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32 Jahre lang lockte der World Team Cup Zuschauer in den Düsseldorfer Rochusclub © getty

Glückliche Wende für die Mannschafts-WM. Zwei Sponsoren sollen die Etatlücke schließen. Der Turnierdirektor hält sich bedeckt.

Düsseldorf - Der World Team Cup in Düsseldorf ist anscheinend gerettet, die Mannschafts-Weltmeisterschaft der Tennisprofis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch 2011 im berühmten familiären Ambiente des Rochusclubs stattfinden.

Wie die Düsseldorfer Zeitungen "NRZ" und "Bild am Dienstag" übereinstimmend berichteten, werden zwei Sponsoren die Etatlücke von 1,4 Millionen Euro schließen und das Turnier damit vorerst retten.

Dabei soll es sich um einen Getränkehersteller und den Düsseldorfer Flughafen handeln. Stefan Kötter, Pressesprecher des Flughafens Düsseldorf International, dementierte allerdings am Dienstagnachmittag vehement. "Es gab bisher keine Gespräche, und es gibt von unserer Seite keine Absicht, den World Team Cup zu unterstützen." (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr: die SPORT1 News)

Mitten im Termingedränge

Turnierdirektor Dietloff von Arnim wollte die neue Entwicklung weder bestätigen noch dementieren: "Ich kann dazu momentan gar nichts sagen."

Erst am 13. Dezember hatte von Arnim auf einer Pressekonferenz im Rochusclub das Ende der 1978 ins Leben gerufenen Mannschafts-WM verkündet. Der Rückzug des langjährigen Hauptsponsors Arag hatte eine Lücke hinterlassen, die scheinbar nicht zu schließen war.

Dennoch ließ die Spielervereinigung ATP die Tennis-WM im Kalender 2011, vorgesehen ist die Woche vom 15. bis 21. Mai. Am 14. Mai findet in Düsseldorf der Eurovision Song Contest statt, vom 12. bis 18. Mai ist die Stadt außerdem Gastgeber der Verpackungsmesse interpack.

Großer Anteil der Messe Düsseldorf

Ein strammes Programm, dennoch verfügt der Rochusclub über ausreichende Hotelkapazitäten für Spieler, Betreuer, Medienvertreter und Zuschauer.

Verbindliche Aussagen über die neue Situation gibt es derzeit nur hinter vorgehaltener Hand. Angeblich fehlt noch die überlebenswichtige Zusage des WDR, das Turnier weiterhin täglich flächendeckend zu begleiten.

Maßgeblichen Anteil daran, dass letztlich doch noch Geldgeber für die Veranstaltung gefunden wurden, soll unter anderem die Messe Düsseldorf haben, deren Chef Werner Dornscheidt dem Turnier stets freundschaftlich verbunden war.

Vom Nations Cup zum Selbstläufer

Alles auf Anfang also, dabei schienen noch vor vier Wochen die Lichter des traditionsreichen Turniers auf dem Düsseldorfer Grafenberg endgültig auszugehen.

Der langjährige Titelsponsor Arag stieg nach dem letzten Matchball des Turniers 2010 vertragsgemäß aus, die Suche nach einem Nachfolger blieb trotz einiger Zeichen aus der Düsseldorfer Wirtschaft zunächst ergebnislos.

1978 hatte Horst Klosterkemper das Turnier ins Leben gerufen. Von den Spielern hochgeschätzt, entwickelte sich zunächst der Nations Cup, später dann der World Team Cup zu einem Selbstläufer.

Mit dem "roten Baron" ganz oben

Tageskarten gab es lange Zeit gar nicht, schon wenige Wochen nach einem Finale war die Anlage für das Jahr darauf ausverkauft. Von Anfang an war das öffentlich-rechtliche Fernsehen dabei.

Die Stars der Szene gaben sich am Rolander Weg die Klinke in die Hand. Björn Borg, Jimmy Connors, Ivan Lendl, John McEnroe, Pete Sampras, Andre Agassi, Jim Courier, Yannick Noah, Patrick Rafter, Lleyton Hewitt - sie alle hinterließen ihre Visitenkarte auf den roten Ascheplätzen mitten im Grafenberger Wald.

Und natürlich Boris Becker. Als der "rote Baron" die deutsche Mannschaft 1989 zum ersten von insgesamt vier deutschen Turniersiegen im Rochusclub führte, hatte der Tennis-Hype in Deutschland seinen Höhepunkt erreicht.

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