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"Ich freue mich auf die Zukunft" - Philipp Petzschner hat 2009 viel vor © getty

Sein Sieg in Wien überrascht - nun hat Philipp Petzschner noch mehr vor, erklärt der Tennisspieler im Interview mit Sport1.de.

Von Michael Schulz

München - International machte er bisher vor allem im Doppel auf sich aufmerksam.

Nach seinem Turnier-Triumph in Wien jedoch scheint gewiss: Der Bayreuther Tennisspieler Philipp Petzschner ist auch im Einzel auf dem Weg nach oben.

Wovon der 24-jährige Rechtshänder selbst ein wenig überrascht ist: Er habe nicht gedacht, den ersten Einzel-Titel vor einem im Doppel zu holen: "Das ist unglaublich."

Im Interview der Woche spricht Petzschner über seinen Höhenflug, Champagner-Flaschen und Gemeinsamkeiten mit Michael Stich, Boris Becker und Tommy Haas.

Sport1.de: Wie fühlen Sie sich jetzt nach diesem Erfolg?

Philipp Petzschner: Ich hätte es mir selbst nicht träumen lassen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, und ich bin überglücklich. Ich freue mich aber auch schon auf die weitere Zukunft.

Sport1.de: Wie erklären Sie sich diesen Turniersieg?

Petzschner: Die harte Arbeit der letzten Monate hat sich ausgezahlt. Ich habe gewusst, dass ich ein guter Tennisspieler sein kann und hatte mein Potenzial schon beim Turnier vor zwei Wochen in Bangkok angezeigt. Aber dass es mit einem Durchmarsch wie bei diesem Turnier klappt, damit konnte man nicht rechnen.

Sport1.de: Sie haben sich von der Qualifikation bis ins Finale gekämpft und trafen im Endspiel an den an Nummer acht gesetzten Franzosen Gael Monfils. Wie haben Sie sich auf ihn vorbereitet?

Petzschner: Ich habe mich schon die ganze Woche mehr auf mich konzentriert und immer von Match zu Match gedacht. Mein Trainer Lars Übel hat mich aber taktisch gut auf Monfils eingestellt. Ich habe in Bangkok trotz einiger Satzbälle gegen ihn im Viertelfinale verloren und wusste, was mich erwartet. Daher habe ich versucht, seine Schwächen auszunutzen.

Sport1.de: Und welche sind das?

Petzschner: Monfils ist ein reiner Konterspieler und mag es nicht, wenn man selber kontert. Außerdem fühlt er sich am Netz nicht so wohl, und diese Taktik ist aufgegangen.

Sport1.de: Sie sind nach Michael Stich (1991), Boris Becker (1996) und Tommy Haas (2001) der vierte Deutsche, der in Wien gewonnen hat. Was bedeutet es Ihnen, mit diesen großen Drei in einer Linie zu stehen?

Petzschner: Das ist eine Riesenehre. Ich habe mir dieses Turnier früher schon immer gerne im Fernsehen angeschaut. Doch mit diesen drei verglichen zu werden, liegt noch in weiter Ferne. Dafür muss ich mich konstant weiter verbessern und sehen, wie weit ich am Ende nach vorne in der Weltspitze komme. Aber ich stehe nun mit den Dreien in der Siegerliste, und das wird für die Ewigkeit sein. Das ist ein Wahnsinn.

Sport1.de: Fast hätte es auch noch mit einem Erfolg im Doppel geklappt. Warum haben Sie an der Seite des Österreichers Alex Peya verloren?

Petzschner: Max Mirnyi und Andy Ram haben verdient gewonnen. Sie waren ein Tick besser und hatten etwas mehr Glück. Außerdem war ich auch ein bisschen müde.

Sport1.de: Nach dem Doppel haben Sie wahrscheinlich kräftig gefeiert?

Petzschner: Naja, es war nicht exzessiv. Wir haben eine Flasche Champagner mit den Organisatoren und der Familie meines Doppelpartners getrunken. Danach haben wir noch eine zweite in einer Bar geleert. Das war es. Schließlich mussten wir beide am nächsten Tag weiterfliegen: Er zu einem Turnier und ich nach Hause zu meinen Eltern in Bayreuth. Gefeiert wird aber am Ende des Jahres, wenn keine Turniere mehr anstehen.

Sport1.de: Ist es schwierig, nach so einem Erfolg in den Alltag zurückzukehren?

Petzschner: Klar wacht man am Tag nach dem Turnier auf und kann es nicht glauben. Doch meine Eltern werden mich schon wieder schnell auf den Boden zurückholen, wenn ich bei Ihnen bin. Außerdem werden wir Tennisspieler nach ein, zwei Tagen vom Alltag wieder eingeholt, weil wir trainieren müssen.

Sport1.de: Klingt sehr abgeklärt?

Petzschner: Nein. Der Sieg ist ein sehr, sehr großer Schritt, doch mein Erfolgsweg soll weitergehen.

Sport1.de: Welche Turniere stehen noch auf dem Plan?

Petzschner: Ich überlege noch, ob ich nächste Woche in St. Petersburg oder Basel an den Start gehe. Anschließend spiele ich noch einige kleine Turniere in Deutschland und der Slowakei. Und dann ist das Turnierjahr schon zu Ende, und am 6. Dezember geht schon die Vorbereitung auf die neue Saison weiter.

Sport1.de: Wie schaut es mit Urlaub aus?

Petzschner: Ich werde in dieser Woche zwei Tage ausspannen, weil ich mich etwas müde fühle - und dann im November noch eine Woche.

Hier geht's zum zweiten Teil des Interviews

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