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Florian Mayer belegt in der Weltrangliste den 57. Platz © getty

Der Bayreuther ist nah dran, doch ein Kasache zerstört dessen Traum vom Finale. Mayer kann nicht an seine Leistungen anknüpfen.

Hamburg - Florian Mayer hat die Finalteilnahme bei den German Open in Hamburg verpasst.

Der deutsche Hoffnungsträger aus Bayreuth unterlag in der Vorschlussrunde dem Kasachen Andrej Golubew mit 6:7 (6:8), 4:6.

Die Fans in der Hansestadt warten damit weiterhin seit dem Sieg von Michael Stich 1993 auf den ersten einheimischen Tennisprofi im Finale des wichtigsten deutschen Turniers.

Mayer war immerhin der erste Deutsche seit Tommy Haas 1997 im Semifinale.

Golubew, der im Viertelfinale Titelverteidiger Nikolaj Dawydenko ausgeschaltet hatte, trifft im zweiten Endspiel seiner Karriere auf den Österreicher Jürgen Melzer (So., ab 14 Uhr LIVESCORES und LIVE im TV auf SPORT1).

Melzer Favorit

Der 29 Jahre alte Doppel-Wimbledionsieger bezwang den Italiener Andreas Seppi mit 6: 4, 6:2. Melzer und Golubew spielen zum ersten Mal gegeneinander, der Weltranglisten-15. aus Wien geht aber als klarer Favorit ins Finale.

"Man konnte sehen, dass ich körperlich heute nicht bei 100 Prozent war", sagte Mayer, "aber er hat auch super gespielt und war heute einfach besser."

Trotz der Anfeuerung der rund 8000 Zuschauer konnte der Franke nicht an seine Weltklasseleistung aus dem Viertelfinale gegen Juan Carlos Ferrero anknüpfen, den er Freitag in 2:30 Stunden niederrang.

Zweitgrößter Erfolg für Mayer

"Ich habe schon beim Aufstehen gemerkt, dass ich müde Beine hatte", sagte der Franke, "Ferrero hätte wahrscheinlich auch nicht gewonnen."

Mayer feierte mit dem Halbfinaleinzug seinen größten Erfolg auf der ATP-Tour seit einer Finalteilnahme im polnischen Sopot. "Mit der Turnierwoche bin ich natürlich super zufrieden, schon in Stuttgart habe ich gut gespielt", sagte er, "das gibt viel Selbstvertrauen für den Rest des Jahres."

Er wird in der Weltrangliste von Platz 57 auf einen Rang um 45 vorstoßen und gab mit seinem Auftritt auf dem Sandplatz eine Bewerbung für das deutsche Davis-Cup-Team ab, das vom 17. bis 19. September in Stuttgart auf Sand gegen Südafrika antritt.

Er kassierte für seinen Erfolg am Rothenbaum ein Preisgeld von 48.500 Euro.

Mayer kann nicht an Leistung anknüpfen

Mayer ging zwar schnell durch ein Break mit 3:1 in Führung, schien durch seine Leistenzerrung allerdings gehandicapt. Mayer wirkte nicht so beweglich und konnte den Kasachen nur selten unter Druck setzen.

Golubew schaffte das Rebreak zum 4:4. Im Tiebreak wehrte Mayer mit großem Einsatz zunächst vier Satzbälle ab, hatte dann aber großes Pech:

Zunächst gab ein Linienrichter den Ball zum 6:7 gut, den zahlreiche Beobachter im Aus gesehen hatten. Beim Satzball versprang ihm der Ball durch einen Platzfehler.

Breakbälle nicht genutzt

Auch im zweiten Durchgang überzeugte Mayer vor allem durch seinen großen kämpferischen Einsatz gegen den 82. der Weltrangliste.

Der 23-Jährige spielte druckvoller und servierte besser. Mayer kassierte das entscheidende Break zum 3:4, hatte anschließend aber noch einmal die Chance, in das Match zurückzukommen.

Er konnte allerdings zwei Breakbälle nicht nutzen. Bei 3:5 wehrte er drei Matchbälle mit eigenem Aufschlag ab, wurde aber im letzten Spiel von Golubew zu Null abserviert.

"Sein Weltranglistenplatz 82 täuscht, erklärte Mayer, "er hat manchmal Wochen, wo er sehr gut trifft und manchmal gar nichts. Leider hat er gerade eine dieser sehr starken Wochen."

Melzer in Topform

Zuvor wurde Melzer gegen den Südtiroler Seppi seiner Favoritenrolle gerecht und bestätigte seine ausgezeichnete Form der letzten Wochen.

Der Doppelpartner von Philipp Petzschner hatte Anfang Juni bereits die Vorschlussrunde bei den French Open erreicht und stand schon zwei weitere Male unter den letzten Vier bei ATP-Turnieren.

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