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Rafael Nadal belegt derzeit Rang zwei der ATP-Weltrangliste © getty

Rafael Nadal hat beim Auftakt in London nicht nur mit Fish, sondern auch mit Fisch zu kämpfen. Über Ex-Profi Noah ärgert er sich.

München/London - Nudeln mit Lachs und eine Toilettenflucht hätten Rafael Nadal fast den Auftaktsieg gekostet.

So richtig bitter stieß dem Weltranglistenzweiten beim ATP-Saisonfinale in London (täglich im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+) aber der pauschale Dopingvorwurf des ehemaligen Tennisstars Yannick Noah gegen die spanischen Athleten auf.

"Was er gesagt hat, ist komplett verrückt. Schließlich weiß jeder, wie oft die Sportler kontrolliert werden. Seine Aussage ist die eines Kindes", sagte Nadal nach seinem 6:2, 3:6, 7:6 (7:3) gegen den US-Amerikaner Mardy Fish.

Noah für Doping-Freigabe

Es war lange nach Mitternacht, als sich French-Open-Sieger Nadal nach seinem 2:53 Stunden dauernden Match über den Franzosen Noah echauffierte.

Dieser hatte behauptet, man könne den Eindruck gewinnen, die Spanier seien wie Obelix in den Zaubertrank-Kessel gefallen, und man solle endlich aufhören mit der Heuchelei und Doping ("den Zaubertrank") legalisieren.

"Peinlich für Frankreich"

Nadal fürchtet sogar negative Auswirkungen auf die diplomatischen Beziehungen beider Länder, sieht aber vor allem Noah bloßgestellt.

"Das ist peinlicher für Frankreich als für uns. Es ist schlimm für das Image eines Landes, wenn so ein bedeutender Sportler so etwas sagt", meinte der 25-jährige Nadal, der am Dienstag im Klassiker der Gruppe B auf Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz) trifft.

Kampf gegen Fish und Lachsnudeln

Allerdings war es nicht die Obelix-Zaubertrank-Story, die "Rafa" bei seinem ersten Gruppenspiel am späten Sonntagabend auf den Magen schlug.

Im Duell mit Fish machte Hobby-Angler Nadal ausgerechnet ein Fisch schwer zu schaffen.

"Ich hatte mittags im Hotel Lachs mit Nudeln gegessen. Während des Matches habe ich schon gespürt, dass etwas nicht stimmt. Im dritten Satz wurde es dann immer schlimmer und schlimmer", berichtete der Vorjahresfinalist.

Bei eigener 2:0-Führung im letzten Durchgang verließ er nach Rücksprache mit dem Stuhlschiedsrichter den Court und ging auf die Toilette.

"Wichtiger Sieg für mein Selbstvertrauen"

Der sportliche Erfolg ließ danach zunächst auf sich warten.

Die folgenden drei Spiele musste Nadal an Fish abgeben - und fühlte sich trotz der WC-Flucht nicht wirklich besser. "Ich musste schon sehr leiden. Wenn du dich nicht gut fühlst, sind auch deine Muskeln schwächer als sonst", sagte der Linkshänder von der Sonneninsel Mallorca und ordnete den Auftakt als "wichtigen Sieg für mein Selbstvertrauen" ein.

Enttäuschende Saison für Nadal

Das Selbstvertrauen - im Leben von Nadal ohnehin eine besondere Variable.

Unlängst hatte der Superstar mit dem Milchbubi-Charme in seiner Biografie ("Rafa") eingestanden, dass er sich sein Selbstwertgefühl immer wieder neu erarbeiten müsse und oft unsicher sei.

Und die laufende Saison trug auch nicht unbedingt dazu bei, dass der zuletzt über einen Monat pausierende Nadal mit breiter Brust nach London kam.

Schwarze Serie gegen Djokovic

Hatte er 2010 noch drei Grand-Slam-Titel gewonnen, war es in diesem Jahr nur einer (French Open).

Zudem verlor der Spanier 2011 sechs und damit alle Duelle mit Überflieger Novak Djokovic. Der Serbe hatte Nadal außerdem im Juni an der Spitze der Weltrangliste abgelöst.

"Trotzdem fühle ich mich nicht als Vergessener", sagte Nadal schmunzelnd.

Zu Lachshäppchen wird er aber wohl erst wieder im Fall eines Turniersieges greifen.

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