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Letztlich chancenlos gegen Eduardo Schwank: Qualifikant Tobias Kamke © imago

Mit dem Qualifikanten verabschiedet sich der nächste Lokalmatador bei den German Open. Reister steht im Achtelfinale.

Hamburg - Noch während Florian Mayer bei den German Open in Hamburg auf dem Centre Court erfolgreich um den Einzug ins Achtelfinale kämpfte, strömten diverse Zuschauer rüber zu Platz drei.

Dort traten schließlich Philipp Petzschner (Bayreuth) und Jürgen Melzer (Österreich) zu ihrem Doppel-Match gegen Simon Aspelin/Paul Hanley (Schweden/Australien) an.

Trotz des Auftritts von vier deutschen Tennisprofis im Einzel waren die Wimbledonsieger die Hauptattraktion am zweiten Tag der mit 1,115 Millionen Euro dotierten Veranstaltung.

Leider gab es diese Zuschauermagneten nur einen Tag: Petzschner/Melzer unterlagen in einem spannenden Match den Titelverteidigern mit 7:5, 4:6 und 6:10 im Champions Tiebreak. Eine weitere Enttäuschung für Turniedirektor Michael Stich.

Mayer im Achtelfinale

Immerhin konnte Mayer seinen Erfolgsweg der letzten Wochen mit dem 4:6, 7:6 (72), 6:3-Sieg gegen den an 15 gesetzten Ukrainer Alexander Dolgopolow fortsetzen.

Nach 1:50 Stunden verwandelte der Bayreuther seinen dritten Matchball und steht damit als erster Deutscher in der Runde der letzten 16, in der er am Donnerstag auf Maximo Gonzalez (Argentinien) trifft.

Reister schlägt Brands

Auch Lokalmatador Julian Reister hat die Gunst der Stunde genutzt und ist in seiner Heimatstadt bei seinem Haupftfelddebüt gleich in die zweite Runde eingezogen.

Der 24-Jährige sorgte mit seinem 6:2, 7:6 (12:10)-Erfolg über Wimbledon-Achtelfinalist Daniel Brands aus Deggendorf für eine echte Überraschung und rechtfertigte damit die Wild Card, die ihm Turnierdirektor Michael Stich nach dem Vordringen in die dritte Runde der French Open gegeben hatte.

Er trifft nun auf den an zwölf gesetzten Rumänen Victor Hanescu.

Kamke letztlich chancenlose

Für den Lübecker Tobias Kamke war anschließend auf dem Centre Court die Aufgabe gegen den erfahrenen Argentinier Eduardo Schwank noch eine Nummer zu groß.

Der Schützling von Turnierdirektor Michael Stich, der wegen seiner guten Leistungen in den vergangenen Wochen eine Wildcard erhalten hatte, kämpfte zwar mit großem Einsatz

Kamke unterlag dem in der Weltrangliste genau 50 Plätze besser notierten Südamerikaner in der ersten Runde aber dennoch mit 3:6, 4:6.

"Ich bin mit meinem Spiel nicht zufrieden", sagte der 24-Jährige, "leider habe ich meine Leistung der letzten Wochen nicht gebracht."

Damit stehen fünf von elf gestarteten deutschen Profis in der zweiten Runde.

Kohlschreiber erst am Mittwoch dran

Die Gesetzten Philipp Kohlschreiber, Michael Berrer und Petzschner greifen nach einem Freilos erst am Mittwoch in das Geschehen ein (ab 12.30 Uhr LIVESCORES und LIVE im TV auf SPORT1).

Dicht an dicht drängten sich die Fans auf der einen Tribüne von Platz drei.

Etwa 400 Zuschauer wollten den ersten deutschen Wimbledon-Champion seit Michael Stich 1993 sehen und kamen über weite Strecken auch auf ihre Kosten.

In einem ausgeglichen Match mit spektakulären Ballwechseln hatten Aspelin/Hanley im entscheidenden Champions Tiebreak aber etwas mehr zuzusetzen.

Mayer muss kämpfen

"Ich kann verstehen, dass die Leute zum anderen Platz gegangen sind", sagte Mayer, den immerhin rund 4000 Zuschauer anfeuerten, "Wimbledon-Sieger sieht man ja auch nicht immer."

Und er selbst ist ja noch im Wettbewerb. "Das war heute ein sehr wichtiger Sieg für mich", erklärte er seine teilweise ungewöhnlich aggressive Körpersprache, "spielerisch hat er mich total überrascht, deshalb musste ich es kämpferisch lösen."

Statt des eigentlich ausgelosten Gael Monfils wartet nun am Donnerstag ein Sandplatzspezialist auf den Franken.

Jetzt gegen einen Sandplatzspezialisten

Monfils musste seine Teilnahme verletzungsbedingt absagen, und Mayer weiß, dass er nun eine große Chance hat, wirklich weit zu kommen.

"Mein nächster Gegner wird fighten ohne Ende, das ist klar. Aber ich habe mit meinem unkonventionellem Spiel eine Chance", sagt er, "ich darf ihn nur nicht spielen lassen, dann wird es schwer."

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