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Florian Mayer spielt für den TK Kurhaus Bad Aachen in der ersten Bundesliga © getty

Der Bayreuther setzt sich gegen den spanischen Favortien Juan Carlos Ferrero durch und feiert seinen größten Erfolg seit 2006.

Hamburg - Die Traumreise von Florian Mayer am Hamburger Rothenbaum geht weiter.

Der Tennisprofi aus Bayreuth hat durch einen 6:7 (3:7), 6:2, 6:3-Erfolg gegen den Spanier Juan Carlos Ferrero als erster Deutscher seit Tommy Haas 1997 das Halbfinale der German Open erreicht und damit seinen größten sportlichen Erfolg seit einer Finalteilnahme in Sopot 2006 erreicht.

Nachdem er seinen zweiten Matchball verwandelt hatte, wurde Mayer von den 7500 Zuschauern mit Ovationen gefeiert.

Sein Gegner im Halbfinale ist Andrej Golubjew aus Kasachstan, der den Usbeken Denis Istomin mit 6:4, 6:1 bezwang.

Mayer empfiehlt sich für Davis Cup

"Ich weiß gar nicht, was heute passiert ist. Nach dem Tiebreak habe ich einfach meinen Kopf ausgeschaltet und mein Spiel gespielt. Mit der Unterstützung der Zuschauer hat es geklappt. Das ist unglaublich, ich bin überwältigt", sagte Mayer, "mein Ziel muss es sein, dass ich so ein Niveau konstant halten kann."

Schon in seinen vorherigen drei Partien bei der mit 1,115 Millionen Euro dotierten Veranstaltung hatte Mayer teilweise glänzendes Tennis gezeigt.

Damit hat er sich auch nachhaltig für das deutsche Davis-Cup-Team empfohlen, das Mitte September auf Sand gegen Südafrika im Kampf um den Klassenerhalt antritt.

Melzer im Halbfinale

Im ersten Halbfinalduell am Samstag (ab 13 Uhr LIVESCORES und ab 13.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) stehen sich der Österreicher Jürgen Melzer und Andreas Seppi aus Italien gegenüber.

Der an drei gesetzte Melzer bezwang im Viertelfinale den Italiener Potito Starace klar mit 6:1, 6:4. Zuvor kämpfte Seppi den Brasilianer Thomasz Bellucci in 3:11 Stunden mit 7:6 (7:0), 5:7, 7: 5 nieder.

Ausgeglichene Partie

Obwohl Mayer auch die vorherigen vier Vergleiche gegen den Weltranglisten-21. aus Spanien verlor, spielte er mit dem Selbstvertrauen seiner drei vorherigen Siege in dieser Woche locker drauflos.

"Es war ein unglaublich intensives Match auf höchstem Niveau, so macht Tennis Spaß", sagte Mayer, "man hat gemerkt, dass auch er unbedingt gewinnen wollte."

So entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit tollen Ballwechseln, die die Fans begeisterten. Dabei schaffte Mayer im ersten Satz ein Break zum 3:2, musste allerdings sofort wieder den Ausgleich hinnehmen.

Bis in den Tiebreak blieb der Satz völlig ausgeglichen, aber ausgerechnet dann unterliefen "Flo" drei leichte Fehler mit der Rückhand, während Ferrero in dieser wichtigen Phase perfekt spielte.

Regenpause tut gut

Vor dem zweiten Satz musste wegen eines anziehenden Regenschauers das Dach geschlossen werden. Die fünfminütige Pause tat Mayer offenbar sehr gut.

Er schaffte es, Ferrero seinerseits zu Fehlern zu zwingen und holte sich den Satz mit Breaks zum 2:1 und 5: 2. Auch den dritten Satz begann er sofort mit einem Aufschlaggewinn.

Mayer servierte stark, feuerte sich immer wieder mit geballter Faust an und brachte den Vorsprung nervenstark ins Ziel.

"Ich werde am Samnstag wieder rausgehen und kämpfen bis zum letzten", sagte er, "und wenn man mich vom Platz tragen muss."

Melzer nun Titelfavorit

Zum Turnierfavoriten hat sich unterdessen Melzer aufgeschwungen. Der 29-Jährige zeigte bereits mit dem Erreichen des Halbfinales bei den French Open seine Klasse auf Sand.

"Ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe ausgezeichnetes Tennis gespielt", meinte der Wiener, der durch seinen Wimbledon-Sieg an der Seite des Bayreuthers Philipp Petzschner von den Fans fast "adoptiert" wurde.

"Ich kriege viel Unterstützung auf dem Platz sagte er, "das ist ein schönes Gefühl".

Stich halbwegs zufrieden

Für Turnierdirektor Stich ist Melzers Erfolg wenigstens ein kleiner Rettungsanker. Bis Freitag kamen insgesamt 45.000 Zuschauer auf die Traditionsanlage am Rothenbaum.

"Der Zuschauerzuspruch ist gut. Er könnte aber noch besser sein und er muss auch in Zukunft noch besser sein", sagte Stich: "Sportlich sehen wir sehr gutes Tennis, das Problem ist, dass die Namen vieler Spieler nicht so bekannt sind."

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