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Seit seinem Profidebüt 2001 gewann Rafael Nadal im Einzel 46 Titel auf der ATP-Tour © getty

Nach dem Aus beim Masters ist der "Stier von Manacor" nachdenklicher geworden. Der Davis-Cup soll die Wunden heilen.

London - Irgendwie läuft es in diesem verflixten Jahr 2011 für Rafael Nadal einfach nicht rund.

Zwar hat er sein Königreich Roland Garros mit seinem sechsten French-Open-Sieg erfolgreich verteidigt, daneben aber nur zwei weitere Turniere gewonnen, nämlich Barcelona und Monte Carlo.

Alles auf Sand, seiner ureigenen Domäne.

Auf schnellen Böden hat es dieses Mal nicht gereicht, so wie jetzt beim ATP-Saisonfinale im Londoner Millennium Dome.

Mit nur einem Sieg aus drei Spielen hat Nadal das Halbfinale verpasst, die Niederlage gegen den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga besiegelte sein Aus. (täglich im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+)

Auf Sand gegen Argentinien

Jetzt will sich "Rafa" schadlos halten, beim Davis-Cup-Finale der Spanier gegen Argentinien am ersten Dezember-Wochenende in Sevilla - auf Sand.

"Da habe ich mehr Zeit zum Nachdenken", sagt er.

Gegen Tsonga ging ihm alles zu schnell, "ich habe solide gespielt, aber meine Beine waren viel zu langsam".

Kein Wunder sei das, nach elf Monaten Hatz rund um den Globus.

Kritik am ATP-Plan

Nadal ist einer der lautesten Kritiker, wenn es um den Turnierplan der ATP geht: "Man kommt aus diesem Rad einfach nicht raus, wenn man oben bleiben will, gibt es kaum Zeit zum Luftholen."

Die Alarmglocken bei Nadal hatten schon vor Monaten geschrillt.

Im Juni verlor er im Wimbledon-Finale nicht nur den Titel des Rasenkönigs an Novak Djokovic, sondern gab gleichzeitig die Weltranglistenführung an den Serben ab. Schon da hatte er die drei Turniersiege geholt, bei denen es auch in der Folge bleiben sollte.

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Die verlorene Dominanz

2010 waren es noch sieben gewesen, die Dominanz von einst ist längst dahin - obwohl Finalteilnahmen bei den US Open und den Masters-Turnieren in Rom, Madrid, Miami und Indian Wells ja so schlecht gar nicht sind.

Dass der "Stier von Manacor" verwundbar geworden ist, haben auch die Experten bemerkt.

"Man kann sehen, dass Nadals Körper langsam ein bisschen abbaut. Im Moment macht er eine schwere Zeit durch", hatte der frühere Weltranglistenerste Pete Sampras bei den US Open erkannt.

Der schwedische Ex-Profi Mats Wilander analysierte: "Rafa macht mehr Fehler als früher. Seine Unzufriedenheit ist ihm anzumerken."

Nadals Körper schwächelt

Nadal spürt selbst, dass sein über Jahre betriebenes kräftezehrendes Powerspiel so langsam Spuren hinterlässt. Die Rückkehr auf den Platz an der Sonne genießt vielleicht auch deshalb nicht oberste Priorität.

"Darüber mache ich mir derzeit keine Gedanken. Vielmehr ist es mir wichtig, wettbewerbsfähig zu sein", sagte der 25-Jährige.

Körperlich war er das in London, mental nicht: "Ich bin seit Wochen nicht auf Tennis fokussiert, mir gehen zu viele andere Dinge durch den Kopf." 483800(DIASHOW: Die Bilder des ATP-Finals)

Motivation für den Davis-Cup

Im Davis-Cup-Finale will er sich aber nochmal so richtig zusammenreißen und sich dabei von den "Siegertypen im spanischen Team" motivieren lassen.

Wenn es aber doch an der nötigen Motivation fehlen sollte, dann wird "Rafa" anderen den Vortritt lassen.

"Unser Kapitän wird im Sinne des Teams das Beste tun, und was das auch sein mag, ich werde es unterstützen."

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