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Roger Federer stand insgesamt 285 Wochen an der Spitze der Weltrangliste © getty

Das frühe Aus in Rom sieht der Schweizer als Vorteil für die French Open. Er hadert dennoch mit seiner Chancenauswertung.

Rom - Roger Federer machte aus der Not eine Tugend.

Ein wenig genervt, aber zumindest äußerlich gefasst blickte der Grand-Slam-Rekordsieger nach seinem überraschenden Achtelfinal-Aus in Rom Richtung Paris.

"Jetzt kann ich drei, vier Tage pausieren", sagte Federer: "und werde somit frisch und ausgeruht bei den French Open an den Start gehen."

Und doch verabschiedete sich der Schweizer nach dem 6:4, 6:7, 6:7 gegen Richard Gasquet (Frankreich) mit vielen Fragezeichen im Gepäck aus der ewigen Stadt. Federer ließ sich die Enttäuschung über den neuerlichen Rückschlag zwar kaum anmerken.

Vorbereitungsturniere ohne zählbaren Erfolg

Aber die Zahlen sprechen für sich.

Mit Blick auf das anstehende zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres (ab 22. Mai) wird die siebte Niederlage der Saison auch den 29-Jährigen, der seit über 15 Monaten auf seinen 17. Major-Triumph wartet, nachdenklich gestimmt haben.

Vor dem Höhepunkt der Sandplatzsaison in Roland Garros hat Federer bei keinem der großen Vorbereitungsturniere das Finale erreicht. In Monte Carlo vor knapp fünf Wochen war der einstige Dominator bereits im Viertelfinale am Österreicher Jürgen Melzer gescheitert.

"Hätte niemals verlieren dürfen"

Diesmal bedeutete der Weltranglisten-16. Gasquet Endstation. Den hatte Federer zuvor achtmal in Serie besiegt. Im zweiten Satz führte der Favorit bereits 4:2, hatte Breakbälle zum 5:4 und bezauberte die Menge im Foro Italico mit seinem berühmt-berüchtigten Schlag durch die Beine.

Dann gab Federer das schon gewonnen geglaubte Match doch noch aus den Händen.

Ein Fauxpas, der dem glücklichen Vater eines aufgeweckten Zwillingspärchens noch vor einiger Zeit in dieser Form wohl nicht passiert wäre.

"Ich hätte diese Partie niemals verlieren dürfen. Ich hatte etliche Chancen", erklärte der lahmende "Fed-Express" und musste sich eingestehen: "Mir ist es nicht gelungen, den Unterschied aufzuzeigen."

[kaltura id="0_cuu0azea" class="full_size" title="Gasquet entzaubert Federer"]

Rückstand wächst an

Zuletzt hatte der Eidgenosse mit den guten Manieren vor einem Jahr das Viertelfinale eines Turniers verpasst - ebenfalls in Rom.

Der Rückstand auf die Nummer zwei Novak Djokovic wird nicht nur in der Weltrangliste immer größer. Der Serbe eilt als Triumphator der Stunde von Sieg zu Sieg und hat mittlerweile auch Branchenführer Rafael Nadal (Spanien) samt Tennis-Thron im Visier.

Schlechte Serie für Federer

Federer indes wartet in diesem Jahr noch auf seinen ersten Sieg gegen einen der beiden Konkurrenten.

Zu Buche stehen fünf Niederlagen in fünf Duellen - drei gegen "Nole" Djokovic, zwei gegen "Rafa" Nadal.

Ergibt eine große Portion Frust beim vielleicht besten Tennisspieler aller Zeiten, der in seiner Karriere bislang rund 62,5 Millionen Dollar an Preisgeldern verdient hat.

Federer will wieder Nummer eins werden

Und trotzdem hat Federer noch diesen Traum von der Rückkehr an die Spitze.

"Kurzfristig ist es mein Ziel, wieder die Nummer eins zu werden", meinte der sechsmalige Wimbledon-Champion jüngst. An Rücktritt denkt Federer noch längst nicht. Am 8. August wird er 30.

Er sehe sich aber trotzdem mental in der Lage, noch viele Jahre lang zu spielen.

"Ich habe bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London schon fest geplant, und jetzt fängt die Planung für die Zeit danach an", sagte er unlängst der "FAZ" (Bericht).

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