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Philipp Kohlschreiber spielt dieses Jahr seine zehnte Profisaison © getty

Dem Auftaktsieg folgen zwei Niederlagen gegen Spanien beim World Team Cup, jetzt muss die Mannschaft gegen Russland punkten.

Düsseldorf - Philipp Kohlschreiber suchte das Gespräch mit sich selbst. "Für was kämpfe, laufe und acker ich hier eigentlich", fragte sich der Tennisprofi auf dem Weg zum Netz.

Dort musste er dem Spanier Daniel Gimeno-Traver zum Sieg gratulieren. 4:6, 6:2, 3:6 hatte die deutsche Nummer zwei ihr Einzel bei der Mannschafts-WM in Düsseldorf verloren und war ratlos.

"Ich mache mir das Leben schwer und weiß nicht warum", sagte Kohlschreiber.

Die anschließende 6:7 (7:9), 3:6-Niederlage von Philipp Petzschner und Christopher Kas im Doppel gegen Marcel Granollers/Marc Lopez besiegelte die 1:2-Pleite gegen Spanien.

Finale noch möglich

Nur Florian Mayer hatte sein Einzel gewonnen (4:6, 6:4, 6:2 gegen Marcel Granollers).

Im Duell mit Russland am Donnerstag und Freitag (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). kann das DTB-Team aber noch immer den Finaleinzug perfekt machen, braucht dazu, ein eigener Sieg vorausgesetzt, die Unterstützung der Serben in der Partie mit Spanien.

Die Begegnung zwischen Kohlschreiber und Gimeno-Traver war bis zum 3:3 im dritten Satz ein zähes Ringen.

"Enttäuscht und gefrustet"

Dann geschah jedoch das Unerklärliche: Innerhalb von wenigen Minuten gab Kohlschreiber zweimal seinen Aufschlag ab und blieb "enttäuscht und gefrustet" zurück.

"Ich mache mir die ganze Arbeit zunichte. Das ist wie im Fußball, wenn Du 90 Minuten kämpfst, dann fünf Minuten nicht aufpasst und zwei Gegentore kassierst", meinte Bayern-Fan Kohlschreiber und fühlte sich an das legendäre Champions-League-Finale seines Lieblingsvereins 1999 gegen Manchester United erinnert.

Diese Dimension hatte das Vorrundenspiel des Power Horse World Team Cup nicht, die Finalchance ist trotz der Niederlage gegen Spanien noch immer da.

Fehler in Serie

Für den Titel muss Kohlschreiber jedoch schleunigst Antworten auf all seine Fragen finden.

Zum Beispiel, warum er im ersten Durchgang einfache Fehler in Serie produzierte und kein Konzept gegen das druckvolle Spiel der spanischen Nummer elf fand.

"Er ist ein Spielertyp, den ich nicht so mag, weil er mich mit einem Schlag weit hinter die Grundlinie drängt", analysierte Kohlschreiber.

Top 20 in weiter Ferne

Erst nach und nach kämpfte er sich ins Spiel und antwortete mit variablem Tennis auf die hohen Topspin-Bälle des Spaniers. Eingestreute Stopps, Aufschlag-Volley-Kombinationen und der Rückhand-Slice schienen erfolgsversprechend zu sein.

"Die Leistung aus dem zweiten Satz muss ich mir vor Augen halten", sprach sich Kohlschreiber Mut zu, von seinem großen Ziel, unter die Top 20 der Weltrangliste zu kommen, scheint er allerdings so weit entfernt zu sein wie selten zuvor.

Kohlschreibers Einzel-Pleite ausgebügelt hätte beinahe das Doppel Petzschner/Kas (DATENCENTER: ATP-Weltrangliste).

Chancen gegen Russland: 50:50

Im ersten Satz vergab das Duo im Tie-Break sogar einen Satzball. Trotz der lautstarken Unterstützung der deutschen Fans reichte es am Ende aber nicht zum Sieg.

"Die Spanier waren ein ebenbürtiges Doppel", sagte Petzschner und richtete seinen Blick auf das Duell mit den Russen:

"Wir müssen uns neu konzentrieren. Die Chancen stehen 50 zu 50."

[kaltura id="0_5g30xoum" class="full_size" title="Mayer bringt Deutschland in Front"]

Russland unterliegt Serbien

Im zweiten Spiel der Blauen Gruppe unterlag Russland gegen Serbien mit 1:2. Das Doppel Igor Andrejew/Dimitri Tursonow verkürzte in drei Sätzen gegen Janko Tipsarevic/Viktor Troicki.

Zuvor hatten Dusan Lajovic und Troicki ihre Einzel gewonnen.

In der Roten Gruppe erwartet die Zuschauer im Rochusclub ein entscheidendes Spiel zwischen den USA und Titelverteidiger Argentinien und damit die Neuaflage des Finals vom vergangenen Jahr.

USA mit zwei Siegen

Beide Teams feierten den zweiten Sieg beim World Team Cup und spielen den Finalteilnehmer untereinander aus.

Die USA schlug dank des Doppelerfolgs von John Isner/Mardy Fish Kasachstan mit 2:1. Am Dienstag hatte Fish sein Einzel gegen Andrej Golubew klar gewonnen, Sam Querrey allerdings überraschend gegen Michail Kukuschkin verloren.

Argentinien setzte sich 2:1 gegen Schweden durch. Nach Juan Ignacio Chela punktete auch das Doppel Chela/Juan Monaco.

Einzig Maximo Gonzalez hatte gegen den Weltranglistenfünften Robin Söderling keine Chance.

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