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Philipp Kohlschreiber belegt derzeit den 35. Platz in der Weltrangliste © getty

Kohlschreiber verpasst auch im siebten Anlauf den Viertelfinal-Einzug. Mayer gelingt am Hamburger Rothenbaum eine Premiere.

Hamburg - Der Viertelfinalpremiere von Florian Mayer folgte der Dauerfrust von Philipp Kohlschreiber.

Während sich der Bayreuther nach dem 7:6 (7:1), 6:0-Sieg gegen den Argentinier Maximo Gonzalez über seinen ersten Vorstoß ins Viertelfinale der German Open in Hamburg freute, blieb dieser Erfolg seinem Davis-Cup-Kollegen aus Augsburg auch im siebten Versuch verwehrt.

Kohlschreiber unterlag trotz der andauernden Unterstützung der 6000 Zuschauer dem Brasilianer Thomasz Bellucci mit 5:7, 4:6.

Am Abend zerplatzten dann auch noch die Träume von Lokalmatador Julian Reister, sodass Mayer als letzter der ursprünglich elf gestarteten Deutschen übrig geblieben ist.

Reister scheitert knapp

Der Newcomer unterlag trotz einer Klasseleistung dem erfahreneren Usbeken Denis Istomin mit 6:3, 3:6, 6:7 (3:7).

Dabei verpasste der Hamburger eine mögliche große Überraschung, als er im dritten Satz eine 4:2-Führung nicht ins Ziel brachte.

Der 121. der Weltrangliste wurde von den rund 7000 Zuschauern nach der 2:08 Stunden dauernden Partie dennoch gefeiert.

"Ich bin dran an diesen Spielern"

Trotz einer 2:0-Führung in den bisherigen Vergleichen ahnte Kohlschreiber, was in dem Weltranglisten-22. aus Brasilien auf ihn zukam:

"Es ist alles so eingetreten, wie ich es erwartet habe", sagte Kohlschreiber, "er ist ein sehr starker und druckvoller Spieler."

Der Augsburger hatte seine Chancen, ihm gelangen auch drei Breaks, aber insgesamt war es einfach zu wenig: "Ich bin dran an diesen Spielern, aber ich schlage sie nicht", sagte der 26-Jährige.

Abhilfe soll ein neuer Trainer schaffen, den er schon seit einigen Wochen sucht. Kurzfristig wird er Ende Juli in der Schweiz mit Roger Federer trainieren, der ihn nach Wimbledon eingeladen hatte.

"Und dann hoffe ich auf einen guten Start in die Hartplatzsaison", erklärte "Kohli", "das war auf jeden Fall mein letztes Sandplatzturnier in diesem Jahr."

"Ich kann auf Sand ganz gut spielen"

Dass Mayer trotz der Weltranglisten-Position 54 zur Zeit zumindest auf Sandplatz der bessere deutsche Spieler als der 19 Plätze besser notierte Kohlschreiber ist, deutete sich schon beim ATP-Turnier in Stuttgart in der vergangenen Woche an.

Mayer bezwang "Kohli" da in der ersten Runde im direkten Vergleich und zog anschließend auch dort ins Viertelfinale ein.

"Ich weiß eigentlich, dass ich auch auf Sand ganz gut spielen kann", sagte der 26-Jährige, "aber in den letzten zwei Jahren hatte ich eben nicht so viel Erfolg und ich rede mir auch schnell mal was ein."

Außenseiter gegen Ferrero

Im Viertelfinale am Freitag (ab 10 Uhr LIVESCORES und ab 15.35 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) wartet in dem ehemaligen Weltranglisten-Ersten Juan Carlos Ferrero nun allerdings eine andere Aufgabe, als der spielerisch doch limitierte Kämpfer Gonzalez.

"Diesmal hatte ich den Favoritendruck und war tierisch nervös", erklärte Mayer seinen langsamen Start, "gegen Ferrero bin ich nur Außenseiter, aber das liegt mir ganz gut. Ich habe nichts zu verlieren."

Der an sechs gesetzte Ferrero, der bereits im Jahr 2001 einmal im Finale in Hamburg stand, setzte sich in seinem Achtelfinalspiel mit 6:2, 3:6, 6:4 gegen den Finnen Jarkko Nieminen durch.

Mayer angeschlagen

Mayer war seinem in der Weltrangliste nur an Position 195 notierten Gegner spielerisch klar überlegen, spielte das aber erst im Tiebtreak und dann im zweiten Satz aus.

Außerdem zerrte er sich Mitte des ersten Satzes beim Versuch, einen Stoppball zu erlaufen, die rechte Leiste.

Beim Stand von 4:5 musste er eine Behandlungspause einlegen und nahm eine Schmerztablette: "Danach hatte ich keine Probleme mehr." Durch diese schwere Phase wurde er aber auch von den Zuschauern getragen, die ihn jederzeit unterstützten.

"Das war überwältigend, sie haben gemerkt, dass ich Probleme hatte", sagte der Bayreuther, "es ist ein großer Vorteil, wenn einen die Leute so tragen."

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