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Florian Mayer aus Bayreuth ist seit 2001 Tennisprofi © imago

Der Bayreuther behält bei der Mannschafts-WM gegen Granollers die Oberhand. Das Finale für Deutschland ist zum Greifen nah.

Düsseldorf - Roberto Blanco klatschte anerkennend Beifall, Fußball-Vizeweltmeister Carsten Ramelow analysierte kritisch den letzten Vorhandfehler.

Die wahren Edelfans bei der Mannschafts-WM in Düsseldorf saßen allerdings hinter Florian Mayer.

Seine Teamkollegen Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Philipp Petzschner (Bayreuth) und Christopher Kas (Trostberg) stärkten der deutschen Nummer eins den Rücken und peitschten Mayer zum 4:6, 6:4, 6:2-Sieg über Marcel Granollers.

Nach einem umkämpften Spiel steht Deutschland vor dem zweiten Erfolg beim Power Horse World Team Cup und hat das Finale zum Greifen nahe, da Kontrahent Russland gegen Serbien 0:2 zurückliegt. Die erste Partie hatten die Gastgeber 3:0 gegen Serbien gewonnen.

Mayer fehlt die Leichtigkeit

"Der Zusammenhalt pusht ungemein", lobte Mayer die Unterstützung von der eigenen Bank: "Die Jungs haben mir sehr geholfen. Das hat die letzten Prozent gegeben, um für das Team zu gewinnen."

Der Bayreuther brauchte die Anfeuerung der eigenen Bank und der Zuschauer, die sich am dritten Tag der Tennis-WM im Rochusclub von der Sonne anlocken ließen und zahlreich erschienen waren.

Mayer fehlte vor allem im ersten Satz die Leichtigkeit, die ihn noch am Vortag beim 6:2, 6:2 über Viktor Troicki (Serbien) ausgezeichnet hatte. (DATENCENTER: ATP-Weltrangliste)

Hadern über eigene Fehler

Eine Vorhand nach der anderen landete im Netz oder im Aus. "Heute hatte ich nicht den richtigen Touch und konnte nur durch Kampf zurück ins Spiel kommen", erklärte Mayer.

Der Weltranglisten-21. haderte, schmiss seinen Schläger und quittierte eigene Fehler mit einem ironischen Grinsen.

[kaltura id="0_5g30xoum" class="full_size" title="Mayer bringt Deutschland in Front"]

Die Körpersprache ließ nichts Gutes vermuten. "Ich habe mich heute einfach nicht gut gefühlt", sagte der zurückhaltende Franke.

Granollers geduldiger

Granollers, wie so viele Spanier ausgewiesener Sandplatzspezialist, hielt dagegen den Ball im Spiel und agierte geduldig. Er wartete nur auf Mayers Fehler - im ersten Durchgang mit Erfolg.

"Das hat er schon klug gemacht. Er ist mit viel Spin in meine Vorhand angegangen und hat den Ball einfach einmal öfter ins Feld gespielt als ich", sagte Mayer.

Sorgenvoll waren die Mienen hinter der Trainerbank allerdings nur selten. Auch Teamchef Kühnen blieb auffallend gelassen und wies seinen Schützling an, "geduldiger zu spielen".

Glücklicher zweiter Satz

Erst nachdem Mayer den zweiten Satz "auch ein bisschen glücklich" gewonnen hatte, lief es für den 27-Jährigen auf einmal rund.

"Granollers hat ein paar leichte Fehler gemacht und ich habe mich plötzlich super gefühlt. Er war im dritten Durchgang wohl auch ein bisschen müde", erklärte Mayer die Wende.

Kohlschreiber fordert Gimeno-Traver

Mit dem Einzel von Kohlschreiber gegen Daniel Gimeno-Traver (ab 13 Uhr LIVESCORES) und dem abschließenden Doppel (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) hat das DTB-Team am Mittwoch zwei Chancen, einen großen Schritt in Richtung Finale zu machen.

Da die Russen Igor Andrejew (6:1, 6:7, 4:6 gegen Dusan Lajovic) und Michail Juschni (3:6, 1:6 gegen Viktor Troicki) verloren, haben außer Deutschland bereits alle Mannschaften der Blauen Gruppe mindestens eine Niederlage auf ihrem Konto.

"Haben alles selbst in der Hand"

"Morgen haben wir zwei Chancen, das Spiel zu gewinnen. Wir haben alles selbst in der Hand", sagte Mayer, dessen Sieg im ersten Duell mit Marcel Granollers ein gutes Omen für den weiteren Turnierverlauf sein könnte.

Beim letzten Erfolg des Gastgebers Deutschland beim World Team Cup 2005 bezwang das DTB-Team ebenfalls Spanien in der Gruppenphase und holte später den Titel im Endspiel gegen Argentinien.

Die Südamerikaner streben unterdessen im Gleichschritt mit Deutschland das Finale im Düsseldorfer Rochusclub an.

Nach dem 3: 0-Erfolg zum Auftakt über Kasachstan gewann Juan Ignacio Chela gegen den Schweden Christian Lindell 6:1, 6:1 und brachte den Titelverteidiger 1:0 in Führung.

Gruppenfinale gegen USA möglich

Ob es zu einem Gruppenfinale gegen die USA kommt, entscheidet sich am Mittwoch. Die Amerikaner verpassten den vorzeitigen Sieg über Kasachstan.

Nachdem Mardy Fish (6:4, 6:2 gegen Andrej Golubew) sein Einzel gewonnen hatte, unterlag Sam Querrey trotz hoher Führung 6:3, 5:7, 5:7 gegen Michail Kukuschkin.

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