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Rafael Nadal gewann zuletzt die Australian Open © getty

Die Gegner der Anti-Doping-Regeln im Profitennis haben eine prominente Stimme mehr. Rafael Nadal fühlt sich diskriminiert.

Die verschärften Anti-Doping-Regeln im internationalen Tennis haben nun auch den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal (Nadal jubelt, Federer träumt) auf den Plan gerufen.

"Wir fühlen uns durch die Meldepflicht wie ein Krimineller. Das ist Verfolgungswahn und nicht fair", schimpfte der Spanier am Rande des ATP-Turniers in Rotterdam auf die seit Jahresbeginn geltenden Meldepflichten der Profis.

Der Olympiasieger und sechsmalige Grand-Slam-Turnier-Sieger sieht in der vorgeschriebenen Dauerbereitschaft der Spieler für Kontrollen einen zu hohen Preis für den Olympia-Status des Tennis-Sports.

"Oft sehr schwierig"

"Natürlich wollen wir ein olympischer Sport sein. Aber ich denke auch, dass wir dafür einen solchen Preis nicht zahlen wollen. Ich bin der Erste, der einen fairen und vollkommen sauberen Wettbewerb will. Aber das kann man auch anders erreichen. Nicht einmal meine Mutter weiß immer, wo ich gerade bin. Es ist besonders im Tennis oft sehr schwierig zu sagen, wo man sich am nächsten Tag aufhält", sagte Nadal weiter.

Nach der Übernahme der Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA durch die Spieler-Vereinigung ATP sind die Profis zur ständigen Information der Anti-Doping-Stellen über ihren Aufenthaltsort verpflichtet.

Dadurch sollen die Doping-Ermittler die Aktiven jederzeit für Kontrollen erreichen können.

Sperre bis zu zwei Jahre

Sollte ein Spieler binnen 18 Monaten für drei Kontrollen nicht erreichbar sein, droht dem Profi eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

Nadals Kollege Andy Murray (Mit runtergelassenen Hosen), der bereits zu Monatsbeginn massive Kritik an den neuen Anti-Doping-Regeln geübt hatte ("Diese Regeln sind so drakonisch, dass sie es fast unmöglich machen, ein normales Leben zu leben"), sprach sich unterdessen in den Niederlanden für eine Modifizierung des derzeit praktizierten Kontrollsystems aus.

"Die Kontrollen außerhalb von Wettkämpfen könnten in der Spielpause durchgeführt werden, und dafür kann man uns bei jedem Turnier testen. Dadurch können wir bis zu 30-mal im Jahr getestet werden, und ich glaube, dass das ausreicht, um feststellen zu können, ob jemand betrügen will oder nicht", sagte der Schotte.

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