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Zuletzt gewann Nicolas Kiefer im Oktober 2000 in Hongkong ein ATP-Turnier © getty

Andy Roddick muss verletzt absagen. Jetzt könnte der Deutsche Profiteur der Verletztenmisere beim Masters-Cup in Shanghai werden.

Schanghai - Nach Australian-Open-Sieger Novak Djokovic (Serbien) hat sich der Schotte Andy Murray beim Masters-Cup in Schanghai als zweiter Spieler für das Halbfinale qualifiziert.

Der US-Open-Finalist gewann sein zweites Vorrundenspiel in der Roten Gruppe gegen den Franzosen Gilles Simon in 94 Minuten klar mit 6:4, 6:2 (alle Ergebnisse).

Titelverteidiger Roger Federer hat nach seinem ersten Sieg im zweiten Match trotz einer Magenverstimmung und Rückenproblemen den Einzug in die Vorschlussrunde wieder selbst in der Hand.

Der geplagte Schweizer besiegte in der Roten Gruppe den Tschechen Radek Stepanek nach 1:42 Stunden mit 7:6 (7:4), 6:4.

Stepanek war am Mittwoch als Ersatzmann kurzfristig für den verletzten US-Amerikaner Andy Roddick (Sprunggelenkverletzung) eingesprungen.

Am Freitag gegen Murray

Damit reicht Federer, der in diesem Jahr als zweiter Spieler nach Ivan Lendl den Hattrick beim Saionfinale schaffen will, am Freitag im abschließenden Gruppenspiel gegen Murray ein Sieg zum Halbfinaleinzug.

Sollte der US-Open-Sieger allerdings verlieren, muss er auf einen Erfolg von Stepanek gegen Gilles Simon (Frankreich) hoffen.

"Ich habe wieder eine Chance"

"Als ich heute morgen aufgewacht bin, habe ich mich furchtbar gefühlt", sagte Federer.

"Ich konnte nicht trainieren, nicht einmal aus dem Zimmer gehen. Gestern war es noch schlimmer, da wäre es unmöglich gewesen zu spielen. Nun habe ich aber wieder eine Chance. Und ich hoffe, mit einem weiteren Tag zur Genesung wird es möglich sein, ein kleines Wunder zu schaffen und ins Halbfinale einzuziehen. "

Es gibt nichts zu verschenken

Der Weltranglisten-Vierte Murray hat dennoch großen Respekt vor dem langjährigen Weltranglisten-Ersten und verspricht mit Hinblick auf ein mögliches Endspiel vollen Einsatz in dem für ihn wertlosen Spiel.

"Ich würde ihn an liebsten rauswerfen", sagte Murray: "Ich habe keine Lust, zweimal in einer Woche gegen ihn spielen zu müssen. Er ist der beste Spieler aller Zeiten." Nach seinem Sieg zum Auftakt gegen Andy Roddick ist Murray nicht mehr von einem der beiden vorderen Tabellenplätze zu verdrängen.

Roddick muss aufgeben

Roddick hatte sich wenige Stunden vor dem Spiel gegen Federer wegen einer im Training erlittenen Sprunggelenkverletzung abmelden müssen und wird beim Saisonfinale der besten acht Profis nicht mehr spielen können.

Damit rückt auch ein möglicher Einsatz von Nicolas Kiefer (Hannover) immer näher, der als zweiter Ersatzmann hinter Stepanek nach China gereist war.

Kiefer als Nachrücker?

Sollte nach Roddick ein weiterer Spieler ausfallen, würde Kiefer zum zweiten Mal nach 1999 beim Masters-Cup zum Schläger greifen dürfen. Vor neun Jahren hatte er in seiner Heimatstadt Hannover das Halbfinale erreicht, in dem er dann gegen Pete Sampras (USA) ausschied.

Seinen Verzicht auf das Masters hatte in der vergangenen Woche bereits der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal erklärt. Wegen einer Sehnenverletzung im Knie hat der Spanier inzwischen auch seine Teilnahme am Davis-Cup-Finale in Argentinien (21. bis 23. November) abgesagt.

Neben Federer ist auch der Argentinier Juan Martin del Potro (Fußblessur) angeschlagen.

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