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Der letzte Sieg von Roger Federer (r.) gegen Andy Murray war bei den US Open 2008 © getty

Andy Murray ist in Topform und mausert sich zum Favoriten für die Australian Open. Roger Federer sieht das anders.

Von Benjamin Bauer

München - Experten und Buchmacher haben für das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres einen neuen Topfavoriten ausgemacht.

Der Schotte Andy Murray steht nach seinem Sieg in Doha und seiner Finalteilnahme bei den US Open im vergangenen Jahr am höchsten im Kurs auf den Titel in Melbourne.

Vor Roger Federer, Rafael Nadal und Vorjahressieger Novak Djokovic.

Verwundert zeigte sich Roger Federer angesichts der Wettquoten der Buchmacher: "Andy spielt momentan wirklich sehr gut, aber ich bin doch etwas überrascht", so Federer gegenüber dem "Daily Star". "Er hat schließlich noch nie ein Major gewonnen", konstatierte der Schweizer. ad

Die Wettquoten fundieren auf der Bilanz des 21-Jährigen gegen Federer: Fünf zu zwei lautet die offizielle ATP-Bilanz im Head-to-head zugunsten von Murray. Der Schotte ist neben Rafael Nadal und David Nalbandian der einzige Profi, der eine positive Bilanz gegen den Schweizer hat.

Und die vergangenen drei Duelle gegen Federer entschied Murray für sich.

"An die Tür geklopft"

Dennoch sieht der Schweizer dem neuen Favoriten relaxt entgegen: "Einen Grand Slam zu gewinnen, ist eine ganz andere Sache", erklärt die ehemalige Nummer 1. "Nicht viele konnten in den vergangenen Jahren einen solchen Titel gewinnen. Fast alle gingen an Rafa und an mich."

Doch Murray ist bereit für den Titel und das Duell gegen Federer: "Je mehr man gegen ihn spielt, desto weniger Angst hat man zu gewinnen", gibt sich Murray selbstbewusst. "Wenn ich jetzt gegen ihn spiele, bin ich nicht nervös, und wenn ich mein bestes Tennis spiele, kann ich ihn schlagen".

Unterschätzen wird Roger Federer seinen neuen Angstgegner nicht: "Andy hat im letzten Jahr an die Tür geklopft. Er ist ein guter Allroundspieler, ein geschickter Taktiker und momentan voller Selbstvertrauen", so Federer.

Das Historische verdrängen

In Großbritannien ruhen die Hoffnungen auf Murray. Erstmals seit 1936 könnte wieder ein Brite ein Grand-Slam-Turnier gewinnen. Damals siegte Fred Perry bei den US Open.

Diese Erwartungshaltung bereitet Murray Sorgen: "Den geschichtlichen Hintergrund muss ich verdrängen. Es ist nicht hilfreich, sich darüber Gedanken zu machen."

Den Druck der Öffentlichkeit versucht der Schotte abzuwälzen: "Ich bin noch jung und mache mir selbst keinen Druck. Ich spiele noch viele Grand-Slams und deshalb bin ich entspannt."

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