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Novak Djokovic feierte im Finale gegen Rafael Nadal seinen 20. Sieg in Folge © getty

Der Serbe strotzt nach seinem Final-Triumph gegen den Spanier vor Selbstbewusstsein. Nun jagt er ihn in dessen Revier.

Indian Wells - Novak Djokovic war elf Jahre alt, als die Nato im März 1999 die Bundesrepublik Jugoslawien angriff.

Im Tiefflug donnerten Kampfbomber über den Tennisklub in Belgrad hinweg, einen Steinwurf entfernt von der Pizzeria seines Vaters.

Wenn die Sprache auf den Bürgerkrieg in seiner Heimat kommt, legt sich ein Schatten auf "Noles" Gesicht: "Darüber rede ich nicht gerne."

Geht es um seinen Sport, hat der mittlerweile 23-jährige Serbe allerdings eine ganze Menge zu sagen - wahlweise in fließendem Englisch, Deutsch oder Serbokroatisch. (Jetzt auch um 12 und 13 Uhr die News im TV auf SPORT1)

Großes Lob an Finalgegner Nadal

Nach seinem Turniersieg in Indian Wells, wo er im Finale jenen Spieler schlug, der ihm als einziger noch die Nummer eins der Welt streitig macht, lobte er Rafael Nadal in allen Sprachen und in den höchsten Tönen: "Für mich bist du der größte Spieler der Geschichte. Was du erreicht hast, ist nur schwer zu wiederholen." (DATENCENTER: Ergebnisse aus Indian Wells)

Den bisherigen Zweiten Roger Federer hat Djokovic im Halbfinale von Indian Wells im direkten Duell verdrängt.

Dauersieger 2011

Nun jagt der Mann, der nicht mehr verlieren kann, nur noch Nadal vor sich her.

18 Matches hat Novak Djokovic in diesem Jahr bisher gespielt, sieben bei den Australian Open in Melbourne, fünf beim Turnier in Dubai, sechs nun in Indian Wells. 18-mal verließ er als Sieger den Platz, sein Selbstbewusstsein ist mittlerweile unerschütterlich.

"Ball so groß wie eine Wassermelone"

"Ich sehe den Ball fliegen, und er ist so groß wie eine Wassermelone", sagte er in Indian Wells: "Es ist für mich praktisch unmöglich, ihn nicht optimal zu treffen."

[kaltura id="0_crcfcrbw" class="full_size" title="BMW Open Exzellentes Teilnehmerfeld"]

Zuletzt musste er sich im November 2010 einem Besseren geschlagen geben, in der Vorschlussrunde des Londoner Saisonfinales verlor er gegen Federer. Danach steuerte er Anfang Dezember schnell noch zwei Einzelsiege zum ersten serbischen Davis-Cup-Triumph bei.

Pilic: "Nole ist ein Riesentyp"

"Nole ist ein Riesentyp, der nie abgehoben ist", sagt Niki Pilic, in dessen Münchner Akademie Djokovic anderthalb Jahre lebte und trainierte.

Dorthin hatte ihn einst Jelena Gencic geschickt, seine erste Trainerin, die dem kleinen Novak Anfang der 90er Jahre in jenem Tennisklub in Belgrad die Grundbegriffe des Spiels beibrachte und im Sommer 1999 bei ihrem alten Freund Pilic anfragte, ob der gegen seine Überzeugung vielleicht ausnahmsweise einen sehr jungen Schüler aufnehmen würde.

"Niki nimmt eigentlich keine Kinder unter 14 Jahren, aber als ich ein Probetraining bei ihm gemacht hatte, war er sofort überzeugt", erzählt Djokovic.

Die Freundschaft zwischen den beiden hat die Jahre und die Erfolge überdauert.

Angriff auf Nadal in dessen Reich

Djokovic zuliebe ließ sich Pilic als Ratgeber für das serbische Davis-Cup-Team verpflichten, dem der Superstar in der ersten Runde gegen Indien (4:1) nicht zur Verfügung stand, um sich auf die beiden Masters-Turniere in Indian Wells und Miami vorzubereiten.

Indian Wells ist abgehakt, jetzt kommt Miami und dann die europäische Sandplatzsaison.

"Da wird neu gemischt", sagt Nadal, der König der roten Asche, der sich in seinem ureigenen Reich plötzlich einer ganz neuen Bedrohung ausgesetzt sieht.

"Ich bin nicht unschlagbar", sagt der Herausforderer artig: "Niemand ist das." Nicht nur Nadal dürfte das inständig hoffen.

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