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Marko Djokovic (l.) ist vier Jahre jünger als sein Bruder Novak, die Nummer eins der Welt © imago

Für Marko Djokovic ist der Name Segen und Fluch zugleich. Das "Djoker-Original" ist voll des Lobes für die "Mini-Ausgabe".

München - Es ist wie das Hase-und-Igel-Spiel: Wo immer Marko Djokovic auftaucht, Bruder Novak ist schon da.

Für den jüngeren Bruder des Weltsportlers ist der berühmte Nachname Fluch und Segen zugleich.

"Einen Bruder wie ihn zu haben, ist ein Privileg. Aber es gibt eben auch eine Menge Schwierigkeiten, wenn man Djokovic heißt, aber nicht den Vornamen Novak hat", sagte der jüngere Djokovic.

Beim ATP-Turnier in Dubai musste er dies leidvoll erfahren.

Kritik an der Dubai-Wildcard

Wegen seiner Wildcard hatte es Kritik gegeben.

Schließlich ist Marko Djokovic gerade einmal die Nummer 869 der Welt und hatte zuvor erst zwei Spiele auf der ATP-Tour bestritten.

Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Turnierstart.

Für Marko Djokovic war die Kritik aber kein Grund, zur Trübsal zu blasen.

Luxuszimmer im Sieben-Sterne-Hotel

Vielmehr genoss er in Dubai endlich einmal das Privileg, mit dem derzeit besten Tennisspieler der Welt verwandt zu sein.

Er bewohnte ein 1000 Euro teures Zimmer im Sieben-Sterne-Hotel Burj al Arab, wurde mit teuren Limousinen herumkutschiert und konnte sich ohne Schlangestehen die Touristenziele der Stadt anschauen.

In der Tennis-Welt ist "Mini-Nole" dagegen bislang ein Niemand, spielt Qualifikationen und Future-Turniere.

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Vitamin B als großer Druck

Auf dem Court durfte der 20-Jährige am Montag wenigstens für eine knappe Stunde das Gefühl haben, zu den Großen der Tour zu gehören - dank seines großen Bruders, der ihm gegen den Widerstand Anderer die Wildcard besorgt hatte.

Vitamin B hilft also auch auf der ATP-Tour weiter. Der berühmte Bruder ist mitunter aber auch eine Last.

"Diesen Namen zu tragen, ist ein großer Druck. Jeder spielt gegen mich mit mehr Power und Leidenschaft", sagte Djokovic und ergänzte: "Die wollen eben einen Djokovic schlagen."

In der Weltrangliste auf Platz 628

Dabei will er erstmal im Tennis-Geschäft ankommen: Dort wo "sein Idol, sein Bruderherz", die Konkurrenz seit vergangenem Jahr nach Belieben beherrscht, hat es Marko bisher noch nicht weit geschafft.

Auf der ATP-Tour hat er noch keinen Sieg errungen.

Auch auf der Challenger-Tour präsentierte sich der Serbe meist erfolglos, seine höchste Platzierung in der Weltrangliste war im November vergangenen Jahres Rang 628.

Nole: "Er hat Tennis im Blut"

Viele Kritiker behaupten, dass dem jüngeren Djokovic Talent und spielerisches Können fehlen, um auch nur annähernd in die Fußstapfen des fünfmaligen Grand-Slam-Siegers Novak zu treten.

Der "Djoker" allerdings ist überzeugt von den Qualitäten seines Bruders und macht Mut.

"Er hat Potenzial und Tennis im Blut. Er muss sich nur auf seine Karriere fokussieren, dann wird es auch gut", sagte der Weltranglistenerste.

Gegen Golubew chancenlos

Den Fokus muss der jüngere Djokovic nun wieder auf kleinere Turniere ohne Glanz und Glamour richten.

Seine Wildcard brachte ihm zumindest sportlich nicht viel ein.

Trotz familiärer Unterstützung von den Rängen hatte Marko Djokovic gegen den Kasachen Andrej Golubew keine Chance und verlor glatt mit 3:6, 2:6.

Novak Djokovic kann seinem Bruder zwar hin und wieder die Tür zu einem ATP-Turnier öffnen, seinen eigenen Weg muss Marko jedoch ohne brüderliche Hilfe finden.

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