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Lleyton Hewitt gewann mit 16 das ATP-Turnier in Adelaide © getty

Lleyton Hewitt meldet sich nach Verletzungen mit einem Sieg in Halle zurück. Anfang 2010 steht er am Scheideweg der Karriere.

Halle/Westfalen - Es war wie zu seinen besten Zeiten: Lleyton Hewitt ackerte, feuerte sich lautstark an, kämpfte - und rannte so lange hin und her, bis er am Ende als Sieger den Centre Court von Halle verließ. (DATENCENTER: Die Ergebnisse von Halle)

Fast nichts deutete beim Überraschungssieg des Australiers im Finale der Gerry Weber Open (Hier geht's zur offiziellen Homepage) gegen "Rasenkönig" Roger Federer darauf hin, dass Hewitt nur wenige Monate zuvor am Scheideweg seiner Karriere gestanden hatte.

"Windhund auf Kokain"

Nach seinem Achtelfinal-Aus bei den Australian Open im Januar musste sich der 29-Jährige bereits seiner zweiten Hüftoperation unterziehen und fiel im Anschluss mehrere Monate aus.

Zur Pressekonferenz nach seiner Niederlage in Melbourne erschien der "Windhund auf Kokain", wie ihn einst die britische Presse getauft hatte, sogar auf Krücken.

"Einfach gewesen, aufzuhören"

"Zu dem Zeitpunkt hätte ich wahrscheinlich nicht geglaubt, hier zu gewinnen und Roger Federer zu schlagen", sagte Hewitt nach seinem Sieg in Halle: "Es wäre einfach gewesen, auf die Operation zu verzichten und aufzuhören."

Doch er kam zurück. Arbeitete in der Reha genauso hart wie auf dem Tennisplatz und ließ sich auch von weiteren gesundheitlichen Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen.

Pleitenserie gestoppt

15 Mal in Folge hatte Hewitt gegen Federer verloren, der vor allem auf Rasen in den letzten Jahren unbezwingbar schien.

"Es ging mehr darum, daran zu glauben, dass ich das Blatt wenden kann. Das ist das Wichtigste für mich, man geht dort raus und gibt 100 Prozent, dann kann alles passieren", sagte der Australier und fügte an: "Das ist das Großartige im Sport. Es spielt keine Rolle, was für ein großer Favorit man ist. Roger hat auch nur zwei Arme und zwei Beine wie ich."

Es scheint, als habe Hewitt mit seiner Gesundheit auch seine Unbekümmertheit wiedergefunden, die ihn zu Beginn seiner Karriere fast kometenhaft aufsteigen ließ.

Jüngste Nummer eins

Knapp zwei Monate nach seinem ersten Grand-Slam-Sieg bei den US Open 2001 wurde er als jüngster Spieler aller Zeiten die Nummer eins der Weltrangliste und führte das Ranking insgesamt 80 Wochen an.

2002 gewann er in Wimbledon und ist noch immer - vor Federer - der aktive Spieler mit den meisten Siegen auf Rasen.(DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste)

Rummel hat sich gelegt

Doch seit einigen Jahren ist es etwas ruhiger um Hewitt geworden, selbst in seinem Heimatland Australien. `Der Druck ist nicht mehr so lähmend und überwältigend wie in den ersten Jahren", sagte das australische Tennis-Idol John Newcombe: "Er wird nicht mehr auf Schritt und Tritt beobachtet."

Vorbei die Zeiten, als Hewitt unter anderem mit seiner Beziehung zum belgischen Tennis-Star Kim Clijsters für nationales Interesse sorgte.

Hewitt mit Selbstvertrauen

Mit seinem Turniersieg in Halle hat sich Hewitt allerdings wieder stärker in das Blickfeld der Tenniswelt gespielt, die eine Woche vor Wimbledon alle Vorbereitungsturniere mit Argusaugen beobachtet.

"Natürlich gibt mir der Sieg Selbstvertrauen, aber Wimbledon kann man nicht in der ersten Woche gewinnen, da kann man das Turnier nur verlieren", sagte er: "Man kann eh bis zur Auslosung nicht viel sagen. Es macht also keinen Sinn, sich darüber den Kopf zu zerbrechen."

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