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Amelie Mauresmo (l.) soll Andy Murray zu weiteren Grand-Slam-Titeln führen © getty

Mit der Verpflichtung von Amelie Mauresmo zur Trainerin wagt Andy Murray nur einen vermeintlich ungewöhnlichen Schritt.

München/Paris - Andy und Amelie trafen sich in der Stadt der Liebe.

Er, 27 und Wimbledonsieger, hatte sie, 34 und Trainerin, zuvor mehrmals angerufen.

Amelie war angetan, schaute ihm in Paris von der Tribüne aus zu. Das Schicksal nahm seinen Lauf, kaum zwei Wochen später hatten sie sich gefunden: Andy Murray und Amelie Mauresmo.

Am Tag des French-Open-Endspiels gab Murray die Verpflichtung der ehemaligen Weltklassespielerin bekannt.

Mauresmo folgt auf Lendl

Die Französin folgt damit auf Tennis-Ikone Ivan Lendl, der Murray zum Triumph in Wimbledon, einem Sieg bei den US Open und der olympischen Goldmedaille in London geführt hatte.

"Ich freue mich auf die Möglichkeiten der neuen Partnerschaft. Ich habe immer zu Amelie aufgeschaut und sie bewundert", sagt Murray.

Und fügt an: "Mit ihrer Erfahrung und ihrer taktischen Expertise wird sie uns alle zu Verbesserungen antreiben. Jeder, den ich kenne, spricht in den höchsten Tönen von ihr."

Auch Federer ist angetan

Roger Federer ist ebenso angetan von Murrays "interessanter Entscheidung", Mauresmo als Trainerin zu engagieren.

"Andy war immer offen, neue Wege zu gehen. Ich halte Amelie für sehr kenntnisreich, sehr professionell, sehr klug", sagte der Schweizer am Rande der Gerry Weber Open im westfälischen Halle, wo er in dieser Woche als Titelverteidiger aufschlägt.

Frau trainiert Mann

Eine Trainerin auf der Männertour - das klingt ungewöhnlicher, als es ist.

Mauresmo, früher selbst die Nummer eins der Welt, Wimbledonsiegerin und Australian-Open-Champion, sammelte bereits an der Seite ihres Landmannes Michael Llodra Erfahrungen auf der ATP-Tour.

Der deutsche Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff wird von Ute Strakerjahn betreut. Der frühere Top-Ten-Spieler Tim Mayotte nahm für kurze Zeit die Dienste der großen Billie Jean King in Anspruch.

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Keine ständige Begleiterin

Und auch Andrej Tschesnokow, ehemaliger Weltranglistenneunter aus Russland, arbeitete in den 90er Jahren mit einer Frau, Tatjana Naumko, zusammen.

Dass sich die Beispiele für eine Zusammenarbeit von Spielern und Trainerinnen im Männertennis an einer Hand abzählen lassen, interessiert Mauresmo nicht.

"Für mich ist es nur interessant, ihm zu helfen. Der Rest ist eine Geschichte zum Schreiben", sagt Mauresmo, die auch das französische Fed-Cup-Team betreut und Turnierdirektorin in Toulouse ist.

Sie wird daher nicht ständig an Murrays Seite sein: "Nein, Vollzeit will ich nicht arbeiten."

Kaum Eingewöhnungszeit

Für Murray ist Mauresmo trotzdem die logische Ergänzung in seinem Trainerteam. Jahrelang war er von seiner Mutter Judy trainiert worden.

"Natürlich habe ich sie nicht bezahlt, daher ist es jetzt ein wenig anders", sagt Murray: "Es ist aufregend, ein kleines bisschen neu und erfrischend. Hoffentlich funktioniert es."

Viel Zeit zur Eingewöhnung hat das Duo nicht, nach Murrays Halbfinaleinzug in Paris beginnt in dieser Woche im Londoner Queens Club die Rasensaison.

Wimbledon als Mission Titelverteidigung

In zwei Wochen startet in Wimbledon die Mission Titelverteidigung - übrigens für beide:

Als Marion Bartoli im vergangenen Jahr die Schale im Finale gegen Sabine Lisicki gewann, saß Mauresmo als ihre Trainerin auf der Tribüne.

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