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Novak Djokovic ist nur noch einen Sieg von Ivan Lendls Startbestmarke entfernt © getty

Djokovic feiert mit dem Erfolg in Miami seinen 24. Sieg des Jahres in Serie. Nadal ist sich sicher: "Novak wird die Nummer eins".

Miami - Als Novak Djokovic in der Hitze von Miami seine derzeitige Unverwundbarkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt hatte, war die heiße Diskussion über die Nummer eins längst in vollem Gange - zumindest bei Experten und Fans.

Der Serbe mit der Sieggarantie präsentierte sich beim verbalen Angriff auf den Tennis-Thron zurückhaltend, fast kleinlaut, ganz anders als in den 3:21 Stunden zuvor im hochklassigen Finale im Crandon Park gegen Branchenführer Rafael Nadal (DATENCENTER: Ergebnisse der Herren aus Miami).

"Rafa ist derzeit der definitiv beste Spieler und ein großer Champion. Für mich ist es noch etwas zu früh, über diese Platzierung zu sprechen", sagte Djokovic nach seinem 4:6, 6:3, 7:6-Erfolg.

Der Davis-Cup-Held sieht ungeachtet seiner makellosen Jahresbilanz von 24 Siegen in 24 Matches noch einen "großen Unterschied" zum neunmaligen Grand-Slam-Gewinner Nadal.

Kein Sieg auf Sand

Der so Geadelte freilich schätzt die seit Januar neu entstandene Situation ganz anders ein.

"Es ist zwar nicht so, dass ich seinen Atem im Nacken spüre", meinte Nadal mit Blick auf den Australian-Open-Sieger, "aber Novak wird die Nummer eins werden. Ob in einem Monat, in anderthalb oder in zwei, das hängt auch von mir und meinen Ergebnissen auf Sand ab."

Auf der roten Asche konnte der Weltranglisten-Zweite Djokovic Sandplatz-König Nadal noch nie bezwingen. "Aber ich denke, ich habe das Spiel, um Rafa auch auf diesem Belag zu fordern", sagte "Nole" und kündigte dem Spanier einen heißen Sommer an.

Drei Duelle gewonnen

Der aufschlagstarke Djokovic hat auf den Hartplätzen dieser Welt jedenfalls schon einmal vorgelegt: Die bisherigen drei Duelle des Jahres gegen Nafal entschied er für sich.

Trotzdem prägt höchster Respekt der beiden Protagonisten den Zweikampf um die Nummer eins.

Sanplatzsaison steht an

Die Wochen der Wahrheit beginnen für Nadal bereits nächste Woche in Monte Carlo. Es folgen die großen Turniere in Madrid und Rom sowie Ende Mai die French Open in Paris.

Zwei Wochen später steht dann schon der Rasenklassiker in Wimbledon an.

Nadal muss Punkte verteidigen

All diese Turniere hatte Nadal im vergangenen Jahr gewonnen, bevor er im Spätsommer auch erstmals bei den US Open in New York triumphierte.

Die Siegesserie der letzten Saison setzt den 24-Jährigen von der Ferieninsel Mallorca in puncto Platz an der Sonne allerdings unter Druck. Bis Wimbledon hat Nadal in der Rangliste mehr als 7000 Punkte zu verteidigen.

Vorsprung fast halbiert

Da Djokovic 2010 bei keinem der genannten Turniere das Finale erreicht hatte, könnte er im Erfolgsfall kräftig punkten und den derzeitigen Rückstand von 3170 Zählern auf Nadal weiter verkürzen.

Zu Jahresbeginn lag der Serbe noch 6210 Punkte hinter dem Linkshänder.

Federer nicht abschreiben

Ganz abschreiben wollte Djokovic im Kampf um den Thron aber auch Roger Federer nicht. Der Grand-Slam-Rekordsieger aus der Schweiz ist nach einem mäßigen Saisonstart derzeit nur noch Dritter der Weltrangliste.

"Ich glaube trotzdem, dass Roger noch mittendrin ist. Er will zurück auf die eins und ist erfolgshungrig", sagte Djokovic, der mit der neuen deutschen Tennis-Hoffnung Andrea Petkovic freundschaftlich verbunden ist.

Gegen Federer hatte er seine letzte Niederlage kassiert: Im November 2010 in der Vorschlussrunde des Londoner Saisonfinales.

Lendls Bestmarke in Reichweite

Djokovic will seine Rekordjagd nach ein paar Tagen Urlaub in Monte Carlo fortsetzen. In den vergangenen 30 Jahren waren nur John McEnroe (39 Siege in Folge im Jahr 1984) und Ivan Lendl (25 Siege 1986) besser in eine Spielzeit gestartet.

Den Fabel-Rekord hält aber Guillermo Vilas: Der charismatische Argentinier gewann 1977 46 Matches nacheinander.

Fußballspiel für Japan-Opfer

Dass Spaßvogel und Hobby-Imitator Djokovic trotz seiner Erfolge nicht den Blick für die Realität verloren hat, bewies er am Rande des Turniers in Miami:

Zusammen mit Nadal sammelte er Spenden für die Opfer der Naturkatastrophe in Japan und nahm an einem Benefiz-Fußballspiel teil.

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