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Nicolas Kiefer holte bei den Olympischen Spielen 2004 im Doppel die Silbermedaille © getty

Der ehemalige Weltranglisten-Vierte vermisst zudem den Zusammenhalt unter den deutschen Profis. Die Damen sieht er als Vorbilder.

Stuttgart - Nach Meinung von Ex-Profi Nicolas Kiefer haben die deutschen Tennisspielerinnen ihren männlichen Kollegen mittlerweile längst den Rang abgelaufen - und das in vielfacher Hinsicht.

"Uns fehlen die Typen, sie sind zu blass. Ich will niemanden persönlich angreifen, aber da gab es mal andere Zeiten", sagte Kiefer am Samstag in Stuttgart.

Der 34-Jährige aus Hannover wurde am Rande des Viertelfinals gegen Frankreich auf dem Weissenhof vom Deutschen Tennis Bund (DTB) offiziell aus dem Davis-Cup-Team verabschiedet.

Tennis-Damen als Vorbild

Kiefer hofft, dass sich die deutschen Männer ein Beispiel an Andrea Petkovic, Julia Görges und Sabine Lisicki nehmen.

"Die Frauen machen es uns vor. Bessere Werbung kann man nicht machen. Sie ziehen alle an einem Strang. Das fehlt mir bei den Männern", sagte der frühere Weltranglistenvierte.

Im Dezember 2010 hatte er nach zahlreichen Verletzungen und einer Babypause seine Karriere als Profi beendet.

Teilzeit-Trainer in Hannover

Mittlerweile arbeitet er im Bundesstützpunkt Nord in Hannover als Teilzeit-Trainer und Ratgeber.

Kiefer bekam am Samstag nach dem Doppel in Anerkennung seiner sportlichen Leistung den "Lifetime Award" verliehen.

"Kiwi" gewann in den 14 Jahren seiner Karriere insgesamt sechs Titel.

Negative Bilanz

Im Davis-Cup-Team, in dem er zuletzt im Juli 2009 gestanden hatte, sprang in elf Jahren allerdings eine negative Bilanz heraus: Zwölf Siegen stehen 14 Niederlagen gegenüber.

Kiefers bestes Ergebnis bei dem Grand-Slam-Turnieren war 2006 die Halbfinal-Teilnahme bei den Australian Open. In Wimbledon (1997) und bei den US Open (2000) stand er jeweils im Viertelfinale.

Bei den French Open in Paris schaffte es der passionierte Fußballfan und Anhänger von Hannover 96 lediglich bis ins Achtelfinale (2005).

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