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Roger Federer gewann bei den Australian Open 2010 sein letztes Grand-Slam-Turnier © getty

Der 16-malige Grand-Slam-Sieger hat sein Feuer nicht verloren und will vor dem "Rogers Cup" in Montreal von Rente nichts wissen.

Montreal/Frankfurt - Roger Federer hat es sich rücklings auf einem Sprungbrett gemütlich gemacht. Weiße Hose und beiges Hemd.

Die linke Hand lässt er genüsslich durch den Swimmingpool gleiten. Die Sonne brennt, der Himmel ist azurblau. Der Tennisstar blinzelt zufrieden - und lässt sich dann urplötzlich ins Wasser fallen.

Der Werbeclip für ein Schweizer Kreditinstitut bringt es in den Tagen nach dem 30. Geburtstag von Federer auf den Punkt: Die Rente kann warten, der Grand-Slam-Rekordsieger macht sich auf zu neuen beziehungsweise alten Ufern.

Den Traum von der Rückkehr auf den Tennis-Thron und vom Gewinn seines 17. Grand-Slam-Turniers hat Federer noch nicht aufgegeben.

"Gehe in jedes Turnier, um zu gewinnen"

Obwohl der letzte Triumph bei einem der vier großen Events bereits über anderthalb Jahre zurückliegt.

"Ich gehe immer noch in jedes Turnier mit dem Ziel, es zu gewinnen. Für mich ist die Zeit noch nicht gekommen, um zurückzublicken. Es macht keinen Unterschied für mich, ob ich 30 bin, 29 oder 31. Fest steht, ich will noch ein paar Jahre spielen", erklärte Federer.

In dieser Woche ist er passenderweise beim "Rogers Cup" im kanadischen Montreal (täglich ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1+) am Start.

"Liebe zum Tennis" als Motivation

Erst vor ein paar Wochen ist er zuhause durch sein Trophäenzimmer gegangen. Allerdings braucht er den Anblick der beeindruckenden Pokale nicht als Motivation.

"Die Liebe zum Tennis" sei immer noch sein größter Antrieb, bekannte der Schweizer, der sich schon diebisch auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London freut.

Unter sportlichen Gesichtspunkten war sein 30. Geburtstag am vergangenen Montag für den Gentleman unter den Profis nur eine Randnotiz. "Nicht das Alter sagt dir, wie alt du bist, sondern dein Körper. Und der", betonte Federer selbstbewusst, "der fühlt sich sehr gut an."

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Connors glaubt an den großen Wurf

Zuletzt konnte der passionierte Familienvater in Zürich einen mehrwöchigen Trainingsblock verletzungsfrei durchziehen.

Auch US-Tennisikone Jimmy Connors traut dem "FedExpress", der bislang allein an Preisgeld rund 63,5 Millionen US-Dollar verdient hat, noch einmal den großen Wurf zu.

"Mit 30 Jahren ist Roger immer noch jung genug. Wenn er den Willen hat und alles dafür tut, gibt es keinen Grund, warum er nicht wieder die Nummer eins werden könnte", sagte Connors.

Ewiges Duell wird zum Dreikampf

Aus eigener Erfahrung weiß "Jimbo" aber auch, dass man "noch härter arbeiten muss", je älter man werde. Erschwerend kommt für Federer hinzu, dass aus dem ewigen Duell mit Rafael Nadal längst ein Dreikampf zwischen ihm, dem Spanier und Novak Djokovic geworden ist.

Der serbische Australian-Open- und Wimbledon-Sieger ist derzeit das Maß aller Dinge im Filzball-Zirkus.

Drei der letzten vier Vergleiche gegen den Djokovic hat Federer, der zuletzt am 6. Juni 2010 an der Spitze des Rankings stand, verloren.

Überraschungsfeier in der Heimat

Eine große Party gab es am Geburtstag in Montreal nicht - die hatte bereits einige Tage zuvor in der Schweiz stattgefunden.

Ehefrau Mirka und einige Freunde hatten eine Überraschungsfeier organisiert. Federer verriet: "Wir haben auch getanzt. Es war wirklich schön."

Ab jetzt aber gilt die Konzentration der Hartplatzsaison in Übersee. Und da besonders den US Open (ab 29. August), die er zwischen 2004 und 2008 fünfmal in Serie gewann. Zeit, um die Seele auf einem Sprungbrett baumeln zu lassen, bleibt nach der Rente noch genug.

SPORT1 fasst die Fakten zum Rogers Cup zusammen:

Sieger 2010: Andy Murray. Der Schotte gewann auch 2009 und hat nun nach Ivan Lendl (1987-89) die Chance, als zweiter Spieler den Rogers Cup dreimal in Serie zu gewinnen.

Teilnehmerfeld: Mit Djokovic, Nadal, Federer und Murray sind die ersten vier Spieler der ATP-Weltrangliste am Start. Der DTB ist durch Philipp Kohlschreiber, Florian Mayer, Philipp Petzschner und Tobias Kamke vertreten. Insgesamt stehen 56 Spieler im Hauptfeld.

Preisgeld insgesamt: 2.430.000 Dollar

Preisgeld für den Sieger: 450.000 Dollar

Weltranglisten-Punkte: Sieg: 1.000, Finalist: 600, Halbfinale: 360, Viertelfinale: 180

Austragungsort: Montreal und Toronto im jährlichen Wechsel. Die WTA-Tour gastiert jeweils in der anderen Stadt.

Die deutschen Erstrunden-Duelle:Philipp Kohlschreiber - Sergej StachovskyFlorian Mayer - Richard GasquetPhilipp Petzschner - Gilles SimonTobias Kamke - Fernando Verdasco Die ersten acht Spieler der Setzliste sind mit Freilosen ausgestattet und stehen somit bereits in Runde zwei

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