vergrößernverkleinern
Florian Mayer stand 2004 im Viertelfinale von Wimbledon © getty

Nach Philipp Petzschner stehen auch die anderen beiden Davis-Cup-Spieler im Viertelfinale. Ein deutsches Halbfinale ist möglich.

München - Philipp Petzschner ging entschlossen voran, Florian Mayer und Philipp Kohlschreiber hielten souverän Schritt: Die drei Davis-Cup-"Musketiere" stehen beim ATP-Turnier in München im Viertelfinale.

Die Chancen auf den ersten deutschen Sieg bei den Internationalen Bayerischen Tennismeisterschaften seit dem Erfolg von Kohlschreiber 2007 wachsen.

Nachdem erst Petzschner den an Nummer eins gesetzten Titelverteidiger Michail Juschni aus dem Wettbewerb geworfen hatte, zog Mayer mit einem 6:4, 7:6 (7:1) gegen dessen russischen Landsmann Teimuras Gabaschwili nach.

"Das Turnier ist offen für jeden, der im Viertelfinale steht", sagte Kohlschreiber, vor vier Jahren großer Gewinner auf der Anlage des MTTC Iphitos, nach seinem souveränen 6:3, 6:1 gegen Denis Gremlmayr (Lampertheim) (DATENCENTER: Die Ergebnisse von München).

Brown scheidet aus

Vor einem möglichen deutschen Halbfinal-Duell bei den mit 450..000 Euro dotierten BMW Open steht Petzschner noch der Italiener Potito Starace im Weg, Mayer trifft auf den Bulgaren Grigor Dimitrow (Viertelfinale ab 12.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Kohlschreiber trifft auf Radek Stepanek, der den Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown, der in einem spannenden Match über 2:51 Stunden mit 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 3:6

ausschaltete.

In Dimitrow hat Mayer womöglich den schwersten Gegner. Der erst 19 Jahre alte Newcomer sieht nicht nur ein wenig so aus wie der Schweizer Weltstar Roger Federer, "er versucht auch wie Roger Federer zu spielen", erklärte Mayer.

"Er hat eine große Zukunft vor sich", ergänzte der 27 Jahre alte Bayreuther, prophezeihte Dimitrow allerdings auch: "Wenn ich meine Leistung abrufe, muss er schon ein sehr gutes Match spielen, um mich zu schlagen."

Gegen Gabaschwili tat sich Mayer schwer: "Ich habe nicht auf meinem Top-Level gespielt, aber ein Sieg ist ein Sieg."

Mayer selbstkritisch

Der unberechenbaren Gabaschwili wehrte sich immerhin 1:50 Stunden, dann stand Mayer bereits zum fünften Mal in diesem Jahr eine Runde der letzten Acht.

Schlecht aufgeschlagen habe er, erklärte der Franke selbstkritisch, bisweilen habe er außerdem "zu passiv" gespielt, "daran muss ich bis zum nächsten Match noch arbeiten".

[kaltura id="0_tmsgwcza" class="full_size" title="Brown nach Achterbahnfahrt raus"]

Im zweiten Durchgang wehrte der derzeit bestplatzierte Deutsche in der Weltrangliste (35.) beim Stand von 4:5 drei Satzbälle ab, im Tie-Break war er dann wieder Herr der Lage.

"Da war ich sehr gut, da habe ich dann auch sehr offensiv gespielt", sagte Mayer.

Blitz und Donner

Mayers Match hätte bereits am Mittwoch stattfinden sollen, doch bei Blitz, Donner, ständig wiederkehrendem Regen und miserablen Lichtverhältnissen gelang es gerade noch Petzschner, sein Zweitrundenmatch zu beenden - mit Erfolg.

In einer Neuauflage des Halbfinales aus dem vergangenen Jahr hatte der 27 Jahre alte Bayreuther Titelverteidiger Juschni über weite Strecke erstaunlich gut im Griff, 7:6 (7:5), 3:6, 6:2 gewann er nach spannenden 2:16 Stunden, nicht eingerechnet eine knapp eineinhalbstündige Regenunterbrechung.

"Das wäre eine Schlagzeile gewesen"

Petzschners Erfolg war auch ein Sieg der Gelassenheit, mit den wirdrigen Umständen ging er wesentlich besser um als Juschni, immerhin die Nummer 13 der Weltrangliste.

"Ich habe gemerkt, es nervt ihn mehr wie mich", berichtete er, gab aber mit einem Grinsen auch zu: "Es war komisch. Ich habe mich gefragt, ob der Blitz auch in meinem Kopf einschlagen könnte.

Das wäre 'ne Schlagzeile gewesen: Spieler vom Blitz erschlagen." Zeitweise war es auf der Anlage des MTTC Iphitos auch so dunkel, dass die Spieler den Ball kaum sahen.

Petzschners Viertelfinalgegner Starace ist als 43. der Weltrangliste immerhin noch 33 Positionen besser platziert als der Deutsche.

Petzschner aber gibt sich ähnlich wie sein Freund Mayer weiter gelassen und selbstbewusst: "Wenn ich so spiele, wenn ich so da bin wie gegen Juschni, dann muss ich mich bei diesem Turnier vor keinem verstecken."

Cilic schaltet Reister aus

Im Viertelfinale steht auch der Kroate Marin Cilic, der in München an Position drei gesetzt ist.

Cilic besiegte Horacio Zeballos aus Argentinien mit 6:4, 7:6 (9:7) und trifft nun auf Nikolai Dawydenko. Der Russe besiegte Qualifikant Julian Reister aus Hamburg mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:1.

In Juschni, Stanislas Wawrinka (Schweiz/Nr. 2) und Marcos Baghdatis (Zypern/Nr. 4) sind die anderen drei topgesetzten Spieler bereits ausgeschieden.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel