In Madrid unterliegt Djokovic Dimitrov bereits in Runde eins. Doch der Knöchel bedrückt den Djoker mehr.

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Madrid/München - Schmerzen im Knöchel, Pfiffe des Publikums und dann auch noch das schnelle Aus:

Für den Weltranglistenersten Novak Djokovic war das Madrid Masters ein Turnier zum Vergessen.

"Das einzig Positive ist, dass ich meinen Knöchel vor Rom und Paris nicht schlimmer verletzt habe", sagte der Serbe nach dem 6:7 (6:8), 7:6 (10:8), 3:6 in Runde zwei gegen den "Mini-Federer" Grigor Dimitrov.

Nach 3:05 Stunden beendete der Bulgare das packende Duell und meinte nach dem größten Erfolg seiner Karriere emotional: "Das ist genau das, wofür ich arbeite. Spiele wie dieses zu spielen und warum nicht auch zu gewinnen?"

Djokovic mit Problemen

Klingt einfach, war es aber nicht.

Auf dem Platz entwickelte sich eine Sandplatzschlacht, die auch das Publikum mitriss. Dabei gingen beide Spieler durch Höhen und Tiefen.

So musste sich Djokovic im zweiten Satz beim Stand von 2:4 an seinem rechten Knöchel behandeln lassen. Dort hatte er sich Anfang April im Davis-Cup-Viertelfinale gegen die USA (3:1) verletzt (DATENCENTER: Die ATP-Weltrangliste).

Lange Zeit war fraglich, wann der Australian-Open-Champion in die europäische Sandplatz-Saison einsteigen kann.

Miese Vorbereitung für Madrid

Der Start erfolgte zwei Wochen später in Monte Carlo, dort siegte er in triumphaler Manier im Finale gegen Sandplatz-König Rafael Nadal. Danach schmerzte der Knöchel wieder.

"Ich habe nach meinem Sieg in Monaco zwölf Tage keinen Schläger mehr angerührt. Meine Vorbereitung auf Madrid war also nicht besonders gut", sagte der "Djoker" nach seinem Aus in Madrid.

Djokovic als fairer Verlierer

Die Auswirkungen der Blessur wollte Novak Djokovic allerdings nicht als Entschuldigung für seine Niederlage anführen.

"Dimitrov war heute einfach der bessere Spieler. Er hat den Ball sehr gut getroffen, hat großartig aufgeschlagen, das Tempo gewechselt. Er hat den Sieg verdient", sagte Djokovic über die Nummer 28 der Welt.

Dimitrov kämpft mit Krämpfen

Aber auch Grigir Dimitrow, der mit seinem Spiel an den 17-maligen Grand-Slam-Gewinner Roger Federer erinnert und schon als der kommende Star der Szene gehandelt wird, musste nicht nur gegen seinen Gegner, sondern gegen den Körper kämpfen.

Beim 5:5 im zweiten Durchgang wurde er von Krämpfen gepeinigt. Er machte weiter, verlor den Tie-Break. Und alles sah nach der Wende aus.

Doch nach einem Break zum 2:0 im entscheidenden Satz ließ sich der 21-Jährige, der mit Tennis-Queen Maria Scharapowa liiert ist, den Erfolg nicht mehr nehmen.

Pfiffe für die Nummer eins

Auch dank der Unterstützung des Publikums.

Dies hatte sich auf seine Seite geschlagen, als Djokovic beim Stand von 5:4 und Vorteil nach einem langen Ball Dimitrows an die Grundlinie schon den Gewinn des ersten Satzes bejubelte (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

Doch der Stuhlschiedsrichter nahm die Entscheidung des Linienrichters zurück und entschied auf Einstand. Fortan musste sich Djokovic bei knappen Bällen immer wieder Pfiffe von den Rängen gefallen lassen.

Kein Verständnis für das Publikum

Verstehen konnte er dies nicht.

"Ich will nicht über diese Entscheidungen diskutieren. Wenn ich sehe, dass ein Ball gut ist, markiere ich ihn und spiele weiter. Ich habe nie etwas anderes gemacht, ich bin ehrenhaft. Wenn es aber eng ist, hole ich den Stuhlschiedsrichter. Ich kann nicht nachvollziehen, warum das Publikum gegen mich war. Aber es ist, wie es ist", sagte Djokovic.