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Roger Federer gewann in seiner Karriere bisher 16 Grand-Slam-Titel © getty

Der Schweizer meldet sich mit einer Demonstration in Basel zurück. Während die Gegner schwächeln, fiebert Federer 2012 entgegen.

Basel - Die Freudentränen spart sich Roger Federer für die besonderen Siege auf.

Dann allerdings weint der Schweizer hemmungslos, zumeist mit einem überdimensionalen Pokal im Arm. Zehn Monate mussten die Tennis-Fans auf das wohlbekannte Bild verzichten, der einstige Tour-Dominator hatte seinen Schrecken verloren.

Federer kämpfte nicht mehr gegen die Tränen, sondern gegen Gegner, die keinen Respekt mehr vor dem Maestro hatten. (SERVICE: Die ATP-Weltrangliste)

In seiner Heimatstadt Basel hat der erfolgreichste Spieler der Geschichte nun zu alter Stärke zurückgefunden und sich als Favorit für das Saisonfinale in London (20. bis 27. November) in Stellung gebracht.

Demonstration beim Heimspiel

Natürlich flossen wieder Tränen, "denn Basel ist für mich immer etwas ganz Besonderes", sagte Federer. (BERICHT: Von wegen Karriereende - Haas will zu Olympia)

Hier in der St. Jakobshalle hatte der Rekord-Grand-Slam-Champion als Balljunge einst von der großen Karriere geträumt. Mit 30 Jahren gewann Federer nun seinen fünften Titel bei seinem Heimspiel.

Mit 6:1 und 6:3 fertigte er im Endspiel Aufsteiger Kei Nishikori aus Japan ab (Video) - eine Demonstration seines Leistungsvermögens.

Der Unantastbare zeigt Schwäche

Diesmal war aber weniger der für ihn historische Ort Grund für Federers emotionalen Ausbruch bei der Siegerehrung. Die Niederlagen der Saison scheinen dem lange Jahre Unantastbaren mehr zugesetzt zu haben, als er zugeben wollte.

[kaltura id="0_vriu5gy3" class="full_size" title="Federer siegt in Basel"]

Im Januar in Doha hatte Federer zuletzt triumphiert. Zehn Monate sind seitdem vergangen mit bitteren Tagen wie der Halbfinal-Niederlage bei den US Open, als Federer gegen die neue Nummer eins der Welt, Novak Djokovic, zwei Matchbälle nicht verwandeln konnte.

Der "Fed-Express" verlor an Fahrt und fiel auf Rang vier im Ranking zurück. Die Gerüchte über ein bevorstehendes Karrieende mehrten sich.

Federer fit wie "lang nicht mehr"

"Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut gefühlt", sagte Federer nun nach dem Sieg in Basel. Er klang trotzig. Während die Konkurrenz auf der Zielgeraden der Saison taumelt und das Ende herbeisehnt, betont Federer immer wieder, fit und hungrig zu sein.

Das kann Djokovic, 2011 mit drei Grand-Slam-Siegen der alles überragende Spieler, nicht von sich behaupten.

Den Serben plagt wieder einmal eine Verletzung. Erst war es der Rücken, nun zwickt die Schulter. (NEWSCENTER: Alles zum Tennis)

Djokovic fraglich, Nadal raus

Im Halbfinale gegen Nishikori ergab sich Djokovic beim 0:6 im dritten Satz seinem Schicksal.

Ob er beim letzten Masters der Saison in Paris überhaupt aufschlagen kann oder wie Rafael Nadal (Spanien) absagen muss, ließ Djokovic offen. Der Schotte Andy Murray fehlte bereits in Basel mit einer Gesäßmuskelzerrung.

Federer dagegen blüht auf den schnellen Hallenböden auf. Schon im vergangenen Jahr rettete er eine schwächere Saison mit dem Sieg in Basel und anschließend seinem fünften Titel beim Finale der besten acht Spieler in London.

"Einigen Schaden anrichten"

Bevor es zum Showdown auf der Insel kommt, versucht er "in Paris einigen Schaden anzurichten", wie Federer schmunzelnd sagt. (ATP-Turnier in Paris täglich LIVE ab 11 Uhr auf SPORT1+)

Was für die Konkurrenz zum quälend langen Endspurt wird, ist für Federer ein Anlauf ins neue Jahr. "Ich habe das Gefühl, es wird ein gutes 2012 für mich", sagte er.

Ein besonderer Titel ist dann zu vergeben, der Federer zu einer makellosen Karriere noch fehlt. Gewinnt der Schweizer olympisches Einzelgold, wird er die Tränen wohl erneut nicht zurückhalten können.

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