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Philipp Petzschner und Jürgen Melzer (v.l.) belegen Rang neun der Doppel-Weltrangliste © getty

Philipp Petzschner tut die Auftaktniederlage in London "tierisch weh". Selbst geschenkte Fußball-Tickets können ihn nicht trösten.

London/München - Philipp Petzschner war geknickt.

So geknickt, dass der Fußball-Fan sich noch nicht einmal mehr richtig über die Eintrittskarten für das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Arsenal und Borussia Dortmund freuen konnte.

Borussen-Kapitän Sebastian Kehl hatte Petzschner die begehrten Tickets geschenkt.

Doch dieser konnte die Auftaktniederlage beim ATP-Saisonfinale der weltbesten Doppel in London (täglich im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+) einfach nicht vergessen.

Wie ein Häufchen Elend

"Es tut tierisch weh. Dass wir nicht gewonnen haben, ist so bitter", sagte Petzschner nach dem 7:6 (7:5), 5:7, 7:10 in Gruppe A gegen die topgesetzten Zwillinge Bob und Mike Bryan (USA). (BERICHT: Petzschner/Melzer unterliegen knapp)

Während sich sein Doppelpartner Jürgen Melzer aus Österreich nach der fünften Niederlage im fünften Duell mit den Brüdern schnell wieder fing, wirkte der deutsche Davis-Cup-Spieler wie ein Häufchen Elend. Auch noch Stunden nach dem Match in der imposanten Arena.

"Jürgen ist schon einen Schritt weiter. Der schaut schon nach vorn, ich schaffe das noch nicht", meinte Petzschner.

"Hab' einen schönen Scheiß gemacht"

Der 27-Jährige ärgerte sich bei seiner zweiten Teilnahme am Saisonfinale besonders über die vergebenen Chancen im zweiten Satz.

Mit 5:3 hatten die amtierenden US-Open-Champions und Wimbledonsieger von 2010 geführt. Doch bei Aufschlag Melzer konnten sie in der Folge einen Matchball nicht nutzen.

Ob das Break im entscheidenden Moment der Klasse der Bryans geschuldet war?

Nach Meinung des zerknirschten Petzschner eher nicht: "Die haben einen normalen Punkt gespielt. Beim Rest hab' ich einen schönen Scheiß gemacht", haderte der Weltranglisten-63. mit sich und der Tennis-Welt.

Halbfinale noch möglich

Die ersehnte Halbfinalteilnahme an der Themse ist trotzdem noch möglich.

Dafür müssten die an sieben gesetzten Petzschner/Melzer am Mittwochmittag allerdings gegen den "indischen Express" Mahesh Bhupathi/Leander Paes gewinnen.

Mit dem Sprung unter die besten Vier würde sich ein Traum in Petzschners ganz persönlicher Märchenwelt erfüllen.

Unvergleichliche Atmosphäre

Der extrovertierte Bayreuther, der vor kurzem noch am Pfeifferschen Drüsenfieber litt, genießt die unvergleichliche Atmosphäre in der 17.000 Zuschauern fassenden Arena in den Docklands ungemein.

Der Einmarsch der Gladiatoren wird jedes Mal zelebriert - unabhängig von der Einzelkonkurrenz mit Superstars wie Novak Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer werden auch die Doppel-Paare gefeiert.

"Du fühlst dich wie ein Rockstar. Du kommst rein, und alle jubeln. Das ist wirklich, als ob du auf der Bühne stehst. Dann merkst du auch, wofür du das ganze Jahr gearbeitet hast", schwärmte "Petzsche".

[kaltura id="0_zfi3w22n" class="full_size" title="Djokovic zieht Kopf aus der Schlinge"]

Verkorkstes Debüt im Vorjahr

Zumal das Turnier-Debüt im vergangenen Jahr in London unter keinem guten Stern stand.

Weil Petzschner in den Wochen zuvor bei einem Ligaspiel in Österreich einen doppelten Bänderriss erlitt, musste er nicht nur an Krücken heiraten, sondern konnte vor dem Masters auch nicht trainieren. Das Aus kam in der Gruppenphase.

Diesmal ging Petzschner auf Nummer sicher und verzichtete zuletzt sogar aufs Skifahren.

Dafür schwächelte der Weltranglisten-33. Melzer und plagte sich mit einer Rückenverletzung.

Einzel genießt weiter Priorität

Wie immer vertrauen die dicken Kumpels in London darauf, die besten Einzelspieler unter den Doppelexperten zu sein.

Beide machen keinen Hehl daraus, dass trotz der Erfolge an der Seite des anderen das Einzel Priorität genießt.

"Das Doppel ist für uns etwas Schönes, ein Zubrot. Auch wenn wir ein Match mal knapp verlieren, dann ist das für uns okay", hatte Petzschner vor dem Beginn des Turniers gesagt.

Am Montagabend nach der Niederlage gegen Bryan/Bryan hätte er diese Aussage wohl am liebsten verflucht.

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