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Philipp Petzschner holte in seiner Karriere bislang einen ATP-Titel © getty

Mit seinem Sieg über Tomas Berdych zieht "Petzsche" ins Endspiel ein. Dort kommt es zum Duell gegen Philipp Kohlschreiber.

Halle/Westfalen - Philipp Petzschner und Philipp Kohlschreiber haben deutsche Tennis-Geschichte geschrieben und bestreiten das erste rein deutsche Finale beim Rasenturnier im westfälischen Halle.

Die Davis-Cup-Kollegen setzten sich jeweils gegen Top-Ten-Spieler durch und sorgten somit für das erste deutsche Endspiel auf der ATP-Tour seit sieben Jahren (ab 13 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 17:45 Uhr im TV auf SPORT1).

Damals hatte Tommy Haas in Los Angeles Nicolas Kiefer bezwungen. Petzschner setzte sich gegen den Weltranglistensiebten Tomas Berdych aus Tschechien 7:6 (9:7), 2:6, 6:3 durch, Kohlschreiber triumphierte gegen Gael Monfils (Frankreich) mit 6:3, 6:3 (DATENCENTER: ATP-Turnier in Halle).

Im besten Spiel des bisherigen Verlaufs der mit 750.000 Euro dotierten Gerry Weber Open feierte Petzschner einen umjubelten Sieg über den Wimbledon-Finalisten des vergangenen Jahres.

"Petzsche" zwingt Berdych in die Knie

"Ich muss mich bedanken, dass ich vor diesem super Publikum spielen darf und ich denke, wir zahlen die Unterstützung mit guten Leistungen zurück", sagte der Doppel-Wimbledonsieger nach der Begegnung.

Petzschner zeichnete sich einmal mehr als herausragender Rasenspieler aus, zwang den 1,96 Meter großen Berdych mit tiefen Slicebällen immer wieder in die Knie und schlug 15 Asse.

Berdych vergibt Satzbälle

Unterstützt von der Kulisse auf dem Center Court wehrte er beim Stand von 4:5 im ersten Durchgang zwei Satzbälle ab und gewann den Satz schließlich nervenstark im Tie-Break.

Der konstantere Spieler war allerdings lange Berdych, der Petzschner mit zwei schnellen Breaks im zweiten Satz zeigte, warum dieser derzeit nur auf Platz 71 der Weltrangliste steht.

Zwist mit dem Publikum

Erst im dritten Durchgang fand der Bayreuther wieder zurück zu alter Stärke und durchbrach den Aufschlag des Halle-Champions von 2007 zur vorentscheidenden 4:2-Führung.

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Berdych wirkte zunehmend unzufrieden, diskutierte mit dem ATP-Supervisor Carlos Sanchez über eine strittige "Hawk-Eye"-Entscheidung (Video: Kohlschreiber besucht das "Hawk Eye) und legte sich mit dem Publikum an.

[kaltura id="0_k3hvf4qw" class="full_size" title="Halle feiert deutsches Finale"]

Kohlschreiber besiegt Monfils

Das freut sich nun umso mehr auf das historische Duell der deutschen Mannschaftsweltmeister. Philipp Kohlschreiber hatte zuvor den ersten Schritt gegen den Weltranglistenachten Monfils geschafft.

Der 27-jährige Augsburger bestätigte seine starke Verfassung auf Rasen, profitierte allerdings auch von einer Verletzung seines Kontrahenten. Der 24-Jährige Franzose musste sich bereits zu Beginn der Partie am rechten Schlagarm behandeln lassen und hatte sichtbare Probleme mit dem Aufschlag.

Ungeachtet dessen zog Kohlschreiber, der in der Weltrangliste auf Position 49 geführt wird, sein variables Grundlinienspiel auf.

"Die Spielfreude ist wieder da"

"Meine Taktik ist super aufgegangen. Ich habe viel Slice gespielt und in den richtigen Momenten Courage gezeigt", sagte er und freute sich nach der durchwachsenen Sandplatzsaison über das zurückgewonnene Selbstvertrauen: "Die Spielfreude ist wieder da."

Die braucht er gegen Petzschner, der zum zweiten Mal in seiner Laufbahn nach dem Sieg beim Hallenturnier in Wien 2008 in ein ATP-Finale einzog, dringender denn je.

Currywurst als Belohnung

"Petzsche" tritt in Halle derart locker und gleichzeitig konzentriert auf, dass er als Favorit ins deutsche Duell geht. "Bei einer Currywurst" genoss er am Abend den Sieg über Berdych.

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