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Guillermo Canas' beste ATP-Platzierung war Rang 8 im Juni 2005 © getty

Beim Turnier in Zagreb wurden auf einen Außenseitersieg extreme Summen gesetzt. Der Turnierchef erhielt zudem eine Morddrohung.

Von Benjamin Bauer

München - Wird der Tennissport nach den Querelen im Jahr 2007 erneut von einem Wettskandal heimgesucht?

Der britische Wettanbieter "Betfair" hat in dieser Woche auffällig hohe Einsätze bei der Partie zwischen Guillermo Canas aus Argentinien und dem Kroaten Antonio Veic Anfang dieser Woche in Zagreb beobachtet.

Die Wetten seien in Australien abgegeben worden und veranlassten den Wettanbieter zu einer näheren Untersuchung.

Erster Sieg auf der ATP-Tour

Beim Turnier in Zagreb siegte der nur Insidern bekannte Antonio Veic (Nummer 255 der Weltrangliste) gegen Canas mit 4:6, 6:4 und 6.2.

Canas führte bereits mit 6:4 und 2:1, ließ sich jedoch bereits einige Aufschlagspiele vorher an der Schulter behandeln. Doch bereits nach dem Verlust des ersten Satzes schnellten die Wetteinsätze für einen Sieg Veics, der bis dato noch ohne Einzel-Sieg auf der ATP-Tour war, in die Höhe.(Ergebnisse aus Zagreb)

Im Anschluss an die Begegnung berichtete die englische Zeitung "The Guardian", dass sich der internationale Tennisverband ITF eingeschaltet und "Betfair" veranlasst habe, die Auszahlung der Gewinne um 26 Stunden zu verschieben.

Turnierdirektor "besorgt und erschrocken"

Die Partie sollte besser überprüft werden, so der Auftrag. Nach Ablauf der Frist hieß es, Canas habe die Verletzung am Arm als Grund seiner schwachen Leistung angegeben, und der Wettanbieter zahlte die Gewinne in der Höhe von zirka 16 Millionen Euro aus. (Zur ATP-Rangliste)

Zagrebs Turnierdirektor Branko Horvat erhielt unterdessen per E-Mail eine Morddrohung.

In dem Schreiben heißt es, dass "ich das Turnier im kommenden Jahr nicht mehr erleben werde. Ich bin besorgt und erschrocken und kann diese Drohung definitiv nicht einfach ignorieren", so Horvat gegenüber der kroatischen Zeitung "Index". In dieser E-Mail wird ihm die Schuld an einem Verlust eines Vermögens gegeben.

Parallelen zu Dawidenkos Niederlage

"Betfair" war bereits 2007 in eine ähnlich brenzlige Wettsituation geraten: Damals verlor Nikolai Dawidenko völlig überraschend gegen Martin Arguello Vassallo beim Turnier im polnischen Sopot.

Der Russe hatte damals aufgegeben, nachdem auf seinen argentinischen Gegner trotz verlorenen ersten Satzes hohe Wetteinsätze getätigt worden waren. Dawidenko wurde nach langen Untersuchungen von jedem Verdacht freigesprochen.

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