vergrößernverkleinern
Florian Mayer ist aktuell Nummer 35 der Weltrangliste © getty

In München verliert die deutsche Nummer 1 auch ihr viertes Finale. Davydenko kann Mayer nur einen Satz lang Paroli bieten.

München - Er versuchte zu kämpfen, die Zuschauer unterstützten ihn nach Kräften, doch der Tag des Endspiels war wieder mal nicht der Tag von Florian Mayer.

Zum vierten Mal in seiner Karriere griff der Bayreuther nach dem Sieg bei einem ATP-Turnier, zum vierten Mal griff er daneben.

Im Finale der BMW Open in München (Highlights So., 18.30 Uhr im TV auf SPORT1) unterlag Mayer dem Russen Nikolai Davydenko nach 1:49 Stunden mit 3:6, 6:3, 1:6.

Dabei brach er im dritten Satz geradezu ein.

Mayer nun in den Top 30

"Ich bin ein bisschen enttäuscht. Es war ein Finale, ich war ein bisschen nervös, ich wollte unbedingt gewinnen. Leider hat es nicht geklappt", sagte Mayer.

Schwacher Trost: Trotz der Niederlage, für die er wenigstens noch ein Preisgeld von 36.250 Euro erhielt, wird der 27 Jahre alte Franke in der neuen Weltrangliste zum ersten Mal zu den Top 30 gehören.

Eine Woche nach dem Erfolg von Julia Görges (Bad Oldesloe) in Stuttgart müssen die deutschen Herren aber weiter auf den ersten Turniersieg seit Juni 2009 warten. Damals hatte Benjamin Becker (Orschholz) im niederländischen s'-Hertogenbosch gewonnen.

Dawydenko wiederholt Erfolg

Letzter deutscher Sieger in München war 2007 Philipp Kohlschreiber gewesen. Der Augsburger scheiterte diesmal im Viertelfinale an Radek Stepanek (Tschechien).

[kaltura id="0_5q6p6319" class="full_size" title="Davydenko zerst rt Mayers Titeltr ume"]

Mayer dagegen hatte sich in Halbfinale im Bayreuther Duell gegen Philipp Petzschner durchgesetzt (6:3, 6:4).

Davydenko, bereits Sieger der BMW Open im Jahre 2004, erhielt für den 21. Turniersieg seiner Karriere 68.500 Euro Preisgeld und ein Cabrio im Wert von rund 50.000 Euro.

Mayer vergibt Breakchancen

Mayer wirkte im Endspiel gegen die bisherige Nummer 40 der Weltrangliste zunächst nicht ganz so konzentriert wie im Halbfinale. Vor allem sein Aufschlag, gegen Petzschner noch der Schlüssel zum Sieg, bereitete ihm große Probleme.

Von seinen ersten Aufschlägen brachte Mayer im ersten Satz nur knapp jeden zweiten ins Feld, bereits im vierten Spiel gelang Davydenko daraufhin ein Break.

Auch nutzte der Bayreuther seinerseits seine zahlreichen Chancen nicht, im ersten Satz vergab er fünf Möglichkeiten zum Break, sein Gegner gewann den Durchgang schließlich nach 44 Minuten scheinbar ohne Mühe.

Mayer am Ende müde

Dann aber fand Mayer scheinbar ebenso problemlos in das Match zurück - vor allem, weil sein erster Aufschlag plötzlich funktionierte.

Er verbesserte die Quote beim ersten Service auf 73 Prozent und nutzte gleich im zweiten Spiel dieses zweiten Satzes seinen insgesamt sechsten Breakball.

Mayer gewann den Durchgang souverän, doch nach einer Pinkelpause und einem Hemdenwechsel hatte er den Faden wieder verloren und schlug wieder sehr schlecht auf.

Davydenko holte sich die Breaks zum 2:0 und zum 5:1, servierte selbst sehr stabil und wirkte am Ende auch wesentlich frischer.

Zufriedene Gesichter

Ein zufriedenes Gesicht machten am Schlusstag immerhin die Organisatoren in München, die einen neuen Zuschauerrekord vermeldeten.

Insgesamt kamen in der abgelaufenen Woche 38.000 Besucher auf die Anlage des MTTC Iphitos, 1000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2002 und 10.000 mehr als im völlig verregneten Vorjahr.

Auch die Zukunft der Veranstaltung der 250er-Kategorie ist gesichert. Der Vertrag von Hauptsponsor BMW läuft ohnehin bis 2013, der Presenting Sponsor FWU Group verlängerte am Sonntag bis 2015.

Kühn will mehr Stars holen

Turnierdirektor Patrik Kühnen will zudem weiter versuchen, die sportliche Attraktivität zu steigern, auch wenn München auch in Zukunft unmittelbar vor Turnieren der 1000er-Kategorie in Madrid sowie in Rom stattfinden wird.

Spieler aus den Top 5 der Weltrangliste zu bekommen, sei deshalb sehr schwierig, sagte Kühnen: "Wir werden nicht locker lassen."

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel