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Novak Djokovic gewann bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Bronze im Einzel © dapd

Nach seinem Aus gegen Landsmann Tipsarevic darf der Weltranglistenerste endlich Urlaub machen. Nadals Klagen kann er verstehen.

London/Frankfurt - Dem Aus folgte die gute Nachricht.

Als am späten Freitagabend in der Londoner Arena der Tscheche Tomas Berdych den beim ATP World Tour Final schon fürs Halbfinale qualifizierten Spanier David Ferrer mit 3:6, 7:5, 6:1 besiegt hatte, war der beste Tennisspieler des Jahres 2011 über dieses Resultat nicht unglücklich. (täglich im LIVESTREAM und LIVE im TV auf SPORT1+)

Denn damit konnte sich endlich auch Novak Djokovic in den wohlverdienten Urlaub verabschieden. Bei einer Niederlage Berdychs hätte der Weltranglistenerste doch noch die K.o.-Phase erreicht und sich gegen Roger Federer ein weiteres Mal über die Runden quälen müssen.

So jedenfalls muss man die Sätze interpretieren, die Djokovic nach seiner überraschenden 6:3, 3:6, 3:6-Niederlage gegen seinen serbischen Landsmann und besten Kumpel Janko Tipsarevic sagte, mit dem er in der kommenden Woche auf den Malediven abtauchen wird:

"Mental, körperlich und emotional nicht frisch"

"Es gibt Turniere, vor allem gegen Ende der Saison, in denen du dich mental, körperlich und emotional nicht hundertprozentig frisch fühlst", gab der 24 Jahre alte Belgrader zu. 483800(DIASHOW: Die Bilder des ATP-Finals).

Djokovic gestand, Rafael Nadal gut verstehen zu können, der nach seinem Aus in der Vorrunde am Abend zuvor bekannt hatte, dass ihm in London die notwendige Hingabe fürs Tennis fehlte

"Wir sind mehr oder weniger in einer gleichen Situation", sagte Djokovic nach seiner Niederlage gegen den physisch und psychisch stärkeren Tipsarevic, der als Ersatz für den verletzten Briten Andy Murray ins Feld gerückt war.

Zehn Turniersiege 2011

Die kraftraubende Saison fordert vor allem von den Topspielern ihren Tribut, die sich Woche für Woche bis in die Endspiele der Turniere durchschlagen. Und keiner gewann 2011 so oft wie Novak Djokovic.

Zehn Titel sammelte der Mann des Jahres, darunter die Grand-Slam-Trophäen in Melbourne, Wimbledon und New York. In Paris scheiterte Djokovic erst im Halbfinale an Roger Federer, nachdem er bis zu diesem 3. Juni alle seine 41 Matches des Jahres gewonnen hatte.

[kaltura id="0_5dt2r5cd" class="full_size" title="Der Djoker ist raus"]

Einen Monat später löste er durch seinen finalen Sieg in Wimbledon seinen Endspielgegner Nadal als Branchenprimus ab. Seine Matchbilanz ist 70:6.

"Das beste Jahr meines Lebens"

"Ich hatte ein unglaubliches Jahr, das beste meines Lebens. Das kann keiner ruinieren", zog der Mann mit der enormen Physis und der hohen Spielintelligenz nach seinem letzten Arbeitseinsatz in 2011 Bilanz.

Ruiniert hätte sich der vermeintlich Unkaputtbare aber fast selbst, denn trotz eines Muskelrisses im Rippenbereich schlug er sich zum US-Open-Titel durch, ehe er eine Woche später auch im Davis Cup antrat, vor lauter Schmerzen aber aufgeben musste.

Nach einer vierwöchigen Zwangspause bereitete Djokovic dann die Schulter Probleme. Dies zwang ihn zur Absage seiner Teilnahme beim Hallenturnier in Paris.

Akku aufladen für neue Dominanz

Die Blessur war wohl ausgeheilt, aber fit präsentierte sich Novak Djokovic beim Saisonfinale nicht.

Der Mann, dem der Triumph im Davis Cup vor einem Jahr Flügel verliehen hatte, kassierte Niederlagen gegen Ferrer und Tipsarevic und wertete die Leistung bei seinem Sieg gegen Berdych als sein schlechtestes Spiel des Jahres.

Das soll sich ändern. "Ich werde jetzt ein paar Wochen pausieren und mich dann gut auf die nächste Saison vorbereiten", kündigte Djokovic an.

Um seine Dominanz wiedergewinnen und seinen Platz an der Sonne halten zu können, wird es der Urlaubsreife müssen.

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