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Das Duo Andy Murray (l.) und Amelie Mauresmo wird es wohl weiterhin geben
Auf Amelie Mauresmos Siegerliste stehen unter anderem die Australian Open und Wimbledon 2006 © getty

Deutschlands Tennis-Legenden Rittner und Huber verraten bei SPORT1, was Amelie Mauresmo zur perfekten Murray-Trainerin macht.

Von Pierre Winkler und Christoph Gailer

München - Die weibliche Tennis-Elite hat Andy Murray schon hinter sich.

Sowohl Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner als auch die ehemalige Nummer vier der Welt Anke Huber loben Murray bei SPORT1 für seine Entscheidung, Amelie Mauresmo als seine Trainerin zu verpflichten (NEWS und BERICHT).

"Ich finde es eine spannende Konstellation", sagte Rittner. "Warum soll nicht auch eine Frau einen Mann erfolgreich coachen können? Ich finde es auch mutig von Murray zu sagten: 'Was die anderen sagen, ist mir egal.'"

Auch Huber freut sich über Murrays Mut, mahnt jedoch an: "Er wird sicher einiges an den Kopf geworfen bekommen von anderen Spielern. Das ist auch nicht einfach."

Eine extrem schwierige Aufgabe für die Französin. Huber und Rittner glauben aber fest an den Erfolg dieser Konstellation. Wenn es eine schafft, dann "gerade eine Mauresmo, die viel gewonnen hat, die Nummer eins war und selbst auch sehr männlich gespielt hat: Von ihrem Stil her passt das sehr gut. Sie kann ihm sicher in einigen Dingen helfen", sagte Huber. (SHOP: Jetzt Tennis-Artikel kaufen)

Mauresmo kann Murray im Training fordern

Rittner erklärt: "Ihr Spiel war sehr körperbetont, mit viel Spin, vielen Netzangriffen. Murray kann also auch im Training mit Mauresmo spielen, oder sie besorgen sich einen starken Sparringspartner."

Natürlich kann es zu Irritationen kommen, "wie in einer Partnerschaft", sagte Rittner. "Dann muss man miteinander reden. Mauresmo weiß aber durch ihre Trainer-Tätigkeit bei Michael Llodra sehr wohl wie die Tennis-Männer ticken. Da ist es glaube ich schwieriger die Damen zu betreuen."

2010 hatte Mauresmo ihren Landsmann Llodra für zwei Monate trainiert. Rittner erklärt: "Damen zu coachen ist wahrscheinlich etwas komplexer. Sie sind in der Regel schon sehr früh als junge Spielerinnen auf der Tour. Somit prägt man sie noch intensiver mit." Bei Murray steigt Mauresmo aber gleich in der absoluten Weltspitze ein.

Murray macht sein eigenes Ding

Murrays Charakter macht zuversichtlich. "Dass er sein eigenes Ding macht, sieht man auch auf dem Platz: Dort hat er auch seinen ganz eigenen Stil, seinen eigenen Kopf", sagte Huber. "Er wird sich von den anderen Spielern nicht durcheinanderbringen lassen."

Am Sonntag hatte der amtierende Wimbledon-Sieger als erster männlicher Top-Ten-Spieler mit Mauresmo eine Frau als Trainerin präsentiert. Die zweimalige Grand-Slam-Gewinnerin wird ihn zunächst während der Rasen-Saison betreuen und soll ihn auf die Verteidigung seines Wimbledon-Sieg vorbereiten.

Nach der Trennung von Ivan Lendl ließ sich Murray Zeit bei der Trainer-Suche, spielte zuletzt bei den French Open ohne festen Betreuer.

Ende März fragte er sogar seine Twitter-Follower um Rat:

[tweet url="//twitter.com/andy_murray/statuses/449792315562160128"]

Bei den French Open, wo Murray im Halbfinale chancenlos gegen Rafael Nadal war, kamen bereits erste Gerüchte über eine Zusammenarbeit mit Mauresmo auf.

Tipp von Murrays Mutter?

"Die Tatsache, dass Murray lange von seiner Mutter trainiert wurde und Mauresmo bereits mit Michael Llordra einen Mann coachte, ist absolut ein Vorteil", sagte Rittner. "Daher weht auch mit Sicherheit der Wind. Murrays Mutter kennt als britische Fed-Cup-Kapitänin natürlich Mauresmo und wird vielleicht gesagt haben: 'Amelie und Andy: Das könnte passen.'"

Judy Murray ist seit Dezember 2011 für das britische Fed-Cup-Team verantwortlich, Mauresmo wiederum ist seit Anfang des vergangenen Jahres für die französische Mannschaft verantwortlich.

Huber schwärmt geradezu von der energiegeladenen Art Mauresmos - vor allem im Gegensatz zu Murrays Ex Ivan Lendl: "Amelie ist sicher kein Eisklotz auf der Tribüne. Sie wird Emotionen zeigen, auch beim Training. Für mich ist sie auch ein Super-Typ, ich mag sie sehr. Sie hat Witz - und sie ist immer noch extrem fit. Er hätte sie nicht genommen, wenn er sie nicht sympathisch fände."

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