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Philipp Kohlschreiber (l.) und Philipp Petzschner feiern den WM-Titel © imago

Deutschland holt gegen Argentinien den fünften WM-Titel. Im Doppel trumpft Philipp Petzschner groß auf. Mayer rückt vor.

Düsseldorf - Philipp Kohlschreiber standen Freude und Erleichterung ins Gesicht geschrieben (DATENCENTER: ATP-Weltrangliste).

Der Augsburger hob seinen Doppelpartner Philipp Petzschner in die Luft und feierte den besten Mann im entscheidenden Doppel gebührend:

Gastgeber Deutschland triumphierte durch den 2:1-Sieg über Titelverteidiger Argentinien zum fünften Mal bei der Tennis-Mannschafts-WM in Düsseldorf und kürte sich zum alleinigen Rekordsieger im Rochusclub.

Petzschner/Kohlschreiber holten den entscheidenden Punkt im Doppel gegen Juan Ignacio Chela/Maximo Gonzalez. Das Duo gewann 6: 3, 7:6 (7:5) und ließ sich anschließend ausgiebig von den Teamkollegen Florian Mayer und Christopher Kas feiern.

Kohlschreiber/Petzschner stark

"Dieser Titel ist etwas ganz Besonderes für uns. In diesem Team macht es einfach riesigen Spaß", sagte Kohlschreiber, und sein Doppelpartner Petzschner ergänzte:

"Es ist immer schön, etwas in Deutschland vor heimischem Publikum zu gewinnen. Wir hoffen, dass wir diesen Schub mit in den Davis Cup nehmen können."

Dort will der neue Mannschafts-Weltmeister vom 8. bis 10. Juli in Stuttgart gegen Frankreich den Sprung ins Halbfinale schaffen. Überraschend hatte Mannschafts-Kapitän Patrik Kühnen Kohlschreiber an der Seite von Petzschner für das Doppel nominiert.

Die Entscheidung führte zum Ziel: Die beiden Bayern harmonierten von Beginn an und gingen mit einem frühen Break in Führung. Chela/Gonzalez kamen zwar noch einmal heran, doch das deutsche Duo, in dem Doppel-Wimbledonsieger Petzschner die Führungsrolle übernahm, konterte sofort.

DTB-Team dominiert

Auch im zweiten Satz dominierten die Hausherren vor den French Open in Paris (So., ab 10 Uhr im LIVE-Ticker) und setzten die Gäste aus Südamerika besonders bei Chelas schwachem Aufschlag zunehmend unter Druck.

Gonzalez musste am Netz spekulieren und wurde ein ums andere Mal ausgeguckt.

Erst als Kohlschreiber mit seiner Vorhand einige Fehler produzierte, kamen Chela/Gonzalez wieder heran, der Schlussspurt im Tiebreak ging jedoch an die Deutschen.

Mayer in Top 20

Für deren Führung hatte Mayer im ersten Einzel gesorgt. Mit seinem 7:6 (7:4), 6:0-Sieg über Juan Monaco nahm der 27-Jährige die nächste Hürde bei seinem Aufstieg in der Weltrangliste.

Ab Montag wird Mayer zum ersten Mal in seiner Karriere unter den Top 20 geführt. "Ich bin super happy. Das ist ein klasse Gefühl", sagte Mayer, der zuvor "sehr angespannt" gewesen war.

"Manchmal ein bisschen passiv"

Im ausgeglichenen ersten Durchgang zeigten beide Spieler vor 5500 Zuschauern begeisterndes Tennis.

Monaco drängte Mayer mit seiner starken Vorhand oft in die Defensive, doch die deutsche Nummer eins wehrte sich und befreite sich oftmals mit dem Vorhand-Slice aus der Bedrängnis.

"Manchmal war ich ein bisschen passiv. Am Ende haben im Tiebreak ein, zwei Punkte über den Sieg entschieden", sagte Mayer.

Monaco muss passen

Zu Beginn des zweiten Satzes schlug sich der Südamerikaner vor die linke Hand und verletzte sich selbst.

"Er war schon gehandicapt", sagte Mayer, der das Spiel daraufhin souverän gewann. Monaco konnte später auch zum entscheidenden Doppel nicht mehr antreten und machte für Chela Platz, der das Niveau nicht halten konnte.

"Kohli" verliert Einzel

Zuvor hatte der 31-Jährige die deutsche Nummer zwei Kohlschreiber in zwei Sätzen 6:4, 7:6 (7:4) geschlagen.

Als der Argentinier beim Stand von 5:4 im zweiten Durchgang zum Match serviert hatte, drehte der Augsburger zwar noch einmal auf, im Tiebreak musste er jedoch die zweite Niederlage beim diesjährigen Power Horse World Team Cup hinnehmen.

Kohlschreiber nahm die Niederlage mit einem Lächeln: "Vielleicht hat ihm jeder Punkt im Einzel später im Doppel weh getan."

Dritter Finalerfolg über "Gauchos"

Für das DTB-Team war der Sieg über Argentinien der dritte Finalerfolg über die Gouchos im Rochusclub nach 1989 und 2005.

Zudem behielt Deutschland 1994 gegen Spanien und 1998 gegen Tschechien den Pokal in der Heimat.

"Wir haben geschlossen das Ziel verfolgt. Großes Kompliment an die Mannschaft", sagte Patrik Kühnen, der nach 2005 zum zweiten Mal den Titel als Teamchef gewann. 1989 stand er beim ersten deutschen Sieg als Spieler auf dem Feld.

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