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Philipp Kohlschreiber belegt derzeit den 44. Platz in der Weltrangliste © getty

"Kohli" schlägt beim World Team Cup Juschni nach einem Rückstand und sorgt für den Finaleinzug. Petzschner hatte vorgelegt.

Düsseldorf - Am Ende der Achterbahnfahrt zeigte Philipp Kohlschreiber wieder sein strahlendes Gesicht:

Mit 2:6, 6:3, 6:2 triumphierte der Augsburger über Michail Juschni, brachte Gastgeber Deutschland in der Begegnung mit Russland 2:0 in Führung und damit ins Finale der Mannschafts-WM in Düsseldorf gegen Titelverteidiger Argentinien (Sa., ab 20 Uhr im TV auf SPORT1).

Das Bayreuther Doppel Philipp Petzschner/Florian Mayer unterlag zum Abschluss Igor Andrejew/Dimitri Tursonow 6:7 (6:8), 4:6.

Große Erleichterung

Während Serbien im Duell mit Spanien durch zwei klare Einzelsiege die erhoffte Schützenhilfe leistete und 2:1 gewann, durchlebte Kohlschreiber einmal mehr alle Höhen und Tiefen seines derzeit wechselhaften Daseins als Tennisprofi (DATENCENTER: ATP-Weltrangliste).

Kohlschreibers Erleichterung war bis auf die Tribüne zu spüren. Nach dem verwandelten Matchball blies der 27-Jährige die Backen auf, pustete kräftig durch und ließ sich von seinen Mannschaftskollegen in den Arm nehmen.

"Es stand ja ein bisschen was auf dem Spiel, gerade weil ich gegen Spanien das vorentscheidende 2:0 verpasst hatte", sagte Kohlschreiber, der auf der Anzeigetafel gesehen hatte, dass sein Sieg den Finaleinzug bedeuten würde.

"Kohli" mit Problemen

Doch im ersten Durchgang funktionierte nicht viel im Spiel des hoch veranlagten Kohlschreibers.

Nur zwei Gewinnschläge produzierte er, musste zwei Breaks hinnehmen und verzog das Gesicht, als hätte er das Tennisspielen nun vollends verlernt.

Von Selbstzweifeln geplagt, blickte der Weltranglisten-44. entmutigt über den Center Court des Rochusclubs - seine Körpersprache ließ Schlimmes vermuten.

"Der erste Satz war wahrlich nicht gut", gab Kohlschreiber später zu.

Partie wendet sich

Zur Überraschung der Zuschauer drehte sich jedoch das Match im zweiten Satz.

Nun spielte die deutsche Nummer zwei seinen Kontrahenten druckvoll aus - wie vor einer Woche beim Masters in Rom, als er Juschni im Schnelldurchgang (6:4, 6:2) geschlagen hatte.

[kaltura id="0_nk6yiur4" class="full_size" title="Petzschner legt Grundstein f r Finaleinzug"]

Nach nur wenigen Minuten führte er 5:1, verfiel jedoch wieder in alte Muster. Ein Doppelfehler und ein vergebener "Elfmeter" mit der Vorhand ließen den Russen ein Break aufholen, den Satzausgleich schaukelte "Kohli" gerade eben nach Hause.

"Dadurch hat er mehr und mehr Selbstvertrauen gewonnen", erklärte Teamchef Patrik Kühnen.

"Am Anfang schlecht, am Ende gut"

Aber auch im Entscheidungssatz kämpfte Kohlschreiber anfangs mehr mit sich und seinen Schwankungen als mit Juschni, der längst das Niveau aus dem ersten Durchgang verloren hatte.

Ein frühes Break gab die deutsche Nummer zwei sofort wieder ab und runzelte die Stirn.

"Da waren noch ein paar harte Games dabei und ich bin froh, über den Kampf gewonnen zu haben", meinte Kohlschreiber und fügte schmunzelnd hinzu:

"So mag ich meine Achterbahnfahrten: Am Anfang schlecht, am Ende gut."

Deutschland vor Rekord

Nun soll am Samstag gegen Titelverteidiger Argentinien, der zum Abschluss der Gruppenphase die USA 3:0 bezwang, der fünfte Titel her.

Deutschland könnte sich zum Rekordsieger des Power Horse World Team Cups krönen. Wie die Südamerikaner hat das DTB-Team vier WM-Titel auf dem Konto.

Beim ersten (1989) und letzten Erfolg (2005) des deutschen Teams hieß der Gegner Argentinien.

Mayer eröffnet Finale

"Ich denke, wir sind leichter Favorit, haben den Heimvorteil und Florian in super Form", sagte Kohlschreiber mit Blick auf die Fans im Rochusclub und den ausgeruhten Mayer.

Der Bayreuther eröffnet das Finale gegen Juan Monaco. Mayer geht als Nummer 21 der Tennis-Weltrangliste als Favorit in das Duell mit Monaco, der auf Rang 38 platziert ist.

Mayer führt im direkten Vergleich mit 3:1, das letzte Match liegt allerdings schon sechs Jahre zurück.

Im zweiten Einzel treffen in Philipp Kohlschreiber (Nummer 44) und Juan Ignacio Chela (Nummer 43) zwei Nachbarn der Weltrangliste aufeinander. Das abschließende Doppel beim Power Horse World Team Cup nominieren die Teamchefs erst nach den Einzeln.

Petzschner bringt DTB-Team in Front

Philipp Petzschner hatte sein Team gegen Russland in Führung gebracht.

Um die "Kumpels mit Teamspirit" (Kohlschreiber) zu schlagen, muss aber auch "Kohli" wieder sein glückliches Gesicht zeigen.

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