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Roger Federer gewann in seiner Karriere bislang 16 Grand-Slam-Titel © getty

Bei den Organisatoren des Turniers von Halle herrscht nach dem Rückzieher des Paris-Finalisten dicke Luft. "Kohli" siegt mit Mühe.

Halle - Publikumsliebling Roger Federer hat die Organisatoren des ATP-Turniers im westfälischen Halle (täglich ab 14.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mächtig verärgert.

Der Grand-Slam-Rekordgewinner sagte zum dritten Mal nach 2007 und 2009 seinen Start bei den Gerry Weber Open ab.

Turnierdirektor Ralf Weber reagierte aufgebracht: "Das ist für mich eine persönliche Enttäuschung, die ich augenblicklich kaum in Worte fassen kann. Das macht mich fassungslos." (Jetzt mitspielen und 5.000 Euro gewinnen: Der SPORT1 Tipp-König)

Einen Tag nach seinem verlorenen French-Open-Finale gegen den Spanier Rafael Nadal (Bericht) teilte der Schweizer Weltranglistendritte den Organisatoren des mit 750.000 Dollar dotierten ATP-Turniers am Montagabend um 20.09 Uhr mit, dass er nicht teilnehmen könne 414590(DIASHOW: Die Finals).

Dicke Luft bei Organisatoren

"Ich habe mich heute mit meinem Team beraten. Mit Rücksicht auf meinen Körper und speziell auf meine Leiste muss ich leider verzichten. Ein Start wäre ein zu großes Risiko mit Blick auf Wimbledon", teilte Federer mit.

"Die Planungen waren ein Jahr lang fast ausschließlich auf Rogers Start bei uns konzentriert", sagte Ralf Weber weiter, "und er hat uns gegenüber auch nie Zweifel aufkommen lassen, dass er gesundheitliche Probleme hat. Meine Enttäuschung habe ich auch gegenüber seinem Management deutlich zu verstehen gegeben. Wir erwarten, dass dieser Vertrag auch mit Leben erfüllt wird - und nicht nur eine Absichtserklärung ist."

Finalniederlage gegen Hewitt

Der 16-malige Grand-Slam-Gewinner ist in Halle mit fünf Erfolgen der Rekordsieger.

Im vergangenen Jahr hatte er allerdings das Finale gegen den Australier Lleyton Hewitt verloren, der dieses Mal bereits in Runde eins der Gegner gewesen wäre.

2007 musste Federer bereits verletzt passen, 2009 war sein Akku nach seinem ersten French-Open-Triumph in Roland Garros leer.

[kaltura id="0_7nw8p4ds" class="full_size" title="Kohlschreiber zittert sich ins Achtelfinale"]

"Kohli" müht sich gegen Youngster

Am Nachmittag war die Erleichterung bis auf die Ränge des Center Courts im Gerry Weber Stadion zu spüren: Davis-Cup-Spieler Philipp Kohlschreiber musste lange um den Sieg im deutschen Duell mit dem Youngster Cedrik-Marcel Stebe zittern, setzte sich letztlich aber 6:4, 3:6, 6:1 gegen den 20 Jahre alten Qualifikanten durch (DATENCENTER: ATP-Turnier in Halle).

Der erhoffte Befreiungsschlag war der Achtelfinaleinzug beim einzigen deutschen Rasenturnier allerdings nicht.

Kohlschreiber meinte lapidar: "Ich freue mich, dass ich nochmal spielen darf."

"Habe mich ausgeknockt"

Der Lübecker Tobias Kamke kam ebenfalls eine Runde weiter, profitierte dabei allerdings beim Stand von 3:4 von der verletzungsbedingten Aufgabe seines Freundes Julian Reister (Hamburg).

Wie schon auf der durchwachsenen Tour über die europäischen Sandplätze haderte Kohlschreiber im Matchverlauf ständig mit sich selbst. Mit ausgebreiteten Armen kommentierte der Augsburger einige seiner zahlreichen Fehler und wirkte vor allem im zweiten Satz hilflos gegen den zeitweise furios aufspielenden Stebe.

"Im zweiten Satz habe ich mich selber ein bisschen ausgeknockt und ganz einfache Bälle vergeben", sagte Kohlschreiber bei SPORT1: Das darf einfach nicht passieren."

Denkpause nach French-Open-Aus

Das Talent aus Mühlacker absolvierte in Halle sein erstes Einzel im Hauptfeld eines ATP-Turniers und überzeugte mit variablem Tennis. "Ich habe ihn mit dem Break selber stark gemacht", sagte Kohlschreiber.

Erst im entscheidenden Durchgang setzte sich der frischere Kohlschreiber durch, der sich nach dem French-Open-Aus in Runde eins gegen den Amerikaner Sam Querrey eine Denkpause verordnet und eine Woche den Schläger nicht angerührt hatte.

Jetzt kommt Dolgopolow

"Ich habe mich in den letzten Wochen selbst zu stark unter Druck gesetzt. Diese Einstellung hemmte mich", erklärte der 27-Jährige, der in diesem Jahr mit seinem neuen britischen Trainer Miles Maclagan eigentlich die Top 20 angreifen wollte.

Im Achtelfinale trifft "Kohli" auf Alexander Dolgopolow (Nummer 21) aus der Ukraine.

Haas gibt sich kämpferisch

Große Ziele verfolgt Tommy Haas bei seinem erkärten "Lieblingsturnier".

2009 hatte der Wahl-Amerikaner in Halle triumphiert, später allerdings 15 Monate pausieren müssen. In Paris nahm der 33-Jährige bereits einen Comeback-Anlauf, scheiterte jedoch in Runde eins an Marsel Ilhan (Türkei). Nun gibt er sich angriffslustig: "Ich hoffe, meinen Titel sozusagen verteidigen zu können."

Zum Auftakt muss Haas am Dienstag gegen den Italiener Andreas Seppi antreten.

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