Nach acht Siegen im Fürstentum muss sich Sandplatzkönig Rafael Nadal dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic geschlagen geben.

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Monte Carlo/München - Rafael Nadal blickte drein, als sei ihm ein Zacken auf der Krone gebrochen.

Der Sandplatzkönig von Mallorca musste im Finale des ATP-Masters in Monte Carlo eine Niederlage einstecken, die Spuren hinterlässt.

46 Spiele in Serie war Nadal im Fürstentum Monaco ungeschlagen geblieben, acht Titel hatte er gesammelt - bis zur 2:6, 6:7 (1:7)-Niederlage gegen Novak Djokovic (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Auf dem Weg zu den French Open in Paris (26. Mai bis 9. Juni) könnte die Wachablösung an der Cote d'Azur richtungsweisend sein.

Nadal gab sich nach der Niederlage als fairer Verlierer: "Was Novak macht ist einfach unglaublich. Gratulation zum Sieg bei meinem Lieblingsevent."

Djokovic küsste unterdessen den roten Sand und konnte sich vor Freude kaum noch einkriegen.

"Dieser Sieg ist ganz speziell. Ich lebe hier in Monaco und liebe das Turnier", sagte er und scherzte an Nadal gewannt: "Danke, dass du mir erlaubt hast, hier wenigstens einmal zu gewinnen."

Erschwerte Bedingungen im Finale

Im 34. Duell der beiden Dauerrivalen hatte Djokovic endlich das Rezept gegen Nadals aggressive Topspinschläge gefunden.

Der 25-jährige Serbe hielt den Ball flach, stand nah an der Grundlinie und dominierte so die Begegnung. Dabei spielten dem Weltranglistenersten auch die Bedingungen in die Karten.

Vor dem Finale hatte es geregnet, der Sand war langsam, die Bälle schwer.

Nadal mit ATP-Rekord

Und dennoch war Nadal Top-Favorit auf den Sieg und die 501.000 Euro Preisgeld.

Immerhin hatte der 26-jährige Spanier seit der Achtelfinalniederlage gegen Guillermo Coria bei seinem Debüt im Jahr 2003 kein Spiel mehr im Fürstentum verloren und mit acht Triumphen in Serie einen ATP-Rekord aufgestellt.

Auch seine Knieprobleme, die ihn zu einer siebenmonatigen Pause gezwungen hatten, sind seit seiner Rückkehr im Februar auskuriert.

In Indian Wells/Kalifornien gewann Nadal sogar ein Masters auf dem ungeliebten Hardcourt.

Nadal stark bei Sandplatz-Auftakt

Nun also die schmerzhafte Pleite bei einem seiner Lieblingsturniere, auf seinem Lieblingsbelag, zu seiner liebsten Zeit im Jahr.

Der Auftakt zur europäischen Sandplatzsaison gehörte stets Nadal. Keinem Roger Federer, keinem Novak Djokovic und schon gar nicht Andy Murray. Siebenmal gewann der Linkshänder nach dem Sieg in Monaco auch die French Open.

Schwierige Saison für Djokovic

Mit seinem ersten Erfolg im Fürstentum schickt sich Djokovic an, die Favoritenrolle für das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres in Paris zu übernehmen.

Der Australian-Open-Champion strotzt vor Selbstvertrauen, obwohl das Frühjahr bislang nicht nach Wunsch verlaufen war.

Dem Achtelfinal-Aus gegen Tommy Haas in Indian Wells folgten Knöchelprobleme beim Davis Cup, die seinen Start in Monte Carlo fraglich erschienen ließen.

Und dennoch feierte Djokovic seinen 15. Sieg gegen Nadal - es war erst sein dritter auf Sand.

"Ich wusste gar nicht, ob ich hier überhaupt antreten kann", sagte Djokovic: "Aber ich habe mich dafür entschieden - und es war die beste Entscheidung meines Lebens."

Haas als Zuschauer beim Giganten-Duell

Auf der Ehrentribüne staunten die dreimaligen Turniersieger Björn Borg und Ilie Nastase.

Auch Tommy Haas hatte auf dem Weg nach München in Monaco Halt gemacht, um sich das Gigantenduell anzuschauen.

35 Minuten mussten die Experten warten, bis Nadal sein erstes Spiel zum 1:5 im ersten Satz holte.

Im zweiten Durchgang kämpfte sich Nadal ins Spiel und lag 4:2 und 6:5 mit Break in Führung. Doch Djokovic drehte die Partie und revanchierte sich damit für die Finalniederlagen 2009 und 2012.

Ganz nebenbei ist er nun auch heißer Kandidat für seinen ersten Titel beim Grand Slam in Roland Garros.

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