welt mitspielen kann."

Vorläufige Absage ans Davis-Cup-Team

An der Seite von Christopher Kas (Trostberg) verlor Petzschner dann auch noch im Halbfinale der Doppel-Konkurrenz mit 1:6, 6:7 (3:7) gegen Michael Kohlmann (Hagen) und Eric Butorac (USA).

Gemeinsam mit Kas möchte Petzschner in Zukunft auch im Davis Cup für Deutschland aufschlagen - allerdings nicht mehr in diesem Jahr.

"Ich habe schon vor Monaten beschlossen, 2010 noch einmal meine Einzelkarriere voranzutreiben", sagte er: "Deshalb werde ich im Davis Cup dieses Jahr nicht zur Verfügung stehen."

"Dann halt mit dem Kasi für Bayern"

Um im Team von Patrik Kühnen überhaupt wieder spielberechtigt zu sein, müsste Petzschner allerdings zunächst die Athletenvereinbarung der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) unterschreiben.

Das will er nicht so ohne Weiteres tun. "Meine persönliche Freiheit ist mir sehr wichtig", sagte Petzschner: "Manchmal bin ich einfach mal zwei Tage weg vom Fenster, dann weiß nicht mal meine Frau genau, wo ich bin."

Das wolle er dann auch den Doping-Kontrolleuren nicht verraten, und das habe der DTB so zu akzeptieren: "Ich hoffe, dass mir das nächstes Jahr nicht nachteilig ausgelegt wird."

Und wenn doch? "Dann spiele ich mit dem Kasi halt für Bayern."

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