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Lleyton Hewitt feierte seinen ersten Turniersieg im Jahr 2010 © getty

Mit einem Sieg über den Schweizer gewinnt der Australier die Gerry Weber Open . Federer verliert erstmals seit 2002 in Halle.

Halle/Westfalen - Lleyton Hewitt hat die Dominanz von Roger Federer bei den Gerry Weber Open beendet:

Federer, der bei dem mit 750.000 Dollar dotierten Rasenturnier im westfälischen Halle (Hier geht's zur offiziellen Homepage) fünfmal den Titel holte und 29-mal in Folge unbesiegt blieb, verlor das Finale gegen den ehemaligen Weltranglistenersten aus Australien 6:3, 6:7 (4:7), 4:6.

Damit verpatzte Federer, der im Halbfinale gegen Philipp Petzschner (Bayreuth) gewonnen hatte, seine Generalprobe vor dem am 21. Juni beginnenden Grand-Slam-Turnier in Wimbledon.

Zuletzt hatte der Weltranglistenzweite in Halle 2002 gegen Nicolas Kiefer verloren. Seit der Erstrundenniederlage in Wimbledon 2002 gegen den Kroaten Mario Anicic und der Niederlage im Wimbledon-Finale 2008 war überhaupt erst die dritte Niederlage für Federer.

Federer verliert erstmals seit 2002

"Ich habe zwei Sätze gut gespielt. Aber wenn Lleyton ins Spiel findet, ist er schwer zu schlagen", sagte Federer.

Für Hewitt, Wimbledonsieger von 2002, war es ein erfolgreiches Halle-Debüt. Für den häufig verletzten Weltranglisten-32. war es der erste Turniersieg seit April 2009.

Damals war er in Houston erfolgreich. Hewitt, der im Halbfinale Benjamin Becker besiegt hatte, erhielt für seinen Erfolg 113.600 Euro.

Netzroller entscheidet ersten Satz

In einem insgesamt ausgeglichenen ersten Satz sorgte ein Netzroller für die Vorentscheidung. Bei Breakball für Federer traf dieser die Netzkante, dort hüpfte Ball zweimal auf und fiel dann unerreichbar für Hewitt in dessen Feld.

Diese 4:2-Führung genügte dem Schweizer zum Satzgewinn.

Viele Fehler mit der Vorhand

Im zweiten Durchgang gelangen beiden jeweils ein Break, so dass der Tie-Break entscheiden musste. Dort behielt Hewitt mit 7:4 die Oberhand.

Federer unterliefen im Entscheidungssatz ungewohnt viele leichte Fehler auf der Vorhand und er verlor direkt sein ersten Aufschlagspiel. Hewitt nutzte dies konsequent aus und feierte nach nach einem Netzroller beim Matchball seinen ersten Turniersieg in Halle.

Petzschner "bereit für Wimbledon"

Aber auch die deutschen Spieler konnten mit ihrem Abschneiden zufrieden sein.

"Die Woche war sehr gut. Ich habe gegen den besten Rasenspieler mithalten können", sagte der 26-jährige Petzschner, der 6:7, 4:6 im Halbfinale gegen Federer verloren hatte:

"Ich habe mich gut verkauft, und ich glaube, ich bin bereit für Wimbledon." (DATENCENTER: Die Ergebnisse von Halle)

Tatsächlich war Petzschner, um den es zu Beginn des Jahres große Verwirrung wegen der nicht geleisteten Unterschrift unter die Athletenvereinbarung der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA gegeben hatte, wohl die positivste Überraschung in "Klein-Wimbledon" (VIDEO: Petzschner erreicht Halbfinale).

Federer lobt Petzschner

Gegen Federer zeigte der Bayreuther eine couragierte Leistung und brachte den topgesetzten Schweizer zumindest an den Rand eines Satzverlustes.

Beim Stand von 5:4 und eigenem Aufschlag fehlten Petzschner gerade mal zwei Punkte zum Gewinn des ersten Durchgangs.

Doch nicht nur Petzschner, dem es außerdem gelang, dem haushohen Favoriten Federer ("Er war nicht weit weg. Er hat Potenzial und Talent.") erstmals seit dessen Finalsieg 2006 ein Aufschlagspiel in Halle abzunehmen, überzeugte.

Gleich fünf Deutsche standen unter den letzten Acht, Benjamin Becker erreichte neben Petzschner das Halbfinale. (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Becker unterliegt Hewitt

Dort war für ihn nach der 7:6, 6:7, 2:6-Niederlage gegen den ehemaligen Weltranglistenersten Lleyton Hewitt aus Australien allerdings ebenfalls Schluss.

"Umso mehr man gefragt wird, umso stolzer ist man auf die Leistung in dieser Woche", sagte Becker:

"Ich war in Wimbledon jetzt oft in der zweiten Runde und will auch mal in die dritte Runde oder noch weiter. Natürlich kommt es auch immer auf die Auslosung an. Das muss man halt abwarten."

Kühnen mit Abschneiden zufrieden

Auch im vergangenen Jahr war nach der guten Generalprobe in Halle die Hoffnung der Deutschen auf ein gutes Abschneiden beim bekanntesten Tennis-Turnier der Welt groß gewesen.

Erfüllen konnte sie damals allerdings nur Tommy Haas.

Als Sieger von Halle scheiterte Haas 2009 erst im Wimbledon-Halbfinale gegen den späteren Sieger Federer, der Rest der Deutschen scheiterte spätestens in der dritten Runde.

Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen hatte sich bereits nach dem Viertelfinale zufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge gezeigt. "Das ist ein absolutes Topergebnis, einfach spitze", sagte Kühnen.

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