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Roger Federer gewann in seiner Karriere schon 16 Grand-Slam-Titel © getty

Nach einer enttäuschenden Saison mit Rückschlägen hofft die ehemalige Nummer eins in London auf einen versöhnlichen Abschluss.

München - Wer mit Roger Federer in den nächsten Tagen einen Reibach machen will, muss schon Mirka heißen und den gleichen Nachnamen tragen wie das Tennis-Genie aus der Schweiz.

Die Ehefrau des Eidgenossen ist so ziemlich die einzige Person, die in der kommenden Woche von der Kunst des jung gebliebenen Altmeisters richtig profitieren und wieder auf eine fette Jahresendprämie hoffen kann - sein Preisgeld nämlich.

Wer bei den Buchmachern auf die erfolgreiche Titelverteidigung des Weltranglistenvierten beim ATP-Finale (ab 15 Uhr im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+) vom 20. bis 27. November in der Londoner Arena setzt, der kann seinen Einsatz kaum mehr als verdoppeln.

In den Online-Tippbörsen und den Wettbüros der britischen Hauptstadt ist Federer der klare Favorit.

"Der größte Spieler der Welt"

Bis vor wenigen Wochen sprach nicht allzu viel dafür, dass der als Branchenprimus längst abgelöste Baselbieter wieder als erster Anwärter auf die beim Saisonfinale der acht besten Tennisprofis maximal zu gewinnenden 1,6 Millionen Euro Preisgeld gehandelt wird.

Doch seit seiner 12:0-Siegesserie einschließlich der beiden Titelgewinne bei den Hallenturnieren in Basel und Paris in diesem Monat ist Federer der Mann, den es zu schlagen gilt.

Draußen fallen die Blätter, aber den Herbst seiner Karriere hat der 30-Jährige entgegen vieler Vorhersagen noch nicht erreicht.

Der von dem Schweizer im Finale von Paris besiegte Franzose Jo-Wilfried Tsonga sagte, Federer sei "eindeutig der größte Spieler der Welt und wird es auch noch lange Zeit bleiben."

Federer jagt die nächste Bestmarke

Federer, der 2011 erstmals seit fast zehn Jahren keinen Grand-Slam-Titel gewann, bekannte seinerseits nach seinem ersten Hallensieg in Paris am vergangenen Sonntag: "Ich hatte in diesem Jahr einige harte Niederlagen, aber ich habe immer geglaubt, dass das Jahr noch nicht vorbei ist."

Und voller Vorfreude fügte er hinzu, dass er noch "einen massiven Höhepunkt" vor sich habe.

Für Federer wäre ein letzter Finalsieg mehr als nur ein Trostpflaster für in diesem Jahr verpasste Major-Meriten, denn mit dann sechs Triumphen bei den Saisonabschlüssen wäre er alleiniger Rekordhalter. Und um nichts weniger als Bestmarken geht es dem Mann noch, der in seiner Karriere so gut wie alles gewonnen hat.

Körperlich in bester Verfassung

Dass dem Maestro die größten Chancen eingeräumt werden, ist neben seinem ungebrochenen Ehrgeiz auch seiner physischen Verfassung geschuldet.

Zu einer Zeit, da sich die dominierenden Figuren einer kräftezehrenden Saison mit mentalen und körperlichen Problemen herumschlagen, wirkt Federer so frisch wie einst im Mai.

Während hinter der Fitness des seit Wochen an einer Schulterverletzung laborierenden Weltranglistenersten Novak Djokovic aus Serbien ebenso ein Fragezeichen steht wie hinter der Form des auf Rang zwei notierten Spaniers Rafael Nadal, fühlt sich Federer bereit für neue Taten.

Der ohnehin fast noch nie von Verletzungen geplagte Techniker gönnte sich bis Ende Oktober eine schöpferische Pause von sechs Wochen, danach hatte er wieder "Appetit auf Tennis".

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Zum Auftakt gegen Tsonga

Seinen Erfolgshunger wird als erstes wieder Tsonga zu spüren bekommen. Die Nummer sechs der Welt ist am Sonntag Federers Auftaktgegner in dem mit 23.000 Zuschauern ausverkauften Tennistempel.

Zudem wurden in seine Vorrundengruppe B noch der spanische Vorjahresfinalist Rafael Nadal (2) und der erstmals für den Jahreskehraus qualifizierte US-Amerikaner Mardy Fisch aus den USA (8) gelost.

Die Gruppe A bilden Djokovic, der bei den Buchmachern mit den zweitbesten Siegchancen taxierte Lokalmatador Andy Murray (3), der Spanier David Ferrer (5) und der Tscheche Tomas Berdych (7).

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